Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schnapphahn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnapphahn(e)s · Nominativ Plural: Schnapphähne
Aussprache 
Worttrennung Schnapp-hahn
Wortzerlegung schnappen Hahn1
eWDG

Bedeutung

historisch Wegelagerer
Beispiel:
Er wurde aber unterwegs von adligen Schnapphähnen angefallen [ KlabundBracke38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnappen · überschnappen · übergeschnappt · schnapp · Schnapphahn · Schnappschuß
schnappen Vb. ‘(mit Mund, Maul, Schnauze, Schnabel bzw. vergleichbaren Geräten geräuschvoll) ergreifen und festhalten, zupacken, eine schnell zufassende Bewegung machen, schnell zuklappen’, mhd. snappen intransitiv ‘schnappen, wanken, plaudern, schwatzen’, transitiv ‘jmdn., etw. packen, angreifen, schnappend essen bzw. fressen’, mnd. snappen ‘nach Atem schnappen, plappern, schwatzen’, mnl. snappen ‘schwatzen’, nl. snappen ‘erhaschen, verstehen, schwatzen’ stehen mit expressiver Konsonantendopplung neben mhd. snaben, auch (md.) sneben ‘schnelle und klappernde Bewegungen machen, schnauben, hüpfen, stolpern, wanken’, transitiv ‘stoßen’, nl. (mundartlich) snāpen ‘schnappen’, fläm. snaperen ‘naschen’, anord. snapa ‘schnappen’, isl. snapa, auch ‘schmarotzen’. Sämtlich lautmalende Bildungen (s. auch einen anderen Vokal aufweisendes schnippen) mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel). überschnappen Vb. ‘fehlerhaft einrasten, überdrehen’ (17. Jh.), von der Stimme ‘sich überschlagen’ (18. Jh.), vom Verstand ‘ein bißchen verrückt werden’ (Anfang 19. Jh.). übergeschnappt Part.adj. ‘wirr im Kopf’ (19. Jh.). schnapp Interjektion ein schnappendes Geräusch nachahmend; dazu mit Sekundärablaut schnippschnapp (15. Jh.), mhd. snippensnap. Schnapphahn m. ‘berittener Wegelagerer’ (15. Jh.), dann ‘Dieb, Wegelagerer’ überhaupt (16. Jh.), zu schnappen ‘schnell zufassen’ und Hahn ‘kecker Kerl’. Vgl. mhd. snap m. ‘das Schnappen, Straßenraub, Geschwätz’. Schnappschuß m. schnell zupackender Schuß (Jägersprache), abgefeuert ohne genaues Anvisieren auf ein sich rasch bewegendes Nahziel (19. Jh.); ‘Momentaufnahme’ mit dem Fotoapparat (1. Hälfte 20. Jh.), nach engl. snapshot (vgl. aus dem Mnd. oder Mnl. entlehntes engl. to snap ‘schnappen’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Straßenräuber · Wegelagerer  ●  Strauchdieb  veraltend · Schnapphahn  fachspr., historisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Schnapphahn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ein flüchtiger Schnapphahn das brunnenartige Becken erreichte, konnte er den Häschern eine Nase drehen. [Die Zeit, 15.01.1990, Nr. 03]
Zitationshilfe
„Schnapphahn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnapphahn>.

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