Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schludrian, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schludrian(e)s · Nominativ Plural: Schludriane
Worttrennung Schlu-dri-an · Schlud-ri-an
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
flüchtige, nachlässige Arbeitsweise
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
gegen Schludrian ankämpfen
mit dieser Unachtsamkeit fängt der Schludrian schon an
Vergeudung
Beispiel:
mit dem Material wurde Schludrian getrieben
2.
jmd., der flüchtig, nachlässig arbeitet
Beispiel:
er ist ein Schludrian
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schludern · schlud(e)rig · Schludrian
schludern Vb. ‘zu schnell, daher nachlässig, liederlich arbeiten’ (verbreitet in obd. und md. Mundarten), frühnhd. (obd.) ‘hastig, unsicher gehen’ (15. Jh.), spätmhd. slūdern ‘schleudern, schlenkern’ (vgl. slūderer ‘wer übereilt, nachlässig arbeitet’, 15. Jh.), nhd. schlaudern ‘nachlässig gehen, schlendern’ (Luther), gewöhnlich schludern ‘nachlässig arbeiten’ (Goethe), nach nd. slūdern ‘plaudern, die Zeit mit Schwatzen hinbringen’; vgl. auch nd. sluddern ‘nachlässig arbeiten’. Das Verb ist verwandt mit schleudern und schlottern (s. d.) und läßt sich mit diesen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ zurückführen (s. auch schlummern). schlud(e)rig Adj. ‘liederlich, nachlässig’ (18. Jh.), schludrich (17. Jh.). Schludrian m. ‘flüchtige, nachlässige Arbeitsweise, Schlamperei’, personifiziert ‘Nichtsnutz, Faulpelz, Pfuscher’ (um 1700); zur Bildungsweise s. Schlendrian.

Verwendungsbeispiele für ›Schludrian‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daneben ist er ein Schludrian, der sich mächtig amerikanisch vorkommt, wenn er die Unbildung seiner Kritiker dazu benutzt, um Geld zu machen. [Tucholsky, Kurt: Die Anhängewagen. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]]
So viel Schludrian mit unserer Wurst kann einem doch nicht Wurst sein! [Bild, 28.12.2000]
Sie sind schwerfällig bei der Hausarbeit und ungeschickt beim Spiel – Schludriane und Stümper auf der ganzen Linie. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.1995]
Das Ergebnis machte denn auch Theatergeschichte, und Giulini war fortan verdorben für den Schludrian des herkömmlichen Opernbetriebs. [Der Spiegel, 17.06.1985]
Zitationshilfe
„Schludrian“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schludrian>.

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