Schnapsdrossel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungSchnaps-dros-sel (computergeneriert)
WortzerlegungSchnapsDrossel2
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drossel2 · Drosselbart · Schnapsdrossel · drosseln · erdrosseln
Drossel2 f. ‘Kehle des Wildes’ (Jägersprache), ‘Vorrichtung zur Verringerung der Dampf-, Gas-, Treibstoffzufuhr’ (Technik). Neben ahd. throʒʒa ‘Kehle, Gurgel’ (10. Jh.), mhd. droʒʒe, aengl. þrote, þrotu, engl. throat und den l-Ableitungen mhd. droʒʒel, engl. throttle (westgerm. *þrutō-) stehen mit s-mobile anlautende Formen wie mhd. stroʒʒe, asächs. strota, mnd. mnl. strōte, strotte, nl. strot (westgerm. *strutō-). Sie sind verwandt mit mhd. drüʒʒel, anord. þrūtr ‘Schnauze’, anord. þrūtinn ‘geschwollen’, nhd. ↗strotzen (s. d.), ferner mit lat. strūma (aus *strūdmā) ‘Anschwellung der Drüsen, dicker Hals, Kropf’ und führen über ie. *(s)trū̌d- ‘Angeschwollenes, Hervorstehendes’ auf die Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im 17. Jh. verschwindet Drossel allmählich aus der Literatursprache, hält sich jedoch als jägersprachlicher Ausdruck sowie im Namen der Märchenfigur König Drosselbart (‘der mit einem Kehlbart’) und in der scherzhaften Bildung Schnapsdrossel f. (‘wer gern trinkt’). Im 19. Jh. wird das technische Fachwort Drossel aus dem Verbum (s. unten) zurückgewonnen. drosseln Vb. ‘die Kehle zuschnüren, würgen’ (15. Jh.), ‘Gas-, Dampf-, Treibstoffzufuhr u. dgl. vermindern’, daher auch die ‘Geschwindigkeit verringern, bremsen’ (Ende 19. Jh.). erdrosseln Vb. ‘durch Zuschnüren der Kehle töten’ (17. Jh.).

Thesaurus

Medizin, Psychologie
Synonymgruppe
Alkoholabhängiger · ↗Alkoholiker · Alkoholkranker · ↗Trinker · Trunksüchtiger · ↗Zecher  ●  Bsuff  bair., österr. · ↗Alki  ugs. · ↗Bacchant  geh., griechisch, lat. · ↗Bierdimpfl  ugs., bair. · Gamma-Trinker  fachspr. · ↗Saufbold  derb · ↗Saufbruder  ugs. · ↗Schlucker  ugs. · ↗Schluckspecht  ugs. · Schnapsdrossel  ugs. · Spritnase  derb · ↗Spritti  derb · ↗Suffkopp  ugs., norddeutsch · ↗Säufer  derb · ↗Trunkenbold  ugs. · ↗Wermutbruder  ugs., veraltend · ↗Zechbruder  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daraufhin grüßte er seine Frau Ayda Fields mit den Worten «Guten Morgen, Schnapsdrossel».
Die Zeit, 26.08.2010 (online)
Die junge Schnapsdrossel stieg aus, torkelte der Polizei in die Arme.
Bild, 13.12.1997
Wenn die Schnapsdrossel im Milchwald sang, blieb kein Auge trocken.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004
Infolge einer völlig neuartigen, anthropologisch begründeten Entzugstherapie erscheint ihm sein Schutztotem in Gestalt der leibhaftigen Schnapsdrossel.
Der Spiegel, 26.11.1984
Um lahme Enten, dumme Gänse, Galgenvögel oder Schnapsdrosseln geht es in einer Ausstellung des Museums Mensch und Natur.
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2001
Zitationshilfe
„Schnapsdrossel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnapsdrossel>, abgerufen am 25.03.2019.

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