Schlussakte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlussakte · Nominativ Plural: Schlussakten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈʃlʊsʔaktə]
Worttrennung Schluss-ak-te
Wortzerlegung  Schluss Akte
Ungültige Schreibung Schlußakte
Rechtschreibregeln § 2
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Dokument (mit Vertragsstatus oder als bloßer Ausdruck selbstverpflichtender Willensbekundung), welches die als Ergebnis völkerrechtlicher Verhandlungen zu einem bestimmten Thema beschlossenen Prinzipien, Regelungen und Maßnahmen schriftlich festhält
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: die Schlussakte unterzeichnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich auf die Schlussakte berufen; etw. in der Schlussakte niederlegen; in Einklang mit, im Widerspruch zur Schlussakte
in Koordination: Schlussakte und Vertrag, Dokument, Charta
als Aktivsubjekt: die Schlussakte enthält etw., sieht etw. vor
als Genitivattribut: die Bestimmungen, die Prinzipien, der Geist der Schlussakte; die Unterzeichnung, Verwirklichung, Erfüllung der Schlussakte; die Unterzeichnerstaaten der Schlussakte
Beispiele:
Im Rahmen einer Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wurde im August 1975 in Helsinki eine Schlussakte unterzeichnet, in der neben neuen Formen der Zusammenarbeit den Ostblockstaaten die Anerkennung der Grenzen und die gegenseitige Nichteinmischung garantiert wurde, wofür diese Staaten sich im Gegenzug zur Achtung der Menschenrechte verpflichteten. [Let’s Go East!, 26.03.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Die [polnischen] Oppositionellen beriefen sich auf die Schlussakte von Helsinki, in der 1975 der Westen Nichteinmischung versprochen hatte, der Osten die Achtung der Menschenrechte. [Badische Zeitung, 15.08.2020]
Ein solches Abkommen [über Gewaltverzicht], das aus der Selbstverpflichtung der Schlußakte von Helsinki eine völkerrechtlich bindende Pflicht machen würde, wäre ein politischer Fortschritt, der weitere Abrüstungsschritte erleichtern würde. [Neues Deutschland, 21.05.1984]
Sie [die Sowjets] zogen damit [mit ihrem Verzicht auf ihr Interventionsrecht als Siegermacht] nach dem Urteil der Bonner Verhandler mit den drei westalliierten Siegermächten gleich, die in der »Londoner Schlußakte von 1954« von sich aus ihre Interventionsrechte aufgegeben hatten. [Der Spiegel, 10.08.1970]
Wiener Kongreß, die vom Sept. 1814 bis Juni 1815 von den am Krieg gegen Napoleon I. beteiligt gewesenen Mächten zu Wien abgehaltene Versammlung zur Regulierung der polit. Verhältnisse Europas; wurde abgeschlossen durch die Wiener Schlußakte vom 9. Juni 1815, von den fünf Großmächten sowie von Portugal und Schweden unterzeichnet. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 81895]
Es gibt Fälle, in denen grundlegende Verfassungsbestimmungen in völkerrechtlichen Verträgen festgesetzt sind, wie die Verfassung Rumäniens in den Schlussakten des Berliner Kongresses 1878 (= Berliner Vertrag vom 13. Juli 1878) oder auch die Bestimmungen des österreichischen Staatsvertrages über den Minderheitenschutz 1955. [Der Standard, 03.03.2008] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Schlussakte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlussakte>, abgerufen am 16.10.2021.

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