Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schmeichelei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmeichelei · Nominativ Plural: Schmeicheleien
Aussprache 
Worttrennung Schmei-che-lei
eWDG

Bedeutung

Worte, die jmdn. in seinem Selbstbewusstsein erfreuen, jmdm. schmeicheln
Beispiele:
jmdm. (ein paar) Schmeicheleien sagen
jmdn. mit Schmeicheleien überhäufen
eine listige, plumpe, grobe, dreiste, feine Schmeichelei
Er unterstrich das noch mit einigen dicken Schmeicheleien für den Bankdirektor, zum sichtlichen Vergnügen des förmlich aufblühenden Männchens [ BahrHimmelfahrt244]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmeicheln · Schmeichelei · schmeichelhaft · Schmeichler
schmeicheln Vb. ‘zärtlich sein, überschwenglich loben, jmdm. schöntun’, spätmhd. smeicheln ‘durch sanfte Berührung liebkosen’ ist Iterativbildung zu gleichbed. ahd. smeihhen (Hs. 12. Jh.), mhd. smeichen (vgl. ahd. smeihhāri, mhd. smeichære, smeicher ‘Liebkosender’), das mit mnd. smēken ‘schmeicheln’, mnl. smēken, smeiken, nl. smeken ‘flehen’, norw. (mundartlich) smeikja ‘streicheln, schmeicheln’ (germ. *smaikijan), ablautend smika ‘streichen, glätten’ und ahd. smeckar (9. Jh.), mhd. smecker ‘zierlich, schmächtig, eingefallen’ (vom Gesicht), aengl. smicer ‘schön, zierlich’, isl. smeykur ‘ängstlich’ sowie auch poln. smagły ‘schlank, schmächtig’, lit. smaĩgas ‘Stock, Pfahl, Stange’ auf die Gutturalerweiterung ie. *smē(i)g-, *smī̌g- der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ (s. auch Schmach und schmeißen1) zurückgeführt werden kann; dazu gehört wohl auch Schminke (s. d.), vielleicht auch griech. smḗn (σμῆν) ‘abreiben, abwischen’ und lat. macula ‘Fleck, Makel’. schmeichen wird bereits in frühnhd. Zeit durch schmeicheln verdrängt. Als Ausgangsbedeutung ist ‘(zärtlich) darüber hin streichen, durch streichende Berührung liebkosen’ anzunehmen. Der Sinn des übertriebenen Lobens, Lobhudelns ist bereits im 15. Jh. ausgebildet; er bleibt neben seit alters gültigem ‘liebkosen, zärtlich sein’ und später (18. Jh.) sich entwickelndem ‘etw. schöner darstellen als die Wirklichkeit, jmdm. guttun, jmds. Selbstbewußtsein heben’ bis heute erhalten. Schmeichelei f. ‘Zärtlichkeit, überschwengliches Lob’ (17. Jh.). schmeichelhaft Adj. ‘angenehm, dem Selbstbewußtsein wohltuend’ (16. Jh.); vgl. mhd. smeichenhaft. Schmeichler m. ‘wer durch Lobhudelei seine Ziele erreichen will, Schönredner’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beweihräucherung · Schmus · Schöntuerei · schöne Worte  ●  Lobestirade(n)  abwertend · Schmeichelei  Hauptform · Süßholzraspelei  fig. · Gesülze  ugs. · Lobhudelei  ugs. · Lobtirade(n)  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schmeichelei‹ (berechnet)

Form fein hören plump sagen zart übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmeichelei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schmeichelei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie brauchen über die Schmeicheleien eines alten Mannes nicht zu erröten. [Böll, Heinrich: Billard um halb zehn, Leipzig: Insel-Verl. 1961 [1959], S. 98]
Nach den letzten Schmeicheleien, die mir gespendet wurden, fühlte ich, daß auch ich ein Wort sagen müsse. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8901]
Nichts anderes als Symbolik war das, wenn nicht gar übertriebene Schmeichelei. [Die Zeit, 20.08.2012, Nr. 34]
Wegen seiner Fähigkeit zur Schmeichelei wie zur Drohung wird er ebenso sehr gefürchtet wie respektiert. [Die Zeit, 03.10.2005, Nr. 40]
Mit den Schmeicheleien war es vorbei, kaum daß die Diskussion begonnen hatte. [Die Zeit, 22.07.1983, Nr. 30]
Zitationshilfe
„Schmeichelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmeichelei>.

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