Schmus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmuses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

salopp schöne Worte, Gerede
Beispiele:
pathetischer, schöner Schmus
(nicht viel) Schmus machen
jmdm. Schmus vormachen
Jetzt reden wir mal ohne Schmus [ SakowskiWege7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmu · Schmus · schmusen
Schmu m. ‘Vorteil, unredlicher Gewinn’, auch ‘Schwindel, Gerede’ (18. Jh.), vorwiegend in der Wendung Schmu machen ‘auf unlauteren Gewinn bedacht sein, betrügen’, in der Studentensprache ‘schöne Worte machen’ (ebenfalls 18. Jh.), landschaftlich ‘Unwahres sprechen oder tun’, vgl. rotw. Schmuh ‘Profit, Gewinn niederer, unreeller Art’ (erworben durch Gerede und Geschwätz). Aus dem Jüd.-Dt. in der Umgangssprache allgemein verbreitet. Zugrunde liegt hebr. šemū‛ah ‘Erzählung, Kunde, Gerücht’, auf dessen Plur. šemū‛ot ‘Erzählungen, Neuigkeiten’ ebenfalls verbreitetes Schmus m. ‘umständliches Gerede, Geschwätz, Schmeichelei’, auch ‘Gewinn, Vorteil beim Handel’ beruht (18. Jh.); vgl. rotw. Schmus ‘Erzählung, Unterhaltung, Geschwätz’. schmusen Vb. ‘erzählen, schwatzen, herumreden, sich anbiedern, schönreden, schöntun, zärtlich sein’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
leere Worte · leeres Gerede  ●  Gesäusel  abwertend · Blabla  ugs. · Dummdeutsch  fachspr. · Geblubber  ugs. · Gefasel  ugs., abwertend · Gelaber  ugs. · Gemunkel  ugs. · Geplänkel  ugs. · Gerede  ugs. · Geschwafel  ugs., abwertend · Geschwalle  ugs. · Geschwurbel  ugs. · Geschwätz  ugs., Hauptform · Geseire  ugs. · Gesülze  ugs., abwertend · Gewäsch  ugs., abwertend · Luftblasen  ugs., fig. · Schein-Tiefsinn  fachspr., psychologisch · Schmus  ugs. · Sermon  ugs. · hohle Phrasen  ugs. · warme Worte  ugs., ironisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Beweihräucherung · Schmus · Schöntuerei · schöne Worte  ●  Lobestirade(n)  abwertend · Schmeichelei  Hauptform · Süßholzraspelei  fig. · Gesülze  ugs. · Lobhudelei  ugs. · Lobtirade(n)  geh., abwertend
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Schmus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er auch vorbestraft ist, er wird schon seinen Schmus überall anlegen, das kann er. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 233]
Das ist kein Schmus von mir, das ist meine feste Überzeugung. [Bild, 26.08.2002]
Wenn ich das Wort Seele höre, wittere ich allemal Schmus. [Die Zeit, 28.09.1973, Nr. 40]
Um diese Frage ohne Schmus beantworten zu können, bat ich den Verlag um glasklare Verkaufszahlen. [Die Zeit, 02.10.2000, Nr. 40]
Für die Arbeitnehmer bei AEG‑Olympia ist dies nur noch Schmus. [Die Zeit, 18.10.1991, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Schmus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schmus>.

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