Schmiere, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmiere · Nominativ Plural: Schmieren · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Schmie-re
Grundformschmieren
Wortbildung  mit ›Schmiere‹ als Erstglied: schmierig  ·  mit ›Schmiere‹ als Letztglied: Gelenkschmiere · Stiefelschmiere · Wagenschmiere

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp] ...
    1. 1. Schmiermittel
    2. 2. feuchter, glitschiger Schmutz
eWDG

Bedeutung

salopp
1.
Schmiermittel
Beispiel:
Schmiere im Kugellager
zähe Flüssigkeit in den Gelenken, die die gegenseitige Reibung der Knochen vermindert
Beispiel:
Die Natur hat vorgesorgt und die Gelenke mit einer vortrefflichen Schmiere versehen [ K. v. FrischLeben61]
Schuhcreme
Beispiel:
Daneben zwei Frauenhalbschuhe. Daneben ein offenes Büchschen Schmiere, ein paar Lappen [ SeghersSiebtes Kreuz4,168]
2.
feuchter, glitschiger Schmutz
Beispiele:
was ist das für eine Schmiere am Schuh!
der Regen […] verwandelte das Zeug [rötlichen Staub] in haftende Schmiere [ GaiserSchlußball38]
übertragen
Beispiel:
er sitzt ganz schön, ziemlich in der Schmiere (= befindet sich in einer misslichen Lage)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmieren1 · Schmer · Schmerbauch · Schmerling · Schmierfink · Schmiergeld · Schmieralien · anschmieren · Schmiere2 · schmierig · Schmirgel2
schmieren1 Vb. ‘(be)streichen, einfetten’, ahd. smirwen (8. Jh.), mhd. smirwen, smirn, smern ‘(ein)schmieren, salben’, übertragen ‘bestechen’, mnd. mnl. smēren, nl. smeren, aengl. smierwan, engl. to smear, anord. smyrva, smyrja, schwed. smörja ist eine Bildung (germ. *smierwijan) zum Substantiv (wa-Stamm) Schmer m. n. ‘Fett, Schweineschmalz’, ahd. smero (Genitiv smerwes) ‘Fett’ (8. Jh.), mhd. smer, asächs. smero, mnd. smēr, mnl. smēre, smeer, smāre, nl. smeer, aengl. smeoru, engl. smear (‘Schmiere, Fettfleck’), anord. smjǫr, smør ‘Butter, Fett’, schwed. smör ‘Butter’ (germ. *smerwa-); vgl. auch (mit dem Suffix ie. -tro- gebildetes) got. smaírþr ‘Fett’. Herkunft unbekannt. Eine Verbindung zu griech. smýris, smíris (σμύρις, σμίρις) ‘Schleif- und Poliermittel, Schmirgel’ ist unsicher, so daß Verwandtschaft mit letztlich auf dem Griech. beruhendem Schmirgel1 (s. d.) fraglich bleibt. Schmerbauch m. ‘dicker Bauch, Träger eines dicken Bauches’ (16. Jh.). Schmerling m. eßbarer, mit schmierigem Schleim bedeckter Röhrenpilz (18. Jh.); vgl. Marzell 1, 615. Schmierfink m. ‘wer unsauber ist, unsauber schreibt’ (16. Jh.), zu schmieren ‘sudeln, unsauber schreiben’ (16. Jh.). Schmiergeld n. ‘Bestechungsgeld’ (17. Jh.). Schmieralien Plur. ‘Bestechungsgeschenke, - gelder’ (17. Jh.), ‘schlechtes Geschreibsel’ (18. Jh.), nach mit lateinischer Pluralendung scherzhaft gebildetem schmiralia (17. Jh.). anschmieren Vb. ‘besudeln’ (15. Jh.), ‘jmdm. etw. (durch Betrug) anhängen, aufhalsen’ (16. Jh.), ‘betrügen, übervorteilen’ (18. Jh.), reflexiv ‘sich (mit allen Mitteln) einschmeicheln’ (19. Jh.). Schmiere2 f. ‘Schmierfett’ (15. Jh.), ‘fettiger Schmutz’ (17. Jh.). Auch ‘schlechtes Theater, Wanderbühne’ (19. Jh.), anschließend an schmieren ‘unsauber schreiben’ (s. oben), danach ‘(inhaltlich) flüchtig, schlecht schreiben’ (18. Jh.), entsprechend ‘solche Stücke schlecht darbieten’. schmierig Adj. ‘fettig, schmutzig’ (16. Jh.). Eine eigenwillige Wortwahl der Studentensprache ist Schmirgel2 m. für den klebrigen Rückstand in der Tabakspfeife (18. Jh.), lautlich anklingend an den Wortstamm schmier- (wie in schmieren, schmierig, s. oben), danach landschaftlich (rhein., md.) auch Schmürgel, Schmurgel.

Typische Verbindungen zu ›Schmiere‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmiere‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schmiere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der noch auf der Scheibe befindliche Staub ergibt zunächst eine undurchsichtige Schmiere, außerdem zerkratzt er die Scheibe. [o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 27]
Mitten in der braunen Schmiere zeigte sich eine blaßgelbe Stelle auf der Haut. [Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 165]
Die eine leimt, der andere klebt, ein Dritter steht Schmiere. [Die Zeit, 05.01.2009, Nr. 01]
Das Theater hat mit sich selber gescherzt, hat ironisch Schmiere gespielt. [Die Zeit, 18.03.1988, Nr. 12]
Von den Stiefeln mußte seine Frau sonnabends die Schmiere abkratzen. [Die Zeit, 08.03.1963, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Schmiere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmiere#1>.

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Schmiere, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schmiere · Nominativ Plural: Schmieren
Aussprache 
Worttrennung Schmie-re
Wortbildung  mit ›Schmiere‹ als Erstglied: Schmierenkomödiant · Schmierenkomödie · Schmierenschauspieler · Schmierentheater
 ·  mit ›Schmiere‹ als Letztglied: Provinzschmiere · Wanderschmiere
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend minderwertiges, kleines Theater; primitive Wanderbühne
Beispiele:
er hatte als Schauspieler bei einer Schmiere angefangen
Wenn er [der Darsteller des Striese] in seiner großen Szene mit Dr. Neumeister mit allem Künstlerstolz die Bedeutung der so mißachteten Schmiere verteidigte, blieb das Publikum ganz still [ WildenhainSchauspieler76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmieren1 · Schmer · Schmerbauch · Schmerling · Schmierfink · Schmiergeld · Schmieralien · anschmieren · Schmiere2 · schmierig · Schmirgel2
schmieren1 Vb. ‘(be)streichen, einfetten’, ahd. smirwen (8. Jh.), mhd. smirwen, smirn, smern ‘(ein)schmieren, salben’, übertragen ‘bestechen’, mnd. mnl. smēren, nl. smeren, aengl. smierwan, engl. to smear, anord. smyrva, smyrja, schwed. smörja ist eine Bildung (germ. *smierwijan) zum Substantiv (wa-Stamm) Schmer m. n. ‘Fett, Schweineschmalz’, ahd. smero (Genitiv smerwes) ‘Fett’ (8. Jh.), mhd. smer, asächs. smero, mnd. smēr, mnl. smēre, smeer, smāre, nl. smeer, aengl. smeoru, engl. smear (‘Schmiere, Fettfleck’), anord. smjǫr, smør ‘Butter, Fett’, schwed. smör ‘Butter’ (germ. *smerwa-); vgl. auch (mit dem Suffix ie. -tro- gebildetes) got. smaírþr ‘Fett’. Herkunft unbekannt. Eine Verbindung zu griech. smýris, smíris (σμύρις, σμίρις) ‘Schleif- und Poliermittel, Schmirgel’ ist unsicher, so daß Verwandtschaft mit letztlich auf dem Griech. beruhendem Schmirgel1 (s. d.) fraglich bleibt. Schmerbauch m. ‘dicker Bauch, Träger eines dicken Bauches’ (16. Jh.). Schmerling m. eßbarer, mit schmierigem Schleim bedeckter Röhrenpilz (18. Jh.); vgl. Marzell 1, 615. Schmierfink m. ‘wer unsauber ist, unsauber schreibt’ (16. Jh.), zu schmieren ‘sudeln, unsauber schreiben’ (16. Jh.). Schmiergeld n. ‘Bestechungsgeld’ (17. Jh.). Schmieralien Plur. ‘Bestechungsgeschenke, - gelder’ (17. Jh.), ‘schlechtes Geschreibsel’ (18. Jh.), nach mit lateinischer Pluralendung scherzhaft gebildetem schmiralia (17. Jh.). anschmieren Vb. ‘besudeln’ (15. Jh.), ‘jmdm. etw. (durch Betrug) anhängen, aufhalsen’ (16. Jh.), ‘betrügen, übervorteilen’ (18. Jh.), reflexiv ‘sich (mit allen Mitteln) einschmeicheln’ (19. Jh.). Schmiere2 f. ‘Schmierfett’ (15. Jh.), ‘fettiger Schmutz’ (17. Jh.). Auch ‘schlechtes Theater, Wanderbühne’ (19. Jh.), anschließend an schmieren ‘unsauber schreiben’ (s. oben), danach ‘(inhaltlich) flüchtig, schlecht schreiben’ (18. Jh.), entsprechend ‘solche Stücke schlecht darbieten’. schmierig Adj. ‘fettig, schmutzig’ (16. Jh.). Eine eigenwillige Wortwahl der Studentensprache ist Schmirgel2 m. für den klebrigen Rückstand in der Tabakspfeife (18. Jh.), lautlich anklingend an den Wortstamm schmier- (wie in schmieren, schmierig, s. oben), danach landschaftlich (rhein., md.) auch Schmürgel, Schmurgel.

Verwendungsbeispiele für ›Schmiere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die eine leimt, der andere klebt, ein Dritter steht Schmiere. [Die Zeit, 05.01.2009, Nr. 01]
Das Theater hat mit sich selber gescherzt, hat ironisch Schmiere gespielt. [Die Zeit, 18.03.1988, Nr. 12]
In diesem Sinn beschwört der Film die Lust in und an der Geschichte, in der Tradition des Theaters, mit der Tendenz zur Schmiere. [Süddeutsche Zeitung, 29.09.1994]
Man kommt aus dem Probieren und Schmieren und Parfümieren und Regenerieren gar nicht mehr heraus. [Süddeutsche Zeitung, 11.09.2001]
Unbekannt ist noch ein dritter Mann, der vermutlich während des Verbrechens Schmiere gestanden hat. [Die Welt, 24.09.2003]
Zitationshilfe
„Schmiere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmiere#2>.

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Schmiere, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Schmie-re
eWDG

Bedeutung

salopp (für jmdn., bei etw.) Schmiere stehen (= bei einer verbotenen, ungesetzlichen Handlung Wache stehen, aufpassen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmiere1 f. ‘Wache’, nur redensartlich Schmiere stehen ‘Wache halten, aufpassen’ (bei gesetzwidrigen Vorhaben), nach Wendungen wie rotw. (auf der) Schme(h)re stehen (18. Jh.), Schmi(e)re halten (19. Jh.) ‘beim Stehlen, bei einem Einbruch Wache schieben’; vgl. jidd. schmire ‘Bewachung, Wächter’, hebr. šemīrah ‘Wache, Bewachung’.

Verwendungsbeispiele für ›Schmiere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die eine leimt, der andere klebt, ein Dritter steht Schmiere. [Die Zeit, 05.01.2009, Nr. 01]
In diesem Sinn beschwört der Film die Lust in und an der Geschichte, in der Tradition des Theaters, mit der Tendenz zur Schmiere. [Süddeutsche Zeitung, 29.09.1994]
Man kommt aus dem Probieren und Schmieren und Parfümieren und Regenerieren gar nicht mehr heraus. [Süddeutsche Zeitung, 11.09.2001]
Unbekannt ist noch ein dritter Mann, der vermutlich während des Verbrechens Schmiere gestanden hat. [Die Welt, 24.09.2003]
Diagnostisch ist das "freie Schmieren ohne jede Einschränkung" genau so bedeutsam wie das "freie Schmieren mit Einschränkung". [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 206]
Zitationshilfe
„Schmiere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmiere#3>.

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