Schlummer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlummers · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSchlum-mer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schlummer‹ als Erstglied: ↗Schlummerkissen · ↗Schlummerlied · ↗Schlummermutter · ↗Schlummerpunsch · ↗Schlummerrolle · ↗Schlummerstunde · ↗Schlummerstündchen · ↗Schlummersucht · ↗Schlummertrunk · ↗schlummerlos
 ·  mit ›Schlummer‹ als Letztglied: ↗Todesschlummer · ↗Totenschlummer
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben leichter, sanfter Schlaf
Beispiele:
ein leichter, sanfter, kurzer Schlummer
in Schlummer sinken
in süßem Schlummer liegen
jmdn. aus seinem Schlummer aufwecken
nach langem Schlummer die Augen öffnen
ein tiefer Schlummer überwältigte, überkam ihn
etw. vertrieb ihm den Schlummer, scheuchte ihm den Schlummer von den Augen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlummern · Schlummer
schlummern Vb. ‘leicht, nicht sehr tief schlafen’, mnd. frühnhd. (md.) slummer(e)n ‘leise schlafen’ (15. Jh.) ist wie mnl. slūmeren, nl. sluimeren, mengl. slūmere, engl. to slumber eine Iterativbildung zu einem in mnd. slom(m)en ‘schlafen’, mhd. (md.) slummen, nhd. schlummen (bis ins 16. Jh.), mnl. slūmen, aengl. slūmen belegten Verb, das sich mit aengl. slūma ‘Schlummer’, norw. slum ‘schlaff, dünn’ (vom Gras), dän. (älter) slum ‘Schlummer’ auf eine im Germ. durch m erweiterte Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ zurückführen läßt, zu der auch got. slawan ‘schweigen’ und (mit Dentalerweiterung) ↗schlottern, ↗lottern (s. d.) gehören. Schlummer m. ‘leichter Schlaf’, spätmhd. slummer, wohl Rückbildung aus dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachtruhe · ↗Ruhe · ↗Schlaf · Schlummer
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erwachen aufschrecken aufwachen dogmatisch erquickend erwachen erwecken friedlich leicht leise nahen nächtlich reißen sanft selig stören süß tief unruhig unterbrechen verfallen versinken wecken wiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlummer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuweilen aber mündet die Entspannung in einen sanften Schlummer, der erst durch grelles Neonlicht beendet wird.
Süddeutsche Zeitung, 23.09.1995
Zu jeder anderen Stunde meines Lebens wäre mir Ihr Schlummer heilig gewesen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 07.03.1925
Dadurch wird Kant, wie er sagt, aus seinem dogmatischen Schlummer erweckt und seine Philosophie in eine neue Richtung gedrängt.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1595
Da er das Haus in Schlummer fand, ging er stracks und behutsam zu Bette.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 111
Und laß den Schlummer vorm Feuer, den Hof bei der Hel!
Blunck, Hans Friedrich: Sage vom Reich II, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt 1943, S. 22
Zitationshilfe
„Schlummer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlummer>, abgerufen am 15.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schluft
schluffig
Schluffen
Schluff
Schluf
Schlummerkissen
Schlummerlied
schlummerlos
Schlummermutter
schlummern