Schnalle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schnalle · Nominativ Plural: Schnallen
Aussprache
WorttrennungSchnal-le
Wortbildung mit ›Schnalle‹ als Erstglied: ↗Schnallenschuh  ·  mit ›Schnalle‹ als Letztglied: ↗Gürtelschnalle · ↗Hosenschnalle · ↗Ordensschnalle · ↗Schuhschnalle · ↗Stahlschnalle · ↗Türschnalle
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Vorrichtung an Riemen, Gürteln mit einem oder zwei Schlitzen, durch die das entgegengesetzte Ende des Riemens geführt und durch einen beweglichen Stachel festgehalten wird
Beispiele:
eine silberne, mit Stoff überzogene Schnalle
Hornknöpfe mit passender Schnalle
die Schnalle auf dem Schuh drückt (mich)
die Schnalle aufmachen, zumachen, öffnen, schließen
2.
süddeutsch, österreichisch Türklinke
Beispiel:
die Schnalle putzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnalle · schnallen
Schnalle f. ‘mit einem beweglichen Teil versehene Schließvorrichtung (an Riemen, Gürteln, Kleidern u. ä.)’, mhd. snalle, auch ‘Mund, altes geschwätziges Weib’, gehört wohl als Ablautbildung wie mhd. snal m. ‘rasche, schnelle Bewegung und der dabei entstehende Laut’, snallen ‘(sich) mit einem schnappenden Geräusch schnell bewegen, schwatzen’, dann auch ‘krachen, knallen’, zu dem unter ↗schnell (s. d.) behandelten Adjektiv. schnallen Vb. ‘mit einer Schnalle schließen oder festmachen, mit Gurten, Riemen befestigen’ (17. Jh.). Redensartlich den Gürtel, Riemen fester, enger schnallen ‘sich im Essen einschränken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Türgriff · ↗Türklinke  ●  Schnalle  österr. · ↗Türschnalle  österr.
Synonymgruppe
Schnalle · ↗Spange
Unterbegriffe
  • Bandschnalle · Interimspange  ●  Bandspange  veraltet · Feldschnalle  veraltet · Interimsspange  veraltet · ↗Ordensspange  österr. · Ribbon  schweiz. · kleine Ordenspange  veraltet
Synonymgruppe
(eine) Eva · ↗(eine) Sie · ↗Dame · ↗Evastochter · ↗Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · ↗Weibsbild · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  ↗Frau  Hauptform · ↗Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · ↗Weib  veraltend · weibliches Wesen  scherzhaft · ↗Braut  ugs., salopp · ↗Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · ↗Kalle  derb, Gaunersprache · ↗Lady  ugs., salopp, engl. · ↗Mutti  ugs. · ↗Perle  ugs., regional, salopp · Schnalle  ugs., salopp · ↗Tante  ugs. · ↗Trine  ugs., schimpfwort, selten · ↗Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · ↗Weibsperson  ugs. · ↗Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Schnalle  ugs., salopp

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Gurt Gürtel Knopf Ledergürtel Reißverschluß Riemchen Riemen Ring Schleife Schuh Sicherheitsgurt Skischuh Spange Stiefel befestigen dick glänzend golden silbern sogenannt verzieren zieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnalle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor 1791 war die Reparatur der Schnalle eindeutig so nicht durchführbar.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 110
Kann man in die Schnalle auch den Namen des Kindes eingravieren lassen?
Die Zeit, 16.07.2001, Nr. 29
Ansonsten, so meint sie, sei sie die schärfste Schnalle im Raum.
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2000
Aber kaum auf der Straße, foltern sie dich wieder von oben und unten mit ihren Schnallen.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 390
Als eine massige Hand die Schnalle fand, sprengte der Flügel endlich auf.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 67
Zitationshilfe
„Schnalle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnalle>, abgerufen am 06.12.2019.

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