Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schnörkel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnörkels · Nominativ Plural: Schnörkel
Aussprache 
Worttrennung Schnör-kel
Wortbildung  mit ›Schnörkel‹ als Erstglied: Schnörkelbuchstabe · Schnörkelschrift · schnörkelhaft · schnörkelig · schnörkellos · schnörklig
 ·  mit ›Schnörkel‹ als Grundform: Schnörkelei
eWDG

Bedeutung

sich windende, spiralige Verzierung
a)
Verzierung an Gegenständen
Beispiele:
reichgeschnitzte Möbel mit vielen Schnörkeln und Rankenwerk
sie mühte sich mit den Schnörkeln eines Stickmusters ab
b)
geschwungene Linie beim Zeichnen, bei der Schrift, besonders unter der Unterschrift
Beispiele:
er setzte einen riesigen Schnörkel unter seine Unterschrift
Die ›reine‹ Linie der Italiener behält für ihn etwas Fremdes, er braucht den Schnörkel [ WölfflinDürer237]
Mit liebevollen Schnörkeln malte ich den Titel meines künftigen Werkes [ Kisch2,1,532]
c)
unnötige Verzierung der Rede durch sprachliche Mittel, Floskel
Beispiel:
sein Stil war mit Abschweifungen und Schnörkeln überladen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnörkel · schnörkeln · verschnörkeln
Schnörkel m. ‘Verzierung in gewundenen Linien’; Herkunft ungewiß. Belegt ist Schnirkel, Schnörckel, Schnörken (16. Jh.), dann auch Schnerkel, Schnorkel, Schnorchel, Schnörchel ‘Schnecken-, Schlangenlinie, gewundene (oft als unnötig empfundene) Verzierung’ (17. und 18. Jh.); im 18. Jh. beginnt Schnörkel sich in der Literatursprache durchzusetzen. Vielleicht besteht ein Zusammenhang mit westmd. (mundartlich) Schnägel, Schnegel ‘Schnecke’ (s. Schnecke), vgl. dazu westmd. Schnögel ‘Schneckenlinie’ (17. Jh.). Eine vermutete Vermischung von Schnögel mit nd. Snirre, hd. Schnirre ‘Schlinge’ und mit Zirkel (s. d.) bleibt allerdings zweifelhaft. – schnörkeln Vb. ‘mit gewundenen Linien (übertrieben) verzieren’ (17. Jh.). verschnörkeln Vb. ‘(geschmacklos, übertrieben) verzieren’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Chichi · Flitterkram · Kinkerlitzchen · Schnörkel · Tand · Verzierungen  ●  Glitzer(kram)  ugs., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schnörkel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnörkel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schnörkel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier sollte man lieber ein paar rhetorische Schnörkel zuviel anbringen als zu wenig tun. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 458]
Sie spielen ohne große Schnörkel ", sagte Veh über den Gegner. [Die Zeit, 08.03.2013 (online)]
Gewiß hat dieser Schnörkel mit den Erfahrungen des Mai 1914 wenig zu tun. [Die Zeit, 16.08.1963, Nr. 33]
Einfache klangliche Linien umgeben sie, nah am Minimum der Schnörkel. [Süddeutsche Zeitung, 01.03.2001]
Authentisch nennt man das jetzt in der Politik, die Fähigkeit lebensecht zu wirken, gar nicht gekünstelt, ohne Schnörkel, offen raus. [Süddeutsche Zeitung, 11.04.2000]
Zitationshilfe
„Schnörkel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schn%C3%B6rkel>.

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