Schlupfwinkel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlupf-win-kel
WortzerlegungSchlupfWinkel
eWDG, 1976

Bedeutung

Winkel, geschützte Stelle, wo sich ein Tier verstecken kann
Beispiele:
der Igel überwintert in seinem Schlupfwinkel, zieht sich in seinen Schlupfwinkel zurück
Ratten kamen aus ihren Schlupfwinkeln hervor
umgangssprachlich, übertragen verborgener, geheimer Zufluchtsort, Versteck für jmdn.
Beispiele:
der Flüchtende fand einen sicheren Schlupfwinkel
das Gebirge bot den Wilddieben gute Schlupfwinkel
So vermochten die Reaktion, die Nationalisten und Militaristen sehr schnell unter dem Schutz der Ebert und Noske aus ihren Schlupfwinkeln in die schon verlorenen Machtpositionen zurückzukriechen [VictorSchriften3,413]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfen · schliefen · Schlupf · Durchschlupf · Unterschlupf · Schlüpfer · Schlupfloch · Schlupfwinkel
schlüpfen Vb. ‘sich gleitend (durch enge Öffnungen) fortbewegen, sich schnell und geschmeidig bewegen’, ahd. intsluphen ‘entkommen, entschwinden’ (9. Jh.), frühnhd. entslüpfen, mhd. slüpfen, slupfen, frühnhd. schlupfen ‘schlüpfen, schlürfen’, nhd. schlupfen und schlüpfen ist eine (Doppelkonsonanz aufweisende) Intensivbildung (germ. *slupp(j)an) zu dem im 17. Jh. aus der Literatursprache verschwundenen, heute nur noch in der Jägersprache üblichen stark flektierenden Verb schliefen ‘in den Fuchs- oder Dachsbau kriechen’, ahd. sliofan (9. Jh.), mhd. sliefen ‘gleiten, schlüpfen’, mnd. mnl. slūpen, nl. sluipen, aengl. slūpan, got. sliupan ‘schleichen, schlüpfen’ (germ. *sleupan), das sich (wie ↗Schleife, ↗Schlaufe, ↗Schlucht, s. d.) mit lat. lūbricus ‘schlüpfrig, glatt, gleitend’ auf ie. *(s)leubʰ- ‘gleiten, schlüpfen’ zurückführen läßt, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ (wozu auch ↗schlau, ↗Schlauch, s. d.). Schlupf m. ‘das Schlüpfen, enger Durchgang, Versteck, Schleife’, spätmhd. slupf ‘das Schlüpfen, Schlupfwinkel, Schlinge, Strick’, heute besonders Grundwort in Komposita wie Durchschlupf m. (um 1600), Unterschlupf m. (16. Jh.). Schlüpfer m. ‘etw., in das man hineinschlüpft, Muff’ (17. Jh.), ‘Damenunterhose’ (20. Jh.). Schlupfloch n. mhd. slupfloch. Schlupfwinkel m. ‘Versteck’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterschlupf · ↗Unterstand · ↗Versteck · geheimes Lager  ●  Schlupfwinkel  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Küste Pirat Terrorist Verbrecher Versteck Wald aufspüren ausräuchern dunkel geheim heimlich ideal letzt selig unzählig verborgen vermuten vertreiben zerstören zurückziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlupfwinkel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um vor den Weibern wirklich Ruhe zu haben, muss ein Mann nach Schlupfwinkeln suchen.
Der Tagesspiegel, 22.09.2002
Er vergräbt sich, baut sich Schlupfwinkel, seine Welt in der Welt.
Die Zeit, 21.09.2008, Nr. 39
Weil der arbeitslose Nachmittag ohne rechten Schlupfwinkel indessen trostlos lange vor ihm lag, gab er sich nach.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 257
Dieser Bau mochte ihm geeignet erscheinen, gegebenenfalls als Schlupfwinkel vor den Gläubigern zu dienen.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 297
Im Garten ist es ratsam, künstliche Schlupfwinkel anzulegen, wo man die Schnecken dann bequem vernichten kann.
Die Landfrau, 12.09.1925
Zitationshilfe
„Schlupfwinkel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlupfwinkel>, abgerufen am 18.02.2019.

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