Schmiss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmisses · Nominativ Plural: Schmisse
Aussprache 
Ungültige Schreibung Schmiß
Rechtschreibregel § 2
eWDG

Bedeutung

Narbe einer beim Fechten in einer schlagenden Verbindung empfangenen Wunde
Beispiel:
ein blonder Riese mit langen Schmissen von Mensuren im Gesicht [ RennKindheit24]
von einem Hieb herrührende Wunde
Beispiel:
der Schmiß schmerzte noch ganz empfindlich [ ViebigTägl. Brot389]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmeißen1 · schmeißen2 · Schmiß · schmissig · Geschmeiß · Schmeißfliege · Schmeiße
schmeißen1 Vb. ‘werfen, schleudern’. Das starke Verb ahd. smīʒan ‘aufstreichen, schmieren’ (um 1000; vgl. bismīʒan, 8. Jh., ūʒsmīʒan, 9. Jh.), mhd. smīʒen ‘streichen, schmieren, schlagen’, asächs. bismītan ‘beflecken’, mnd. smīten ‘schlagen, werfen, schleudern’, mnl. smīten ‘schlagen, werfen’, nl. smijten, afries. smīta, aengl. smītan ‘beschmieren, besudeln’, engl. to smite (dichterisch) ‘schlagen, treffen’, got. bismeitan ‘bestreichen’, gasmeitan ‘aufstreichen’ (germ. *smītan) läßt sich an eine Dentalerweiterung ie. *smeid- der Wurzel ie. *smē-, *smēi- ‘schmieren, darüberwischen, -streichen, darüber hinreiben’ anschließen, zu der auch die unter Schmach und schmeicheln (s. d.) aufgeführten Wortformen gehören. Die beiden divergierenden Grundbedeutungen ‘streichen, schmieren’ und ‘werfen, schlagen’ lassen sich am ehesten aus der Lehmbauweise erklären, indem der Lehm zuerst in die Wand bzw. das Flechtwerk geworfen und dann glattgestrichen wird. In der Studentensprache entsteht die Wendung ein Faß Bier, eine Runde schmeißen ‘spendieren’ (19. Jh., eigentlich wohl ‘das Geld dafür auf den Tisch werfen’?). Daneben steht schwach flektierendes schmeißen2 Vb. ‘besudeln, Kot abwerfen’ besonders von Vögeln (15./16. Jh., danach noch in südd. Mundarten), ahd. bismeiʒen ‘besudeln’ (um 1000), mhd. gesmeiʒen. Schmiß m. ‘Hieb, Schlag’ (17. Jh.), in der Studentensprache ‘bei der Mensur durch Säbel oder Degen entstandene Wunde, Narbe’ (19. Jh.), zu schmeißen1 in der alten Bedeutung ‘schlagen’ (s. oben). schmissig Adj. ‘voller Narben’ (Studentensprache, 19. Jh.), ‘voller Schwung, verwegen’ (Gaunersprache, Mitte 19. Jh.). Geschmeiß n. ‘Ungeziefer, Gesindel, Pack’ (16. Jh.), mhd. gesmeiʒe ‘Unrat, Kot (von Tieren), Brut, Gezücht, Insekteneier (besonders von Fleischfliegen)’; Schmeißfliege f. ‘Fleischfliege’ (16. Jh.), vielleicht verdeutlichende Zusammensetzung zu gleichbed. (allerdings erst später bezeugtem) Schmeiße f. (17. Jh.); beide Bildungen zu schmeißen2 ‘besudeln, Kot abwerfen’, da Insekteneier teils als Kot angesehen, teils damit verglichen werden. Vgl. Pfeifer Tiernamen 713 f.

Verwendungsbeispiele für ›Schmiss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunächst galt der schlanke Manager mit dem langen Schmiss als weitgehend unbeschriebenes Blatt. [Süddeutsche Zeitung, 08.03.2000]
Er war dreißig Jahre alt, durch Schmisse gekennzeichnet, verheiratet, sein Sohn zählte sieben Monate. [konkret, 1997]
Wenn das gründliche Können fehlt, wird mit "genialem Schmiß" nachgeholfen. [Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 114]
Die Idee war: Wir wollen miteinander reden, und wir brauchen keinen Schmiss, um Mut zu zeigen. [Die Zeit, 11.01.2010, Nr. 02]
Der Minister Messerschmidt war ein alter querköpfiger Herr, ebenfalls mit solchen Schmissen. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 929]
Zitationshilfe
„Schmiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmiss#1>.

Weitere Informationen …

Schmiss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmisses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Ungültige Schreibung Schmiß
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›Schmiss‹ als Grundform: schmissig
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Schwung, Lebendigkeit
Beispiele:
diese Musik, der neue Tanz hat Schmiss
ein neues Lied mit (viel) Schmiss
die Kapelle spielt mit Schmiss
mit Schmiss tanzen
Schmiss in die Sache bringen
die Schauspieler geben durch ihr flottes Spiel dem Stück künstlerischen Schmiss
in der Zeichnung liegt Schmiss
die Kleidung hat Schmiss (= hat eine besonders flotte modische Note, Linienführung)

Verwendungsbeispiele für ›Schmiss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunächst galt der schlanke Manager mit dem langen Schmiss als weitgehend unbeschriebenes Blatt. [Süddeutsche Zeitung, 08.03.2000]
Er war dreißig Jahre alt, durch Schmisse gekennzeichnet, verheiratet, sein Sohn zählte sieben Monate. [konkret, 1997]
Wenn das gründliche Können fehlt, wird mit "genialem Schmiß" nachgeholfen. [Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 114]
Die Idee war: Wir wollen miteinander reden, und wir brauchen keinen Schmiss, um Mut zu zeigen. [Die Zeit, 11.01.2010, Nr. 02]
Der Minister Messerschmidt war ein alter querköpfiger Herr, ebenfalls mit solchen Schmissen. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 929]
Zitationshilfe
„Schmiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmiss#2>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schmirgelscheibe
Schmirgelpapier
Schmirgel
Schminkwurz
Schminkvideo
Schmissigkeit
Schmissnarbe
Schmitz
Schmitze
Schmock