Schlupf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlupf(e)s · Nominativ Plural: Schlüpfe · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Grundformschlüpfen
Wortbildung  mit ›Schlupf‹ als Erstglied: Schlupfloch · Schlupfpforte · Schlupfschuh · Schlupfstiefel · Schlupfwespe · Schlupfwinkel · Schlupfzeit · schlupfreif
 ·  mit ›Schlupf‹ als Binnenglied: Antischlupfregelung · Antriebsschlupfregelung
eWDG

Bedeutungen

1.
Zoologie das Ausschlüpfen
Beispiele:
der Schlupf eines Kükens aus dem Ei
der Schlupf der Libelle aus der Larve
In der Antarktis brüten die Pinguine ihre Eier trotz starker Kälte […] bis zum Schlupf der Jungen aus [ Urania1960]
2.
veraltend Unterschlupf, Zufluchtsort
Beispiel:
ein geheimer, enger Schlupf unter dem Dach
Loch, in oder durch das man schlüpfen kann
Beispiel:
ein Schlupf in einer Hecke
3.
Technik Verlust an wirksamem Vortrieb, der bedingt ist durch Gleiten auf dem Untergrund oder durch Ausweichen des Wassers
Grammatik: nur im Singular
a)
Beispiel:
der Schlupf einer Schiffsschraube
b)
Elektrotechnik Unterschied zwischen der tatsächlichen Drehzahl des rotierenden Teils eines Drehstrommotors und der synchronen Drehzahl des umlaufenden magnetischen Feldes
Beispiele:
der Schlupf von 5 Prozent
den Schlupf berechnen
der Schlupf steigt mit der Belastung des Motors
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfen · schliefen · Schlupf · Durchschlupf · Unterschlupf · Schlüpfer · Schlupfloch · Schlupfwinkel
schlüpfen Vb. ‘sich gleitend (durch enge Öffnungen) fortbewegen, sich schnell und geschmeidig bewegen’, ahd. intsluphen ‘entkommen, entschwinden’ (9. Jh.), frühnhd. entslüpfen, mhd. slüpfen, slupfen, frühnhd. schlupfen ‘schlüpfen, schlürfen’, nhd. schlupfen und schlüpfen ist eine (Doppelkonsonanz aufweisende) Intensivbildung (germ. *slupp(j)an) zu dem im 17. Jh. aus der Literatursprache verschwundenen, heute nur noch in der Jägersprache üblichen stark flektierenden Verb schliefen ‘in den Fuchs- oder Dachsbau kriechen’, ahd. sliofan (9. Jh.), mhd. sliefen ‘gleiten, schlüpfen’, mnd. mnl. slūpen, nl. sluipen, aengl. slūpan, got. sliupan ‘schleichen, schlüpfen’ (germ. *sleupan), das sich (wie Schleife, Schlaufe, Schlucht, s. d.) mit lat. lūbricus ‘schlüpfrig, glatt, gleitend’ auf ie. *(s)leubʰ- ‘gleiten, schlüpfen’ zurückführen läßt, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ (wozu auch schlau, Schlauch, s. d.). Schlupf m. ‘das Schlüpfen, enger Durchgang, Versteck, Schleife’, spätmhd. slupf ‘das Schlüpfen, Schlupfwinkel, Schlinge, Strick’, heute besonders Grundwort in Komposita wie Durchschlupf m. (um 1600), Unterschlupf m. (16. Jh.). Schlüpfer m. ‘etw., in das man hineinschlüpft, Muff’ (17. Jh.), ‘Damenunterhose’ (20. Jh.). Schlupfloch n. mhd. slupfloch. Schlupfwinkel m. ‘Versteck’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Schlupf‹ (berechnet)

auftreten begrenzt bieberer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlupf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlupf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit wir den Schlupf überhaupt spenden können, müssten wir ihn erst mal finden. [Die Zeit, 06.01.2003, Nr. 01]
Auch der zurückgelegte Weg läßt sich über die Radumdrehungen wegen des Schlupfes der Räder nur ungefähr bestimmen. [Süddeutsche Zeitung, 07.04.1994]
Nach dem Schlupf muss sich der Jungvogel sofort verbergen, da der Vater ihn töten will. [Bild, 23.04.2003]
Das elektronische System kontrolliert dabei den Schlupf der zum Durchdrehen neigenden Räder und reagiert blitzschnell durch Aufbau eines entsprechenden Bremsdrucks. [Süddeutsche Zeitung, 18.09.1996]
Kraftübertragung ohne Schlupf macht nicht nur das Verzögern, sondern auch das Beschleunigen sicherer. [Süddeutsche Zeitung, 18.09.1996]
Zitationshilfe
„Schlupf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlupf>.

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