Schmeichelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmeichelei · Nominativ Plural: Schmeicheleien
Aussprache
WorttrennungSchmei-che-lei (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

Worte, die jmdn. in seinem Selbstbewusstsein erfreuen, jmdm. schmeicheln
Beispiele:
jmdm. (ein paar) Schmeicheleien sagen
jmdn. mit Schmeicheleien überhäufen
eine listige, plumpe, grobe, dreiste, feine Schmeichelei
Er unterstrich das noch mit einigen dicken Schmeicheleien für den Bankdirektor, zum sichtlichen Vergnügen des förmlich aufblühenden Männchens [BahrHimmelfahrt244]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmeicheln · Schmeichelei · schmeichelhaft · Schmeichler
schmeicheln Vb. ‘zärtlich sein, überschwenglich loben, jmdm. schöntun’, spätmhd. smeicheln ‘durch sanfte Berührung liebkosen’ ist Iterativbildung zu gleichbed. ahd. smeihhen (Hs. 12. Jh.), mhd. smeichen (vgl. ahd. smeihhāri, mhd. smeichære, smeicher ‘Liebkosender’), das mit mnd. smēken ‘schmeicheln’, mnl. smēken, smeiken, nl. smeken ‘flehen’, norw. (mundartlich) smeikja ‘streicheln, schmeicheln’ (germ. *smaikijan), ablautend smika ‘streichen, glätten’ und ahd. smeckar (9. Jh.), mhd. smecker ‘zierlich, schmächtig, eingefallen’ (vom Gesicht), aengl. smicer ‘schön, zierlich’, isl. smeykur ‘ängstlich’ sowie auch poln. smagły ‘schlank, schmächtig’, lit. smaĩgas ‘Stock, Pfahl, Stange’ auf die Gutturalerweiterung ie. *smē(i)g-, *smī̌g- der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ (s. auch ↗Schmach und ↗schmeißen) zurückgeführt werden kann; dazu gehört wohl auch ↗Schminke (s. d.), vielleicht auch griech. smḗn (σμῆν) ‘abreiben, abwischen’ und lat. macula ‘Fleck, Makel’. schmeichen wird bereits in frühnhd. Zeit durch schmeicheln verdrängt. Als Ausgangsbedeutung ist ‘(zärtlich) darüber hin streichen, durch streichende Berührung liebkosen’ anzunehmen. Der Sinn des übertriebenen Lobens, Lobhudelns ist bereits im 15. Jh. ausgebildet; er bleibt neben seit alters gültigem ‘liebkosen, zärtlich sein’ und später (18. Jh.) sich entwickelndem ‘etw. schöner darstellen als die Wirklichkeit, jmdm. guttun, jmds. Selbstbewußtsein heben’ bis heute erhalten. Schmeichelei f. ‘Zärtlichkeit, überschwengliches Lob’ (17. Jh.). schmeichelhaft Adj. ‘angenehm, dem Selbstbewußtsein wohltuend’ (16. Jh.); vgl. mhd. smeichenhaft. Schmeichler m. ‘wer durch Lobhudelei seine Ziele erreichen will, Schönredner’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beweihräucherung · ↗Schmus · ↗Schöntuerei · schöne Worte  ●  Lobestirade(n)  abwertend · Schmeichelei  Hauptform · Süßholzraspelei  fig. · ↗Gesülze  ugs. · ↗Lobhudelei  ugs. · Lobtirade(n)  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adresse Drohung Eitelkeit Erpressung Form Kompliment Lüge Mischung Unterwürfigkeit empfinden erliegen fad leer plump süß umgarnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmeichelei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem, ein wenig Schmeichelei tut dem Ego natürlich immer gut.
Süddeutsche Zeitung, 14.09.1996
Mit den Schmeicheleien war es vorbei, kaum daß die Diskussion begonnen hatte.
Die Zeit, 22.07.1983, Nr. 30
Sie brauchen über die Schmeicheleien eines alten Mannes nicht zu erröten.
Böll, Heinrich: Billard um halb zehn, Leipzig: Insel-Verl. 1961 [1959], S. 98
Nach den letzten Schmeicheleien, die mir gespendet wurden, fühlte ich, daß auch ich ein Wort sagen müsse.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8901
Das hatte sie nicht erwartet und so fing sie denn auch sofort wieder mit ihren widerlichen plumpen Schmeicheleien an.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8214
Zitationshilfe
„Schmeichelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmeichelei>, abgerufen am 22.01.2019.

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