Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schmerbauch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmerbauch(e)s · Nominativ Plural: Schmerbäuche
Aussprache 
Worttrennung Schmer-bauch
Wortzerlegung Schmer Bauch
Wortbildung  mit ›Schmerbauch‹ als Grundform: schmerbäuchig
eWDG

Bedeutung

salopp
1.
Bauch mit starkem Fettansatz, besonders beim Mann
scherzhaft möge es dir zum Schmerbauch gedeihen!möge es dir recht gut bekommen!
2.
jmd., der 1 hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmieren1 · Schmer · Schmerbauch · Schmerling · Schmierfink · Schmiergeld · Schmieralien · anschmieren · Schmiere2 · schmierig · Schmirgel2
schmieren1 Vb. ‘(be)streichen, einfetten’, ahd. smirwen (8. Jh.), mhd. smirwen, smirn, smern ‘(ein)schmieren, salben’, übertragen ‘bestechen’, mnd. mnl. smēren, nl. smeren, aengl. smierwan, engl. to smear, anord. smyrva, smyrja, schwed. smörja ist eine Bildung (germ. *smierwijan) zum Substantiv (wa-Stamm) Schmer m. n. ‘Fett, Schweineschmalz’, ahd. smero (Genitiv smerwes) ‘Fett’ (8. Jh.), mhd. smer, asächs. smero, mnd. smēr, mnl. smēre, smeer, smāre, nl. smeer, aengl. smeoru, engl. smear (‘Schmiere, Fettfleck’), anord. smjǫr, smør ‘Butter, Fett’, schwed. smör ‘Butter’ (germ. *smerwa-); vgl. auch (mit dem Suffix ie. -tro- gebildetes) got. smaírþr ‘Fett’. Herkunft unbekannt. Eine Verbindung zu griech. smýris, smíris (σμύρις, σμίρις) ‘Schleif- und Poliermittel, Schmirgel’ ist unsicher, so daß Verwandtschaft mit letztlich auf dem Griech. beruhendem Schmirgel1 (s. d.) fraglich bleibt. Schmerbauch m. ‘dicker Bauch, Träger eines dicken Bauches’ (16. Jh.). Schmerling m. eßbarer, mit schmierigem Schleim bedeckter Röhrenpilz (18. Jh.); vgl. Marzell 1, 615. Schmierfink m. ‘wer unsauber ist, unsauber schreibt’ (16. Jh.), zu schmieren ‘sudeln, unsauber schreiben’ (16. Jh.). Schmiergeld n. ‘Bestechungsgeld’ (17. Jh.). Schmieralien Plur. ‘Bestechungsgeschenke, - gelder’ (17. Jh.), ‘schlechtes Geschreibsel’ (18. Jh.), nach mit lateinischer Pluralendung scherzhaft gebildetem schmiralia (17. Jh.). anschmieren Vb. ‘besudeln’ (15. Jh.), ‘jmdm. etw. (durch Betrug) anhängen, aufhalsen’ (16. Jh.), ‘betrügen, übervorteilen’ (18. Jh.), reflexiv ‘sich (mit allen Mitteln) einschmeicheln’ (19. Jh.). Schmiere2 f. ‘Schmierfett’ (15. Jh.), ‘fettiger Schmutz’ (17. Jh.). Auch ‘schlechtes Theater, Wanderbühne’ (19. Jh.), anschließend an schmieren ‘unsauber schreiben’ (s. oben), danach ‘(inhaltlich) flüchtig, schlecht schreiben’ (18. Jh.), entsprechend ‘solche Stücke schlecht darbieten’. schmierig Adj. ‘fettig, schmutzig’ (16. Jh.). Eine eigenwillige Wortwahl der Studentensprache ist Schmirgel2 m. für den klebrigen Rückstand in der Tabakspfeife (18. Jh.), lautlich anklingend an den Wortstamm schmier- (wie in schmieren, schmierig, s. oben), danach landschaftlich (rhein., md.) auch Schmürgel, Schmurgel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(dicker) Bauch · Bierbauch · Schmerbauch  ●  Feinkostgewölbe  ugs., fig. · Plauze  ugs. · Rettungsringe  ugs., fig. · Speckgürtel  ugs. · Wampe  ugs. · Wanst  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›Schmerbauch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit der sechsten Klasse saßen sie nebeneinander, und Schmerbauch zog sie immer mit. [Die Zeit, 12.01.2009, Nr. 02]
Schmerbauch haben sie vor sechs Monaten die rechte große Zehe abgenommen. [Die Zeit, 15.11.1996, Nr. 47]
Bis dahin war mein kleiner Schmerbauch nie ein Thema gewesen. [Die Zeit, 26.12.1997, Nr. 1]
Den Schmerbauchs gehören mehrere Läden in der Region und das einzige Hotel in Wingerode. [Die Zeit, 19.09.2011, Nr. 38]
Ein Wohlstandsbürger kehrt den behaarten Schmerbauch heraus, die Züge verzerrt von wurstig aufgesetztem Selbstbewußtsein. [Die Zeit, 03.09.1976, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Schmerbauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmerbauch>.

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