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Schlucker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schluckers · Nominativ Plural: Schlucker
Aussprache
WorttrennungSchlu-cker (computergeneriert)
Wortzerlegungschlucken-er
Wortbildung mit ›Schlucker‹ als Letztglied: ↗Degenschlucker · ↗Feuerschlucker · ↗Müllschlucker · ↗Schwertschlucker · ↗Spritschlucker
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich ein armer Schlucker (= mittelloser, bedauernswerter Mensch)
Beispiel:
er ist ein armer Schlucker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlucken · Schluck · Schlucken · Schluckauf · Schlucker
schlucken Vb. ‘feste oder flüssige (Nahrungs)stoffe aus dem Mund in den Magen befördern, hinunterschlingen’, mhd. slucken ‘schlingen, schluchzen’, mnd. slucken, mnl. slocken, nl. slokken steht wie ahd. slucko ‘Fresser, Schlemmer’ (8. Jh.) mit expressiver Konsonantendopplung (germ. *slukkēn) neben einem noch resthaft in mnd. slūken ‘(hinunter)schlucken’, schwed. sluka ‘verschlingen, schlucken’ erhaltenen starken Verb (germ. *slūkan), zu dem (als schwaches Verb) auch mhd. slūchen, frühnhd. (bis 16. Jh.) schlauchen ‘schlingen, schlucken’, ahd. slūh ‘Schlund’ (um 1000), mhd. slūch ‘Schlund, Kehle, Gurgel’ und anord. slok ‘Wasserrinne’ gehören. Außergerm. vergleichen sich griech. (nasaliert) lýnx (λύγξ) ‘Schluckauf’, lýzein (λύζειν) ‘Schluckauf haben’, air. slucim, ir. sloigim ‘ich schlucke’, atschech. lkāti, tschech. lkáti, lykati ‘seufzen, wehklagen, jammern’, apoln. poln. łkać ‘schluchzen’, apoln. łykać ‘schluchzen’, poln. łykać ‘schlucken’, so daß von einer Wurzel ie. *(s)leug-, *(s)leuk- ‘schlucken’ ausgegangen werden kann. Vgl. die Intensivbildungen schlucksen ‘schluchzen, schlucken’ (17. Jh.) und ↗schluchzen (s. d.). Schluck m. ‘das Hinunterschlucken, die Menge, die auf einmal geschluckt wird’, mhd. sluc f., im Nhd. nur noch auf das Trinken bezogen. Älter auch ‘das Schluchzen’ (15. Jh.), ‘Kehle’ (16. Jh.), ‘Getränk’ (18. Jh.). Schlucken m. ‘Schluckauf’ (17. Jh.). Schluckauf m. (19. Jh.), nach nd. Sluckup (18. Jh.); vgl. mnd. slūk-, sluckup ‘Trunkenbold, Säufer’. Schlucker m. ‘wer herunterschluckt’, und zwar ‘Schlemmer, Prasser’ (16. Jh.; vgl. ahd. slucko, s. oben), guter Schlucker ‘tüchtiger Trinker’, armer Schlucker ‘Hungerleider, bemitleidenswerter Kerl’ (16. Jh.).

Thesaurus

Medizin, Psychologie
Synonymgruppe
Alkoholabhängiger · ↗Alkoholiker · Alkoholkranker · ↗Trinker · Trunksüchtiger · ↗Zecher  ●  Bsuff  bair., österr. · ↗Alki  ugs. · ↗Bacchant  geh., griechisch, lat. · ↗Bierdimpfl  ugs., bair. · Gamma-Trinker  fachspr. · ↗Saufbold  derb · ↗Saufbruder  ugs. · Schlucker  ugs. · ↗Schluckspecht  ugs. · ↗Schnapsdrossel  ugs. · Spritnase  derb · ↗Spritti  derb · ↗Suffkopp  ugs., norddeutsch · ↗Säufer  derb · ↗Trunkenbold  ugs. · ↗Wermutbruder  ugs., veraltend · ↗Zechbruder  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Millionär arm reich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlucker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem aber sollten sie aufhören, sich als armen Schlucker zu gerieren.
Die Welt, 03.03.2001
Denn neben den reichen Bauern gab es genug arme Schlucker.
Die Zeit, 22.04.1983, Nr. 17
Hieran kann man ungefähr ermessen, wie es mit den armen Schluckern bestellt sein mußte.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Er stellte sich die Kunstfigur als vom Pech verfolgten Schlucker vor.
Der Tagesspiegel, 14.11.2004
Für den armen Schlucker, der nichts besitzt, ist der Offenbarungseid harmlos.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 409
Zitationshilfe
„Schlucker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlucker>, abgerufen am 22.02.2019.

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