Schmach, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmach · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Schmach‹ als Erstglied: ↗schmachvoll
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben Demütigung, Kränkung, die jmd. durch einen ungerechtfertigten, verletzenden Vorwurf oder eine beleidigende Handlung erleidet
Beispiele:
etw. als Schmach empfinden
eine Schmach erleiden, ertragen, erdulden
jmdm. eine Schmach antun, bereiten
das ist eine Schmach für ihn, für die Familie
die Schmach einer Niederlage
Aber die Schmach hat mich nicht erniedrigt [G. Hauptm.Quint1,19]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiel:
jmdn. in Schmach stürzen
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
jmdn. mit Schmach (und Schande) bedecken
Grammatik: in Verbindung mit »vor«
Beispiel:
jmdn. vor Schmach und Schande retten
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
etw. gereicht jmdm. zu Schmach und Schande
Schande
Beispiel:
Allmählich hatte sich die Moral gelockert, es war keine Schmach mehr, Gesetze zu übertreten [FalladaWolf2,76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmach f. ‘Schande, Demütigung’, ahd. smāhī ‘Kleinigkeit, Niedrigkeit, Entehrung’ (9. Jh.), mhd. smæhe, smāhe, mnd. smā, smāhe ‘geringschätzige Behandlung, Kränkung, Beschimpfung, Entehrung’ ist eine Abstraktbildung zum Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh, ‘klein, gering, unbedeutend, verächtlich, erniedrigt’ (9. Jh.), mhd. smæhe (s. auch ↗schmähen), mnd. smā, das mit anord. smār (aus *smāhiR) ‘klein’, aengl. smēalic ‘fein, sorgfältig’, außergerm. vielleicht (mit anderem Vokalismus) mit griech. mīkrós (μικρός), smīkrós (σμικρός) ‘klein, kurz, gering’ und lat. mīca ‘ein Krümchen, ein bißchen’ auf ie. *smē(i)k-, *smīk- ‘zerriebenes, winziges Krümchen’ zurückgeführt werden kann, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ (wozu auch ↗schmeicheln und ↗schmeißen, s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Blamage · ↗Bloßstellung · ↗Gesichtsverlust · ↗Kompromittierung · ↗Peinlichkeit · ↗Schande · Schmach · ↗Verächtlichmachung  ●  ↗Affenschande  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Demütigung · ↗Erniedrigung  ●  Schmach  veraltend · ↗Schlappe  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erniedrigung Gram Rache Revanche Schande Schimpf Schmach Stätte Wiedergutmachung angetan antun ausbügeln auslöschen ausmerzen auswetzen bedecken empfinden erdulden erlitten ersparen hinwegtrösten rehabilitieren revanchieren rächen sühnen tilgen verwinden wettmachen widerfahren zugefügt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schmach zittert nach so vielen Jahren erneut durch mich hindurch.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 187
Die empfinden das als persönliche Schmach, wenn sie aufgeben würden.
Der Tagesspiegel, 18.07.2004
Man stelle sich einmal die Schmach im Hause Pro Sieben vor.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2004
Denn die drückende Schmach von uns zu schütteln ist Zeit.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3505
Was hatte sie in dieser gemeinen Umgebung zu suchen, was brauchte sie mich in dieser Schmach zu sehen?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 121
Zitationshilfe
„Schmach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmach>, abgerufen am 13.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schma
Schlußzeile
Schlusszeichen
Schlußwort
Schlussweise
schmachbedeckt
Schmacht
schmachten
schmachtend
Schmachtfetzen