Schlund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlund(e)s · Nominativ Plural: Schlünde
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schlund‹ als Erstglied: Schlundsonde  ·  mit ›Schlund‹ als Letztglied: Gierschlund
eWDG

Bedeutungen

1.
mit Schleimhaut ausgekleideter, unmittelbar an Mundhöhle und Nasenhöhle anschließender, sich bis zur Mündung der Speiseröhre und Luftröhre erstreckender Raum
Grammatik: meist im Singular
a)
bei Tieren
Beispiele:
der weite Schlund eines Raubtiers
der Wolf riss den Schlund auf
die Alten kommen mit Nahrung im Schlund, mit prall gefülltem Schlund zum Nest der Jungvögel
b)
salopp, scherzhaft beim Menschen
Beispiele:
jmdm. ist der Schlund trocken
ihm brennt der Schlund
es kratzt ihm im Schlund
jmdm. ist eine Gräte im Schlund steckengeblieben
er stürzte, goss sich [Dativ] ein großes Glas Wein in den Schlund
Stockt dir der Fisch im Schlund? So spül' mit Wein nach [ G. KaiserTanakaII]
c)
salopp, abwertend, übertragen
Beispiele:
er hat sein Geld durch den Schlund gejagt (= schnell vertrunken)
jmdm. etw. in den Schlund werfen, schmeißen (= jmdm. etw. überlassen, um ihn zu befriedigen) (= jmdm. etw. nachwerfen)
2.
gehoben, übertragen tiefe, gähnende Öffnung
Beispiele:
der schwarze Schlund einer Höhle, eines Kellereingangs
donnern die Schlünde der Kanonen [ JahnnNiederschrift2,91]
tiefer Abgrund, tiefe Schlucht
Beispiele:
dunkle, finstere Schlünde zwischen den Felsen
rauchende Schlünde eines Kraters, Vulkans
gähnender (verderbenbringender) Abgrund
Beispiele:
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? [ SchillerTaucher]
dichterischdes Todes Schlund [ Grillp.TraumIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlund m. Verbindung von Mund- und Nasenhöhle mit der Speiseröhre, ‘Rachen’, übertragen ‘tiefe, große Öffnung, Abgrund’, ahd. slunt ‘Schluck, Kehle, Gaumen’ (8. Jh.), mhd. mnd. slunt ‘Schluck, Kehle, Rachen, Kluft, Abgrund, Schwelgerei, Schlemmer’, asächs. slund, mnl. slont, slunt steht im Ablaut zu schlinden, dem unter schlingen2 ‘schlucken’ (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Gurgel · Kehle · Schlund
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schlund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir verschlangen das Brot erst mit den Augen, dann rutschte es schnell den Schlund hinunter. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 291]
Denn an dieser Stelle öffnet sich der Fels zum dunklen Schlund. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Wofür der ist, mag angesichts des gähnenden Schlunds unter uns niemand fragen. [Die Zeit, 07.07.2012, Nr. 27]
Dann weitet sich der Schlund in der Form eines riesigen Tropfens. [Die Zeit, 07.07.2012, Nr. 27]
Als die beiden zum Fenster gehen, klafft unter ihnen völlig unvermittelt der fürchterliche Schlund von Ground Zero. [Die Zeit, 21.05.2003, Nr. 21]
Zitationshilfe
„Schlund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlund>.

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