Schnack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnack(e)s · Nominativ Plural: Schnacke/Schnäcke
Aussprache
Wortbildung mit ›Schnack‹ als Letztglied: ↗Klönschnack · ↗Schnickschnack
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch, umgangssprachlich
1.
Unterhaltung, Plauderei
Beispiele:
einen kleinen Schnack halten
ich habe keine Lust, bei diesem Wind einen langen Schnack zu machen
2.
abwertend leeres Gerede, Unsinn
Beispiele:
fauler Schnack
glaubst du an den Schnack?
das ist ja alles nur Schnack
»... Von irgendwann an ist keine Geschichte mehr lustig.« »Das ist ja nun auch so'n Schnack« [H. KantAula377]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnacken · Schnack · Schnickschnack
schnacken Vb. ‘plaudern, schwatzen’, ein nd. Wort, seit dem 16. Jh. auch in der Literatursprache. Mnd. snacken ‘sprechen, plaudern, schwatzen’, mnl. snacken ‘nach etw. haschen, schwatzen’, nl. snakken ‘schnappen, verlangen, sich sehnen’ stehen mit expressiver Konsonantendopplung neben nl. snaken ‘gierig nach etw. verlangen’, anord. snaka ‘schnüffeln, wittern’, isl. snaka ‘herumschnüffeln’. Lautmalende Bildungen mit anlautendem germ. sn- (s. ↗Schnabel). Schnack m. ‘Schwatz, Plauderei, Geschwätz’ (18. Jh.), Elsterschnak ‘Geplapper der Elstern’ (17. Jh.), mnd. snak ‘Gerede, Geschwätz, Klatsch, Unsinn’. Schnickschnack m. ‘Geschwätz, Unsinn’ (18. Jh.), nd. Snicksnack, reduplizierende Ablautbildung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geplauder · ↗Konversation · ↗Plauderei · ↗Plausch · ↗Smalltalk · unverbindliches Geplapper  ●  ↗Quatscherei  ugs. · Rumgequatsche  ugs. · Sabbelei  ugs. · Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schwatz  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele kenne ich besser, trinke mal einen Kaffee mit ihnen und halte einen kurzen Schnack.
Bild, 17.08.2005
Schnack hofft immerhin, daß die Einleger zu 50 Prozent befriedigt werden können.
Die Zeit, 16.03.1973, Nr. 12
Lehrer Schnack ist als Gesprächspartner auch bedeutend ergiebiger als seinerzeit der Urgroßvater.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 225
Denn sie setzten ihr Leben für die Sache des Volkes gegen seine Unterdrücker ein, und dergleichen Schnack mehr.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 304
So finden Freunde und Bekannte sich auch heute zusammen, ohne besondere Einladung, nur so mal zum »kleinen Schnack«.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 261
Zitationshilfe
„Schnack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnack>, abgerufen am 15.12.2019.

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