Schmand, der

Alternative Schreibung Schmant
Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmand(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ʃmant]

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [meist D ] saure Sahne mit mindestens 20 Prozent Fettanteil; Milchprodukt
  2. 2. [selten] [D-Mittelwest (Rheinland-Pfalz) , umgangssprachlich, sonst veraltet] dünne Schicht Rahm, die sich auf der Oberfläche der (meist gekochten) Milch bildet
  3. 3. [veraltet] weicher, feuchter Schmutz
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
meist D saure Sahne mit mindestens 20 Prozent Fettanteil   Milchprodukt
Beispiele:
Saure Sahne hat einen Fettgehalt von mindestens 10 Prozent und ist relativ dünnflüssig. […] Schmand hat meist 20 bis 24 Prozent Fett. […] Und Crème fraîche hat einen Fettgehalt von mindestens 30 Prozent. Zudem darf Crème fraîche bis zu 15 Prozent Zucker enthalten. [Bild am Sonntag, 21.06.2020]
Die angenehme Konsistenz bekommt das Risotto durch einige Löffel Schmand, für geschmackliche Akzente sorgen Kürbischips und Gewürztrauben. [Welt am Sonntag, 06.11.2016]
In diesen [Koch-]Büchern werden die deutschen Begriffe verwendet, so heisst es dann Karotten statt Rüebli, oder Schmand statt Crème fraîche, wo ich dann oft gefragt werde, was das ist. [Bote der Urschweiz, 11.08.2016]
Als ersten Gang bekommen seine Gäste heute Abend ein Hummerragout in Blätterteig und eine Lachs‑Frischkäse‑Terrine mit Schmant serviert. [Südkurier, 31.12.2009]
Täglich werden bei den zehn […]Standorten [der Molkerei] in Norddeutschland zehn bis fünfzehn Millionen Liter Milch angeliefert und vor allem zu Käse, Butter, Milchpulver, zu Quark, Schmand, Joghurt oder H‑Milch verarbeitet. [Die Zeit, 22.10.2009]
[Rezept:] Beim Brustfilet eine Tasche einschneiden und mit Mozarella [sic!] und Ruccola [sic!] füllen. Mit wenig Öl bei hoher Hitze anbraten und bei kleiner Flamme langsam weiterbraten[.] Den Fond mit Zitronensaft oder trockenem Weißwein loskochen und mit Schmand abschmecken. [Burgenländische Volkszeitung, 23.02.2019]
2.
selten, D-Mittelwest (Rheinland-Pfalz) , umgangssprachlich, sonst veraltet dünne Schicht Rahm, die sich auf der Oberfläche der (meist gekochten) Milch bildet
Synonym zu Rahm, Sahne (●)
Beispiele:
Als die österreichischen Verteidiger langsam ermüdeten, sollen plötzlich Bauern aus einer Straße gekommen sein und den erschöpften Soldaten große Krüge voller Milch mit fettem Schmand darauf gebracht haben. [Rhein-Zeitung, 21.07.2017]
In einer Zentrifuge – mit Handkurbel betrieben – wurde von der frischen Milch der Schmand abgeschöpft. [Rhein-Zeitung, 15.06.2009]
Rahm (Sahne, Schmand, Obers), die den Hauptteil des Fettes enthaltende[,] sich auf stehender Milch bildende Schicht. Vgl. Butter. [[o. A.]: Das Lexikon der Hausfrau. Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 9]
3.
veraltet weicher, feuchter Schmutz
Beispiele:
Eine Fünfzehnjährige ließ ihre Eiswaffel fallen, wollte sich schon bücken, den Schmand wieder aufheben, da zögerte sie, überließ dem Pflaster und den Schuhsohlen künftiger Passanten die zerfließende Erfrischung; bald würde sie zu den Erwachsenen gehören und Eis nicht mehr auf der Straße lecken. [Grass, Günter: Die Blechtrommel. Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 265]
Zum Ausspülen des Bohrloches dient eine neben der Bohrmaschine hinführende enge Spritzröhre […], welche constant Wasser mit 5 Atmosphären Druck in das Bohrloch einführt, und den entstehenden Schmand ausspült. [Polytechnisches Journal, Jg. 1862/163, S. 254–260]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmant m. ‘Rahm, Sahne’ (15. Jh.), mnd. smant, nd. Smand sind verwandt mit asächs. smōði ‘sanftmütig’, mnd. smȫde ‘weich, geschmeidig’, aengl. smōþ, smēþe, engl. smooth ‘glatt, eben’. Aus diesen Formen läßt sich germ. *smanþ- ‘glatt, weich’ erschließen, das möglicherweise (sofern anlautendes sm- die schwundstufige Wurzelform darstellt) mit samt und sanft (s. d.) zu verbinden ist. Das seit dem 15. Jh. sowohl hd. als auch nd. für ‘Milchrahm, Sahne’ bezeugte Substantiv entwickelt (belegt seit dem 18. Jh., doch wahrscheinlich schon früher) im Nd. und Omd. auch die Bedeutung ‘Schmieriges, Klitschiges, Schlamm, Schmutz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schmand · Schmant · Schmetten
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Matsch · Schlamm · Schmand · Schmant  ●  Baaz  ugs., bayr., österr. · Gatsch  ugs., österr. · Schmodder  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Schmand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmand>, abgerufen am 15.10.2021.

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