Schmarren, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmarrens · Nominativ Plural: Schmarren
Nebenform Schmarrn · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmarrns · Nominativ Plural: Schmarrn
Aussprache
WorttrennungSchmar-ren ● Schmarrn
Wortbildung mit ›Schmarren‹ als Letztglied: ↗Eierschmarren · ↗Eierschmarrn · ↗Erdäpfelschmarren · ↗Erdäpfelschmarrn · ↗Kaiserschmarren · ↗Kaiserschmarrn · ↗Kartoffelschmarren · ↗Kartoffelschmarrn
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
süddeutsch, österreichisch Teig, besonders aus Mehl, Grieß und Eiern, der auf einer Seite gebacken und dann zerrissen wird
Beispiele:
einen Teig für einen Schmarren rühren
einen Schmarren kochen, nach dem Backen nochmals bräunen
2.
salopp, abwertend Kitsch, Schund
Beispiele:
dieser Roman ist ein erotischer, sentimentaler Schmarren
diese Musik ist ein Schmarren
Das Stück gehört den Arbeitern. Wenn die's nicht verstehen, ist es ein Schmarrn [TucholskyGanz anders122]
3.
landschaftlich, salopp einen Schmarrennichts
Beispiele:
davon verstehst du einen Schmarren
das geht dich einen Schmarren an
er kümmert sich einen Schmarren um ihn
Natürlich werden die mit morschem Holz überdeckten Gräben einen Schmarren gegen Schrapnellhagel helfen [Kisch1,221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmarren · Schmarrn
Schmarren, Schmarrn m. obd. öst. ‘aus zerteiltem Teig bestehende und in Fett oder Butter gebackene Mehlspeise’, auch ‘Stück, Brocken, Klumpen’ (16. Jh.). Herkunft ungewiß. Vielleicht zu ↗Schmer ‘Fett, Schmalz’ (s. ↗schmieren)? Übertragen ‘Haufen, schlechtes Schriftwerk oder Theaterstück’ (18. Jh.), dann allgemeiner Ausdruck der Geringschätzung und Verachtung im Sinne von ‘Unbrauchbares, Verrücktheit, Schund, Unsinn, Geschwätz’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Blödsinn · ↗Humbug · ↗Nonsens · ↗Unfug · ↗Widersinn  ●  Nonsense  engl. · ↗Unsinn  Hauptform · dümmliches Gerede  variabel · ↗Blech  ugs. · ↗Bockmist  ugs. · ↗Bullshit  derb, engl. · Driss  ugs. · Dummfug  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gefasel  ugs., abwertend · ↗Gelaber  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · ↗Heckmeck  ugs. · ↗Kappes  ugs. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kohl  ugs. · ↗Kokolores  ugs. · ↗Krampf  ugs. · ↗Käse  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Mumpitz  ugs. · ↗Papperlapapp  ugs. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quark  ugs. · ↗Quatsch  ugs. · Quatsch mit Soße  ugs., berlinerisch · ↗Scheiß  derb · ↗Scheiße  derb · Schmarren  ugs. · Schmarrn  ugs. · ↗Schmonzes  ugs. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schmäh  ugs., österr. · Schwachfug  derb · ↗Schwachsinn  ugs. · ↗Sottise(n)  geh., franz. · ↗Stuss  ugs. · ↗Tinnef  ugs. · dummes Zeug  ugs. · geistiger Durchfall  derb · geistiger Dünnschiss  derb · gequirlte Scheiße  derb · saudummes Zeug  ugs., süddt.
Assoziationen
  • (sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · ↗plappern · ↗quasseln · ↗salbadern · ↗schwadronieren · ↗schwatzen · ↗schwätzen  ●  ↗daherreden  Hauptform · ↗(herum)labern  ugs. · ↗faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · ↗sabbeln  ugs. · ↗schwafeln  ugs.
  • Schein-Tiefsinn · leere Worte · leeres Gerede  ●  ↗Blabla  ugs. · Geblubber  ugs. · ↗Gefasel  ugs. · ↗Gelaber  ugs. · ↗Gemunkel  ugs. · ↗Geplänkel  ugs. · ↗Gerede  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Geschwalle  ugs. · Geschwurbel  ugs. · ↗Geschwätz  ugs., Hauptform · ↗Geseire  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · Luftblasen  ugs., fig. · ↗Schmus  ugs. · ↗Sermon  ugs. · hohle Phrasen  ugs. · warme Worte  ugs., ironisch
  • Peinlichkeit · ↗Posse · ↗Verrücktheit  ●  ↗Farce  geh., franz. · ↗Kasperletheater  ugs. · ↗Lachnummer  ugs. · ↗Schnake  ugs., regional · ↗Schnurre  geh., veraltet
  • Flapsigkeit · Mangel an Ernsthaftigkeit · ↗Unernst · nichts als Unsinn im Kopf haben  ●  Hanswurstigkeit  ugs. · nichts als Flausen im Kopf haben  ugs.
  • Allgemeinplatz · ↗Banalität · ↗Binsenwahrheit · ↗Binsenweisheit · ↗Floskel · ↗Gemeinplatz · Gerede ohne tiefere Bedeutung · ↗Klischee · ↗Phrase · ↗Plattitüde · ↗Schlagwort · ↗Sprachhülse · ↗Stammtischweisheit · ↗Trivialität · einfache Formel · leeres Gerede · nichts sagende Redensart · nichtssagende Redensart  ●  ↗Platitude  franz. · ↗Sprechblase (journal.)  fig. · ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · ↗Binse  ugs. · flotter Sager  ugs., österr. · flotter Spruch  ugs. · leeres Stroh (dreschen)  ugs. · sinnentleerte Chiffre  geh.
  • leicht verrückt sein · mit jemandem ist kein vernünftiges Wort zu reden · nicht ganz bei Verstand sein · seine fünf Sinne nicht beieinander haben  ●  einen kleinen Mann im Ohr haben  fig., veraltend · ↗spinnen  Hauptform · (bei jemandem ist) eine Schraube locker  ugs., fig. · (den) Verstand verloren haben  ugs., fig., übertreibend · (ein) Ei am Wandern haben  derb, regional · (en) Pinn im Kopp haben  ugs., norddeutsch · (jemandem haben sie) ins Gehirn geschissen  derb · (jemandem) geht's wohl nicht gut  ugs. · (wohl) einen Sonnenstich haben  ugs., fig. · den Schuss nicht gehört haben  ugs., fig. · die Kappe kaputt haben  ugs. · eine Meise haben  ugs. · eine Schraube locker haben  ugs., fig. · einen Dachschaden haben  ugs., fig. · einen Hammer haben  ugs. · einen Haschmich haben  ugs. · einen Hau weg haben  ugs. · einen Huscher haben  ugs. · einen Knacks weghaben  ugs. · einen Knall haben  ugs. · einen Piep haben  ugs. · einen Piepmatz haben  ugs., fig. · einen Schaden haben  ugs. · einen Schatten haben  ugs. · einen Schlag haben  ugs. · einen Schlag weg haben  ugs. · einen Sockenschuss haben  ugs. · einen Spleen haben  ugs. · einen Sprung in der Schüssel haben  ugs., fig. · einen Triller unterm Pony haben  ugs., scherzhaft · einen Vogel haben  ugs., fig. · einen an der Klatsche haben  ugs. · einen an der Mütze haben  ugs. · einen an der Waffel haben  ugs. · einen feuchten / nassen Hut aufhaben  ugs., fig. · einen weichen Keks haben  ugs. · gaga sein  ugs. · mit dem Klammerbeutel gepudert (worden) sein  ugs., fig. · neben der Spur (sein)  ugs., fig. · nicht alle Latten am Zaun haben  ugs., fig. · nicht alle Tassen im Schrank haben  ugs., fig. · nicht ganz bei Trost sein  ugs. · nicht ganz dicht sein  ugs. · nicht ganz frisch in der Birne (sein)  ugs. · nicht ganz richtig im Kopf sein  ugs. · nicht ganz richtig im Oberstübchen sein  ugs., fig. · nicht ganz sauber ticken  ugs. · nicht richtig ticken  ugs. · sie nicht alle haben  ugs. · verpeilt sein  ugs. · verstrahlt (sein)  derb · weiß nicht, was er daherredet  ugs.
  • (etwas) fabeln (von) · ↗fabulieren · wirres Zeug reden  ●  Unsinn erzählen  Hauptform · ↗(herum)fantasieren  ugs. · ↗(herum)phantasieren  ugs. · ↗(herum)spinnen  ugs. · (sich) einen zusammenphantasieren  ugs. · Blech reden  ugs., veraltend · Scheiße erzählen  derb · Scheiße reden  derb · einen vom Pferd erzählen  ugs. · ↗irrereden  geh. · rumspacken  ugs., jugendsprachlich, salopp · saublöd daherreden  ugs., süddt. · saudummes Zeug daherreden  ugs. · ↗spintisieren  ugs.
  • Blödsinn verzapfen  ugs. · Unsinn verzapfen  ugs. · herumspacken  ugs. · rumspacken  ugs.
  • aberwitzig · ↗absurd · ↗bescheuert (Sache) · ↗irrational · ↗irre · ↗irrsinnig · ↗irrwitzig · ↗konfus · nicht rational · ohne Sinn und Verstand · ↗paradox · reiner Blödsinn · ↗sinnfrei · ↗sinnlos · ↗unklar · ↗unlogisch · ↗unvernünftig · ↗vernunftwidrig · ↗wahnwitzig · ↗widersinnig  ●  ↗hirnverbrannt  abwertend · ↗töricht  abwertend · ↗unsinnig  Hauptform · ↗(totaler) Quatsch  ugs. · ↗antinomisch  geh. · ↗blöd (Sache)  ugs. · ↗blödsinnig  ugs. · ↗dämlich (Sache)  ugs. · ↗hirnrissig  ugs. · ↗idiotisch  ugs., abwertend · ↗schwachsinnig  ugs., abwertend · selten dämlich (Idee, Aktion, Behauptung ...)  ugs. · ↗verrückt  ugs.
  • Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
  • Albernheit · Flausen · ↗Kinderei(en) · ↗Mätzchen  ●  ↗Sperenzchen  ugs., regional · Sperenzkes  ugs., regional · ↗Spirenzchen  ugs., regional
  • für Quatsch halten · für dummes Zeug halten · nichts geben auf · nichts halten von

Typische Verbindungen
computergeneriert

total

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmarren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Woher stammt der Schmarren, den Sie heute über mich geschrieben haben?
Bild, 04.01.2002
Sogar die »europäische Lösung« hält er vermutlich für den Schmarren, der sie ist.
konkret, 1984
Ich las mich fest, in feindseligem Eifer hinein, u. um 1 Uhr war ich fast durch mit dem Schmarren.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 327
Er hört sich den ganzen Schmarren des Hartl ruhig an, erwidert sachlich, bedachtsam.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 367
Omeletts, Schmarren, Torten oder Dessertschnittchen, verbunden mit einer starken Tasse Kaffee, sind ihnen angenehm.
Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 37
Zitationshilfe
„Schmarren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmarren>, abgerufen am 11.12.2019.

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