Schmöker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmökers · Nominativ Plural: Schmöker
Aussprache
WorttrennungSchmö-ker
Wortbildung mit ›Schmöker‹ als Letztglied: ↗Kriminalschmöker · ↗Lieblingsschmöker
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend (dickes und) inhaltlich nicht besonders wertvolles Buch zur Unterhaltung
Beispiele:
ein zerlesener, dicker, spannender Schmöker
Hier […] fanden wir Gören uns zusammen, um aus einem zerrissenen Schmöker die Abenteuer Störtebeckers vorzulesen [W. RudolphRügen30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmöker · Schmäucher · schmökern
Schmöker m. ‘altes Buch, anspruchslose Unterhaltungslektüre’. (18. Jh.), Schmäucher m. (19. Jh.) ‘dickes altes Buch’ ist zunächst ein Ausdruck der Studentensprache, gebildet zu nd. smōken, smöken, schmöken, nhd.schmauchen ‘rauchen’ (s. d.), vgl. nd. Smöker ‘Raucher’. Die Bedeutung entwickelt sich wahrscheinlich im Zusammenhang mit der studentischen Gewohnheit, im Übermut Seiten als Fidibusse zum Anzünden der Pfeifen aus alten Büchern herauszureißen; vgl. schwed. lunta ‘Lunte’, dann auch ‘dicker Schmöker’. schmökern Vb. ‘viel und mit Genuß lesen, geruhsam in Büchern herumlesen’, anfangs ‘alte, schlechte oder unwissenschaftliche Bücher lesen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Band · ↗Lektüre · ↗Titel  ●  Bd.  Abkürzung · ↗Buch  Hauptform · ↗Schinken  ugs. · Schmöker  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Treffpunkt dick historisch lesen spannend toll unterhaltsam verschlingen wunderbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmöker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hat sich auf trockene Information eingestellt, und schon kommt man ins Schmökern.
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2001
Gerne liest er die Schmöker schon morgens um 5.30 Uhr, kurz nach dem Aufstehen.
Die Welt, 06.01.2000
In solchen Fällen geht einem die Lust am Schmökern verloren.
C't, 1996, Nr. 9
Emil Hardekopf hielt diesen dicken Schmöker für das Buch aller Bücher.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 170
Neuere, nicht so rare Bände liegen zum Blättern und Schmökern aus.
konkret, 1988
Zitationshilfe
„Schmöker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmöker>, abgerufen am 20.10.2019.

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