Schmerbauch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmerbauch(e)s · Nominativ Plural: Schmerbäuche
Aussprache
WorttrennungSchmer-bauch
WortzerlegungSchmerBauch
Wortbildung mit ›Schmerbauch‹ als Grundform: ↗schmerbäuchig
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp
1.
Bauch mit starkem Fettansatz, besonders beim Mann
scherzhaft möge es dir zum Schmerbauch gedeihen!möge es dir recht gut bekommen!
2.
jmd., der 1 hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmieren1 · Schmer · Schmerbauch · Schmerling · Schmierfink · Schmiergeld · Schmieralien · anschmieren · Schmiere2 · schmierig · Schmirgel2
schmieren1 Vb. ‘(be)streichen, einfetten’, ahd. smirwen (8. Jh.), mhd. smirwen, smirn, smern ‘(ein)schmieren, salben’, übertragen ‘bestechen’, mnd. mnl. smēren, nl. smeren, aengl. smierwan, engl. to smear, anord. smyrva, smyrja, schwed. smörja ist eine Bildung (germ. *smierwijan) zum Substantiv (wa-Stamm) Schmer m. n. ‘Fett, Schweineschmalz’, ahd. smero (Genitiv smerwes) ‘Fett’ (8. Jh.), mhd. smer, asächs. smero, mnd. smēr, mnl. smēre, smeer, smāre, nl. smeer, aengl. smeoru, engl. smear (‘Schmiere, Fettfleck’), anord. smjǫr, smør ‘Butter, Fett’, schwed. smör ‘Butter’ (germ. *smerwa-); vgl. auch (mit dem Suffix ie. -tro- gebildetes) got. smaírþr ‘Fett’. Herkunft unbekannt. Eine Verbindung zu griech. smýris, smíris (σμύρις, σμίρις) ‘Schleif- und Poliermittel, Schmirgel’ ist unsicher, so daß Verwandtschaft mit letztlich auf dem Griech. beruhendem ↗Schmirgel (s. d.) fraglich bleibt. Schmerbauch m. ‘dicker Bauch, Träger eines dicken Bauches’ (16. Jh.). Schmerling m. eßbarer, mit schmierigem Schleim bedeckter Röhrenpilz (18. Jh.); vgl. Marzell 1, 615. Schmierfink m. ‘wer unsauber ist, unsauber schreibt’ (16. Jh.), zu schmieren ‘sudeln, unsauber schreiben’ (16. Jh.). Schmiergeld n. ‘Bestechungsgeld’ (17. Jh.). Schmieralien Plur. ‘Bestechungsgeschenke, - gelder’ (17. Jh.), ‘schlechtes Geschreibsel’ (18. Jh.), nach mit lateinischer Pluralendung scherzhaft gebildetem schmiralia (17. Jh.). anschmieren Vb. ‘besudeln’ (15. Jh.), ‘jmdm. etw. (durch Betrug) anhängen, aufhalsen’ (16. Jh.), ‘betrügen, übervorteilen’ (18. Jh.), reflexiv ‘sich (mit allen Mitteln) einschmeicheln’ (19. Jh.). Schmiere2 f. ‘Schmierfett’ (15. Jh.), ‘fettiger Schmutz’ (17. Jh.). Auch ‘schlechtes Theater, Wanderbühne’ (19. Jh.), anschließend an schmieren ‘unsauber schreiben’ (s. oben), danach ‘(inhaltlich) flüchtig, schlecht schreiben’ (18. Jh.), entsprechend ‘solche Stücke schlecht darbieten’. schmierig Adj. ‘fettig, schmutzig’ (16. Jh.). Eine eigenwillige Wortwahl der Studentensprache ist Schmirgel2 m. für den klebrigen Rückstand in der Tabakspfeife (18. Jh.), lautlich anklingend an den Wortstamm schmier- (wie in schmieren, schmierig, s. oben), danach landschaftlich (rhein., md.) auch Schmürgel, Schmurgel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(dicker) Bauch · Schmerbauch  ●  Feinkostgewölbe  ugs. · ↗Plauze  ugs. · Rettungsringe  ugs. · ↗Speckgürtel  ugs. · ↗Wampe  ugs. · ↗Wanst  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit der sechsten Klasse saßen sie nebeneinander, und Schmerbauch zog sie immer mit.
Die Zeit, 12.01.2009, Nr. 02
Was andere zum Außenseiter stempelt - Schmerbauch, Doppelkinn, Bulldoggengesicht - münzte er um zu seinem Nutzen.
Die Welt, 13.08.1999
Immerhin bleibt nur selten ein Schmerbauch in dem Spaltengewirr hängen, denn korpulente Leute läßt man erst gar nicht in den Dünndarm hinein.
Der Tagesspiegel, 27.02.1998
Die sehen dann eben nicht wie Gert Fröbe aus, aschblondes Haar und Schmerbauch, von der Sonne gerötetes Gesicht, aufgedunsen.
konkret, 1990
Heute schlurft er mit dem Schmerbauch eines Normalsterblichen an der Seite seiner Frau Claudia durch Havanna.
Bild, 22.01.2000
Zitationshilfe
„Schmerbauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmerbauch>, abgerufen am 23.04.2019.

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