Schmach, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmach · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schmach‹ als Erstglied: schmachbedeckt · schmachvoll
eWDG

Bedeutung

gehoben Demütigung, Kränkung, die jmd. durch einen ungerechtfertigten, verletzenden Vorwurf oder eine beleidigende Handlung erleidet
Beispiele:
etw. als Schmach empfinden
eine Schmach erleiden, ertragen, erdulden
jmdm. eine Schmach antun, bereiten
das ist eine Schmach für ihn, für die Familie
die Schmach einer Niederlage
Aber die Schmach hat mich nicht erniedrigt [ G. Hauptm.Quint1,19]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiel:
jmdn. in Schmach stürzen
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
jmdn. mit Schmach (und Schande) bedecken
Grammatik: in Verbindung mit »vor«
Beispiel:
jmdn. vor Schmach und Schande retten
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
etw. gereicht jmdm. zu Schmach und Schande
Schande
Beispiel:
Allmählich hatte sich die Moral gelockert, es war keine Schmach mehr, Gesetze zu übertreten [ FalladaWolf2,76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmach f. ‘Schande, Demütigung’, ahd. smāhī ‘Kleinigkeit, Niedrigkeit, Entehrung’ (9. Jh.), mhd. smæhe, smāhe, mnd. smā, smāhe ‘geringschätzige Behandlung, Kränkung, Beschimpfung, Entehrung’ ist eine Abstraktbildung zum Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh, ‘klein, gering, unbedeutend, verächtlich, erniedrigt’ (9. Jh.), mhd. smæhe (s. auch schmähen), mnd. smā, das mit anord. smār (aus *smāhiʀ) ‘klein’, aengl. smēalic ‘fein, sorgfältig’, außergerm. vielleicht (mit anderem Vokalismus) mit griech. mīkrós (μικρός), smīkrós (σμικρός) ‘klein, kurz, gering’ und lat. mīca ‘ein Krümchen, ein bißchen’ auf ie. *smē(i)k-, *smīk- ‘zerriebenes, winziges Krümchen’ zurückgeführt werden kann, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ (wozu auch schmeicheln und schmeißen1, s. d.).

Thesaurus

Assoziationen
Synonymgruppe
Demütigung · Erniedrigung  ●  Schmach  veraltend · Schlappe  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Schmach‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmach‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schmach‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schmach zittert nach so vielen Jahren erneut durch mich hindurch. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 187]
Denn die drückende Schmach von uns zu schütteln ist Zeit. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3505]
Was hatte sie in dieser gemeinen Umgebung zu suchen, was brauchte sie mich in dieser Schmach zu sehen? [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 121]
Auch das Ende der gescheiterten Invasion geriet der CIA zur Schmach. [Der Spiegel, 22.12.1986]
Diese vulgäre Einrichtung ist eine Schmach für die Vereinten Nationen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]]
Zitationshilfe
„Schmach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmach>.

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