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Schnecke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schnecke · Nominativ Plural: Schnecken
Aussprache  [ˈʃnɛkə]
Worttrennung Schne-cke
Mehrwortausdrücke  jmdn. zur Schnecke machen
eWDG

Bedeutungen

1.
bis fingerlanges und fingerdickes, Land und Wasser bewohnendes, mit zwei Fühlerpaaren und vielfach einer meist spiralig gewundenen Schale aus Kalk, dem Schneckenhaus, ausgestattetes Weichtier, das sich auf einer von ihm selbst abgesonderten schleimigen Spur sehr langsam fortbewegt
Beispiele:
eine Schnecke mit, ohne Haus
bei der leisesten Berührung zieht die Schnecke ihre Fühler, Hörner ein, zurück
bei Gefahr zieht sich die Schnecke in ihr Haus zurück
eine Schnecke kriecht die Wand hinauf, über den Weg
die Erdbeeren waren voller Schnecken
essbare Schnecken
die Gehäuse der Schnecken dienen vielfach als Leitfossilien
sie war langsam wie eine Schnecke
umgangssprachlichder Zug schlich, kroch dahin wie eine Schnecke (= fuhr sehr langsam)
bildlich
Beispiel:
saloppjmdn. zur Schnecke machen (= jmdm. durch strenge Zurechtweisung, harte Kritik, Prügel so sehr zusetzen, dass er am Ende seines Mutes und seiner Kräfte ist)
salopp, abwertend, übertragen schwerfälliger, träger, langweiliger Mensch
Beispiele:
solch eine Schnecke willst du heiraten?
Schimpfwortdu lahme Schnecke!
2.
übertragen Dinge, die der Form des Schneckengehäuses äußerlich ähnlich sind
a)
Technik spiralig um einen zylindrischen Körper geführtes Gewinde
Beispiel:
beim Schneckengetriebe greifen die Zähne des Schneckenrades in die Schnecke ein
b)
Technik Welle, um die ein spiralig gewundenes Blech führt, die sich (in einem Rohre) dreht und auf diese Weise Schüttgut fortbewegt oder verteilt, Transportschnecke, Förderschnecke
c)
kleines, rundes Gebäck mit Zuckerguss, bei dem der Teig spiralig zusammengerollt ist
d)
über je einem Ohr spiralig zusammengerollter Zopf
Beispiel:
sie trägt Schnecken
e)
Medizin spiralig gewundenes, röhrenartiges Teil des Innenohrs
f)
spiralige Windung am äußersten Ende des Halses von Saiteninstrumenten
g)
Jägersprache spiralig gewachsenes Gehörn des Muffelwildes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnecke · Schnegel · Schnake2 · Schneckengang · Schneckenpost · Schneckenlinie · Schneckenrad
Schnecke f. Name eines sehr langsam kriechenden Weichtieres, von dem viele Arten mit einem Gehäuse ausgestattet sind, ahd. sneggo m. (9. Jh.), mhd. snecke, snegge m. (vgl. obd. Schneck m.), mnd. snigge, snicke f. m., mengl. snegge führen mit intensiver Doppelkonsonanz auf germ. *sneg-, snek-. Daneben stehen mit l-Suffix anord. snigill m., schwed. snigel (aus germ. *snegila-) und ablautend Schnegel m. frühnhd. snegel m., nhd. (mundartlich westmd.) Schnägel, Schnegel m., (omd.) Schniegel m., asächs. snegil m., mnd. snēgel f., aengl. snæg(e)l m., engl. snail (aus germ. *snagila-). Verwandt ist ein in ahd. snahhan ‘schleichen, gleiten’ (9. Jh.; vgl. thuruhsnahhan, 8. Jh.) erhaltenes starkes Verb germ. *snakan ‘kriechen, gleiten’, zu dem im Sinne von ‘Kriecher(in)’ Bezeichnungen für ‘Schlange, Natter’ gehören wie mnd. snāke, nhd. (landschaftlich) Schnake2 f. ‘(Ringel)natter’, aengl. snaca, engl. snake, nl. snaak, anord. (dehnstufig) snākr, schwed. snok. Auch für Schnecke muß daher eine Ausgangsbedeutung ‘der, die Kriechende’ angenommen werden. Außergerm. Verwandte finden sich (bis auf ein zweifelhaftes air. snāigech ‘kriechend’) nicht. Mit beginnendem Nhd. nimmt Schnecke feminines Genus an. Auf die langsame Fortbewegungsart der Schnecke weisen Komposita wie Schneckengang m. (18. Jh.), Schneckenpost f. (17. Jh.); an die Windungen eines Schneckenhauses knüpfen an Schneckenlinie f. (17. Jh.), Schneckenrad n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schnecke  ●  Gastropode  fachspr.
Oberbegriffe
  • tierisches Lebewesen  ●  Tier  Hauptform · Getier  geh. · Viech  ugs. · Vieh  ugs.
Synonymgruppe
(ihm/ihr) kann man im Laufen die Schuhe besohlen  ugs., Spruch · Lahmarsch  derb · Penner  derb · Schlafmütze  ugs. · Schnarchnase  ugs. · Schnecke  ugs., fig. · Tranfunzel  ugs. · Transuse  ugs. · Trantüte  ugs. · lahme Ente  ugs., fig.
Assoziationen
  • jemand mit der Einstellung "kommste heut nicht, kommste morgen"  ●  Faulpelz  ugs., Hauptform · Faultier  ugs., scherzhaft · Stingel  ugs., bairisch · fauler Hund  ugs. · fauler Sack  ugs., variabel
  • (sich) zu nichts aufraffen können · in Lethargie verharren · in Untätigkeit verharren · nicht aktiv werden  ●  (den) Arsch nicht hochkriegen  derb, fig. · (sich) nicht aufraffen können  ugs. · nicht aus dem Quark kommen  ugs., fig. · nicht in die Gänge kommen  ugs. · nicht in die Puschen kommen  ugs., fig.
Synonymgruppe
Wendelstiege · Wendeltreppe  ●  Schnecke  schweiz., alemannisch · Schnegge  schweiz., alemannisch
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Herzblatt · Liebste(r)  ●  Darling  engl. · Herzallerliebster  scherzhaft · Liebes  Anredeform · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · Augenstern  geh. · Babe  ugs., engl. · Baby  ugs., engl. · Beauty  ugs., engl. · Bienchen  ugs. · Bärchen  ugs. · Engel  ugs. · Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · Gummibärchen  ugs. · Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · Herzbube  ugs. · Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · Kätzchen  ugs. · Liebchen  ugs. · Liebesgöttin  ugs. · Liebesperle  ugs. · Liebling (Anrede)  ugs., Hauptform · Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · Mausi  ugs. · Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnecke  ugs. · Schnubbi  ugs. · Schnucke  ugs. · Schnuckel  ugs. · Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · Schöne  ugs. · Sonnenschein  ugs. · Spatz  ugs. · Spatzl  ugs., bairisch · Spätzchen  ugs. · Süße  ugs. · Süßes  ugs. · Zuckerpuppe  ugs. · Zuckerpüppchen  ugs. · Zuckerschnecke  ugs. · Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schnecke‹ (berechnet)

Ausstoßende Ausstoßleistung Axialdrucklager Drehzahl Fortschritt Förderleistung Gangsteigung Geräusch Längsbohrung Meteringzone Mikrophonstrom Schädling Strategie Tagebuch eingängig einwandern flachgeschnitten fressen gewunden hochtourig keck kriechen kriechend kämmend laben mehrgängig rotierend versteinert zylindrisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnecke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schnecke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man erkennt darin deutlich die einzelnen Eier, nach wenigen Tagen mit einer Lupe auch die jungen Schnecken. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 58]
Der Regen, der Vater aller Vergleiche, lockt die Schnecken in den Tod. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 216]
Sie begegnet uns nur noch einmal in beschränkter Verwendung bei den Schnecken. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 269]
An der schön geschwungenen flachen Schnecke fallen die etwas herausragenden Ohren auf. [Senn, Walter: Bergonzi (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 7013]
Da liegt in der Tat der große Nutzen der Schnecken für die Ökologie des Gartens. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Schnecke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnecke>.

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