Schmelze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmelze · Nominativ Plural: Schmelzen
Aussprache 
Worttrennung Schmel-ze
Wortbildung  mit ›Schmelze‹ als Letztglied: ↗Eisenschmelze · ↗Eisschmelze · ↗Frühjahrsschmelze · ↗Glasschmelze · ↗Kernschmelze · ↗Schneeschmelze · ↗Stahlschmelze
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Schmelzen
Beispiel:
Auch bei den verschiedenen Glasarten mit unterschiedlicher Schmelzdauer muß die Schmelze möglichst gemeinsam beendet werden [ Natur u. Heimat1955]
2.
durch Schmelzen entstandene Flüssigkeit
Beispiele:
im Hochofen, Tiegel eine Schmelze herstellen
die Schmelze (in einer Form) abkühlen, erstarren lassen
Nylon aus der Schmelze verspinnen
Granitische Schmelzen ... sind in die sedimentären Gesteine eingedrungen [ Natur u. Heimat1959]
3.
veraltet Schmelzhütte
Beispiel:
beim Wiederaufbau 1639 wurde dann eine weitere Schmelze eingebaut und mehrere Arbeiterwohnhäuser entstanden [ Natur u. Heimat1961]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmelzen1 · schmelzen2 · Schmelz · Schmelze
schmelzen1 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter ↗Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter ↗Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. ↗mild) der unter ↗mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum schmelzen2 Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schmelze · flüssiges Gestein
Synonymgruppe
Schmelze · ↗Schneeschmelze

Typische Verbindungen zu ›Schmelze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmelze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schmelze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So ähnlich machen es die Atome in geschmolzenem Glas, wenn man die Schmelze langsam abgekühlt.
Die Zeit, 04.06.2013, Nr. 23
Zudem kann der Laser an der Farbe der Schmelze deren Temperatur erkennen.
Die Welt, 06.02.2002
Kommt es jedoch zu einem solchen Schmelzen, so steigt das flüssige Material auf.
o. A. [ur.]: Lava-Ausbruch. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Es wird also die unterkühlte Schmelze mit einem ultramikrokristallinen System, wie es sich mechanisch ergeben würde, gleich gesetzt.
Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 14
Beim Werkzeugfüllvorgang umfließt die Schmelze den Kern zunächst ringförmig und steigt dann langsam nach oben.
Menges, Georg u. Mohren, Paul: Anleitung für den Bau von Spritzgießwerkzeugen, München: Hanser 1974, S. 98
Zitationshilfe
„Schmelze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmelze>, abgerufen am 22.09.2020.

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