Schnake, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schnake · Nominativ Plural: Schnaken
Aussprache
WorttrennungSchna-ke
Wortbildung mit ›Schnake‹ als Letztglied: ↗Rheinschnake
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
große, langbeinige, nicht stechende Mücke
2.
landschaftlich Stechmücke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnake1 f. ‘Stechmücke’, landschaftlich (westmd.) auch ‘Fliege’, mhd. snāke m. f. (seit dem 18. Jh. vorwiegend f.). Vergleichbar sind anord. snaga ‘Axt mit hervorragenden Ecken’ (vgl. anord. snaghyrnd øx ‘Axt mit einem gebogenen, in zwei scharfe Spitzen auslaufenden Blatt’), norw. (mundartlich) snage ‘hervorspringende Spitze, Landzunge’, engl. (aus dem Skandinav. entlehnt) snag ‘Knorren’. Es handelt sich um lautmalende Bezeichnungen mit anlautendem germ. sn- für etw. Spitzzulaufendes wie (Stech)rüssel bzw. Axtblätter (s. ↗Schnabel).

Schnecke · Schnegel · Schnake2 · Schneckengang · Schneckenpost · Schneckenlinie · Schneckenrad
Schnecke f. Name eines sehr langsam kriechenden Weichtieres, von dem viele Arten mit einem Gehäuse ausgestattet sind, ahd. sneggo m. (9. Jh.), mhd. snecke, snegge m. (vgl. obd. Schneck m.), mnd. snigge, snicke f. m., mengl. snegge führen mit intensiver Doppelkonsonanz auf germ. *sneg-, snek-. Daneben stehen mit l-Suffix anord. snigill m., schwed. snigel (aus germ. *snegila-) und ablautend Schnegel m. frühnhd. snegel m., nhd. (mundartlich westmd.) Schnägel, Schnegel m., (omd.) Schniegel m., asächs. snegil m., mnd. snēgel f., aengl. snæg(e)l m., engl. snail (aus germ. *snagila-). Verwandt ist ein in ahd. snahhan ‘schleichen, gleiten’ (9. Jh.; vgl. thuruhsnahhan, 8. Jh.) erhaltenes starkes Verb germ. *snakan ‘kriechen, gleiten’, zu dem im Sinne von ‘Kriecher(in)’ Bezeichnungen für ‘Schlange, Natter’ gehören wie mnd. snāke, nhd. (landschaftlich) Schnake2 f. ‘(Ringel)natter’, aengl. snaca, engl. snake, nl. snaak, anord. (dehnstufig) snākr, schwed. snok. Auch für Schnecke muß daher eine Ausgangsbedeutung ‘der, die Kriechende’ angenommen werden. Außergerm. Verwandte finden sich (bis auf ein zweifelhaftes air. snāigech ‘kriechend’) nicht. Mit beginnendem Nhd. nimmt Schnecke feminines Genus an. Auf die langsame Fortbewegungsart der Schnecke weisen Komposita wie Schneckengang m. (18. Jh.), Schneckenpost f. (17. Jh.); an die Windungen eines Schneckenhauses knüpfen an Schneckenlinie f. (17. Jh.), Schneckenrad n. (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mücke

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnake‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind größer und fliegen noch leiser als die Schnaken.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 132
Und offenbar hat es dort viele Schnaken gegeben, wie häufig am Wasser.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004
Pass auf, eben habe ich zwei Schnaken im Luftkampf unschädlich gemacht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 01.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Hier herrscht ein Verhältnis wie zwischen einem Elefanten und einer Schnake.
Die Welt, 22.10.2001
Träger der Krankheitsbakterien waren Fliegen, Springschwänze, fliegende Ameisen, Schnaken, Spinnen, Fische, Vögel, Kaninchen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]
Zitationshilfe
„Schnake“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnake>, abgerufen am 06.12.2019.

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