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Schneider, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schneiders · Nominativ Plural: Schneider
Aussprache  [ˈʃnaɪ̯dɐ]
Worttrennung Schnei-der
Wortbildung  mit ›Schneider‹ als Erstglied: ↗Schneiderarbeit · ↗Schneideratelier · ↗Schneiderbügeleisen · ↗Schneidergeselle · ↗Schneidergewerbe · ↗Schneiderhandwerk · ↗Schneiderin · ↗Schneiderkostüm · ↗Schneiderkreide · ↗Schneiderkurs · ↗Schneidermeister · ↗Schneiderpuppe · ↗Schneiderschere · ↗Schneidersitz · ↗Schneiderstube · ↗Schneidertisch · ↗Schneiderwerkstatt · ↗Schneiderzunft
 ·  mit ›Schneider‹ als Letztglied: ↗Damenschneider · ↗Dorfschneider · ↗Flickschneider · ↗Hausschneider · ↗Herrenschneider · ↗Karosserieschneider · ↗Maßschneider · ↗Modellschneider · ↗Wäscheschneider
Mehrwortausdrücke aus dem Schneider sein
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Handwerker, der (aus Stoffen nach Maß) Kleidung anfertigt, näht   Berufsbezeichnung
2.
Skat Punktzahl 30
3.
Tischtennis (in einem Satz) Punktzahl 11
in nicht offizieller Wertung
4.
umgangssprachlich Schneidegerät
5.
Jägersprache in Bezug auf Hirsche, seltener Auerhähne und Birkhähne   schwach entwickeltes Tier
6.
Jägersprache Jäger, der auf der Treibjagd ohne Beute geblieben ist
7.
Landwirtschaft kastrierter Eber
8.
a)
langbeiniges Insekt
z. B. Wasserläufer, Libelle, Schnake
b)
Weberknecht
9.
(in schnell fließenden Gewässern vorkommender, in Schwärmen lebender) kleiner Karpfenfisch mit bräunlich grünem Rücken und gelblichen Bauch- und Brustflossen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schneiden · Schneid · schneidig · Schneide · zweischneidig · Schneider · schneidern · abschneiden · Abschnitt · anschneiden · Aufschnitt · beschneiden · durchschneiden · überschneiden · verschneiden · Verschnittener · Verschnitt · Schneidezahn
schneiden Vb. ‘mit einem scharfen Werkzeug zertrennen’, ahd. snīdan (8./9. Jh.), mhd. mnd. snīden, asächs. snīðan, mnl. snīden, nl. snijden, afries. snītha, aengl. snīþan, anord. snīða, schwed. snida, got. sneiþan (germ. *snīþan). Außergerm. werden herangezogen tschech. (mundartlich) snět ‘Ast’, poln. (älter) śniat ‘Baumstamm’, so daß eine Wurzel ie. *sneit- ‘schneiden’ angenommen werden kann, dazu vielleicht (mit abweichendem Dental) mir. snēid ‘klein, kurz’. Angesichts dieser geringen Vergleichsmöglichkeiten aber ist erwägenswert, auch schneiden zu der lautmalenden, etw. Spitzes, etw. Zupackendes, Schnappendes bezeichnenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. ↗Schnabel) zu rechnen. schneiden ist ursprünglich wohl ein Landwirtschaftswort und bedeutet in alter Zeit ‘mit der Sichel abmähen, ernten’, vgl. noch heute Gras, Getreide, Korn schneiden. In übertragener Wendung jmdn. schneiden ‘gesellschaftlich ignorieren’ (Mitte 19. Jh.) nach gleichbed. engl. to cut (a person); in der Mathematik sich schneiden (von zwei Linien) ‘sich in einem Punkt kreuzen’ (16. Jh.). Schneid m. (bair.-öst. f.) ‘Mut, Tapferkeit, Draufgängertum’ (18. Jh.), besonders in Wendungen wie (keinen) Schneid haben; eigentlich südd. (mit Apokope eines auslautenden unbetonten e), im Krieg von 1870/71 durch norddeutsche Truppen als Mask. aufgenommen und verbreitet. schneidig Adj. ‘forsch, mutig’ (2. Hälfte 19. Jh.), älter nd. een sneidigen Kopp ‘Kopf mit hellem, scharfem Verstand’, een sneidigen (‘schnellen, energischen’) Gang (18. Jh.), mhd. snīdec, snīdic ‘schneidend, scharf, stark, kräftig’. Schneide f. ‘scharfe, schneidende Kante von Waffen, Werkzeugen, Geräten’, mhd. snīde. zweischneidig Adj. ‘mit zwei Schneiden versehen’ (15. Jh.), daher auch ‘sehr scharf’, übertragen ‘mit Vorteilen und Nachteilen versehen’ (da nach zwei Seiten schneidend), ‘gefährlich’ (17. Jh.). Schneider m. ‘Handwerker, der Kleidung anfertigt’ (eigentlich ‘Stoff, Tuch für Kleidung zuschneidet’), mhd. snīdære. schneidern Vb. ‘Kleidung nähen, anfertigen’ (17. Jh.). abschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug abtrennen, durchtrennen, den Weg ab-, verkürzen, den Zugang verwehren, verhindern’, ahd. abasnīdan (9. Jh.), mhd. abesnīden. Vgl. gut, schlecht abschneiden ‘mit gutem, schlechtem Ergebnis abschließen, Erfolg bzw. keinen Erfolg haben’ (Mitte 19. Jh.). Abschnitt m. ‘Gliederungseinheit, Textteil, Zeitraum, Zäsur, abtrennbares, abgetrenntes Stück’, mhd. abesnit. anschneiden Vb. ‘nicht völlig durchschneiden, das erste Stück abschneiden’ (das Brot anschneiden, übertragen eine Frage, ein Problem anschneiden ‘eine Aussprache darüber beginnen’), mhd. anesnīden ‘(ein Kleid) anmessen, zurechtmachen’. Aufschnitt m. ‘Braten- und Wurstscheiben’ (19. Jh.), zuvor ‘Schnittstelle’ (18. Jh.), ‘Prahlerei’ (17. Jh.), frühnhd. ūfsnit ‘das Anschneiden’ (15. Jh.). beschneiden Vb. ‘stutzen, zurückschneiden, glattschneiden, die Vorhaut entfernen’, ahd. bisnīdan (8. Jh.), mhd. besnīden. durchschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug zerteilen’, mhd. durchsnīden ‘zerschneiden, verwunden, zerteilen’ (s. ↗Durchschnitt). überschneiden Vb. (reflexiv) ‘sich kreuzen, teilweise zusammenfallen’ (19. Jh.), zuvor mhd. übersnīden ‘beim Schneiden der Feldfrüchte auf den Grund und Boden eines anderen übergreifen, übertreffen’. verschneiden Vb. ‘kürzen, zurechtschneiden, durch Schneiden verderben’, ahd. firsnīdan ‘weg-, abschneiden, zerschneiden’ (8. Jh.), mhd. versnīden ‘zerschneiden, fehlerhaft zuschneiden, ab-, wegschneiden, beschneiden, kastrieren, verwunden, töten, schmälern’. Verschnittener m. ‘Kastrat, Eunuch’ (16. Jh.). Verschnitt m. ‘Wein, Branntwein, Rum mit Beimischungen anderer Sorten’ (um 1900); vgl. verschneiden übertragen ‘schädigen, verderben, verschlechtern’, daher auch ‘guten Wein mit schlechtem versetzen’, in diesem Sinne zuerst (18. Jh.) nd. versnīden (als Praktik der Weinimporteure?). Schneidezahn m. fast nur im Plur. Schneidezähne ‘die vorderen, scharfen Zähne, mit denen abgebissen wird’ (18. Jh.), wohl Übersetzung von medizin.-lat. dentes incisivi, Neubildung zur Unterscheidung gegenüber älterem ↗Backzahn, ↗Backenzahn, ↗Stockzahn (s. d.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Kanker · Schneider · ↗Schuster · ↗Weberknecht  ●  ↗Zimmermann  schweiz. · Opa Langbein  ugs.
Oberbegriffe
  • Araneae  fachspr., Plural, zoologisch · ↗Spinne  ugs., Hauptform · Webspinne  fachspr., zoologisch
Assoziationen
Zoologie
Synonymgruppe
Schneider · Wasserschneider  ●  ↗Wasserläufer  Hauptform
Oberbegriffe
  • Wanze  ●  Heteropteron  fachspr., griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schneider‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

BäckerBeispielsätze anzeigen EKD-RatsvorsitzendeBeispielsätze anzeigen FriseurBeispielsätze anzeigen HanBeispielsätze anzeigen HelgeBeispielsätze anzeigen KakaduBeispielsätze anzeigen Koordinationsstelle LegrandBeispielsätze anzeigen NäherinBeispielsätze anzeigen PaßlackBeispielsätze anzeigen RDM-LandesvorsitzendeBeispielsätze anzeigen RundfunkwerkBeispielsätze anzeigen SchlosserBeispielsätze anzeigen SchneiderinBeispielsätze anzeigen SchreinerBeispielsätze anzeigen SchuhmacherBeispielsätze anzeigen SchusterBeispielsätze anzeigen SchutzgemeinschaftBeispielsätze anzeigen SdKBeispielsätze anzeigen SdK-VorsitzendeBeispielsätze anzeigen TischlerBeispielsätze anzeigen WeberBeispielsätze anzeigen buckligBeispielsätze anzeigen eingewandertBeispielsätze anzeigen frierenBeispielsätze anzeigen gelerntBeispielsätze anzeigen insolventBeispielsätze anzeigen neapolitanischBeispielsätze anzeigen nähenBeispielsätze anzeigen schneidernBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schneider‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schneider‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat auch eine tragische Geschichte, denn sie liebt ihren Schneider.
Die Welt, 24.01.2003
Dies geschah bei den Schneidern häufig, wenn sie termingerecht etwas fertigstellen mußten.
Röhrich, Lutz: Schneider. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 20579
Die Wall Street ist aber längst nicht aus dem Schneider.
Süddeutsche Zeitung, 14.09.1998
Ein bestimmter Schneider arbeitete für das gesamte Dienstpersonal des Hauses.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8679
Der Schneider von Ulm hat aber ein technisches Ziel im Bewußtsein wachzuhalten geholfen.
Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 259
Zitationshilfe
„Schneider“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schneider>, abgerufen am 19.04.2021.

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