Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schmaus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmauses · Nominativ Plural: Schmäuse
Aussprache  [ʃmaʊ̯s]
Wortbildung  mit ›Schmaus‹ als Letztglied: Augenschmaus · Bauernschmaus · Doktorschmaus · Einzugsschmaus · Festschmaus · Gaumenschmaus · Geburtstagsschmaus · Hebeschmaus · Hochzeitsschmaus · Leichenschmaus · Ohrenschmaus · Richtschmaus
eWDG

Bedeutung

scherzhaft leckere Mahlzeit, festliches Mahl
Beispiele:
einen großen Schmaus geben
zum Schmaus einladen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmaus · schmausen
Schmaus m. ‘fröhliches Gelage mit reichlichem Essen und Trinken’ (Anfang 17. Jh.); vgl. nd. ostfries. Smūs, schweiz. schwäb. Schmaus, elsäss. Geschmäus. Dazu schmausen Vb. ‘mit Genuß und Behagen viel und gut essen und trinken’ (1. Hälfte 17. Jh.); vgl. nd. ostfries. smūsen, schweiz. schwäb. schmausen, elsäss. schmäusen. Substantiv und Verb sind in die Studentensprache eingedrungen und haben sich von dort aus verbreitet. Die Herkunft ist unklar. Man kann vielleicht schweiz. schmauseln, schmuseln ‘schmuddeln, besudeln’ heranziehen und von einer Bedeutung ‘behaglich, aber nachlässig und unsauber essen und trinken’ ausgehen. Lautlich unbefriedigend ist die meist angenommene Verwandtschaft mit (allerdings semantisch nahestehenden) nl. (älter) smuisteren ‘schmieren, einschmieren, salben, lecker essen’, smodderen ‘beschmutzen, beschmieren, besudeln’, nd. smuddern ‘(sich) besudeln, fein regnen’, smudden ‘sudeln, beschmieren, ständig unsauber und mit triefendem Mund essen und trinken’ (s. schmuddelig), es sei denn, man sieht in Schmaus, schmausen spielerisch-affektisch entstandene Lautvarianten.

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›Schmaus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmaus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schmaus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erna P. hantiert, wie jeden Tag, am Herd; freut sich auf den Schmaus. [Bild, 02.04.2001]
Der Schmaus kostet 28 Francs, der Wein ist selbstverständlich im Preis inbegriffen. [Die Zeit, 05.03.1982, Nr. 10]
Einen zum Schmaus gedeckten Tisch würde in karger Zeit so leicht keiner verlassen. [Die Zeit, 03.08.1973, Nr. 32]
Lisa Schmaus betonte, dass nicht die Klöster selbst Zwangsarbeitskräfte angefordert hätten, sondern dass diese ihnen von staatlichen Stellen zugewiesen worden seien. [Süddeutsche Zeitung, 08.08.2000]
Anschließend findet man sich ebenfalls zu einem Schmaus ein, tut sich aber ganz irdisch an den eben totgeschossenen Vögeln gütlich. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.2000]
Zitationshilfe
„Schmaus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmaus>.

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