Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schnelligkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schnelligkeit · Nominativ Plural: Schnelligkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Schnel-lig-keit
Wortzerlegung schnell -igkeit
Wortbildung  mit ›Schnelligkeit‹ als Letztglied: Blitzesschnelligkeit · Grundschnelligkeit · Reaktionsschnelligkeit · Spurtschnelligkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
Zurücklegung einer Entfernung oder Ausführung einer Bewegung in vergleichsweise kurzer Zeit, Geschwindigkeit
Beispiele:
die Schnelligkeit erhöhen, steigern, vermindern
das Auto fuhr mit großer Schnelligkeit die Straße entlang
die Eiskunstläuferin drehte sich mit wirbelnder Schnelligkeit um sich selbst
Für die einzelnen leichtathletischen Disziplinen ist der Einsatz von Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit … völlig unterschiedlich [ Gesundheit1963]
Nun aber griff der männliche Dachs mit verblüffender Schnelligkeit an [ Natur u. Heimat1962]
2.
Bewältigung einer Aufgabe, Arbeit, Ablauf eines Vorgangs in vergleichsweise kurzer Zeit
Beispiele:
in der Schnelligkeit des Begreifens und Denkens schien er unschlagbar
mit erstaunlicher Schnelligkeit sammelten sich die Menschen am Ort des Unfalles an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnell · Schnelle · schnellen · Schnelligkeit
schnell Adj. ‘geschwind, rasch’, ahd. snel ‘tapfer, behende’ (8. Jh.), mhd. snel (Genitiv snelles) ‘rasch, frisch und munter, stark, kräftig, tapfer, eifrig’, asächs. mnd. mnl. nl. snel, aengl. snell, anord. snjallr ‘tüchtig, beredt’, schwed. snäll ‘freundlich, lieb, nett, artig’. Herkunft ungewiß. Setzt man für germ. *snella- eine Bedeutung ‘(be)gierig, rasch zupackend, scharf, spitz’ voraus (vgl. anord. snafðr ‘begierig’, isl. snefja ‘nachspüren, wittern, aufstöbern’), so ist Anschluß an die lautmalende Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel) wahrscheinlich. Wie bei bald (s. d.) zeigt sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘begierig, tatkräftig, tapfer, kühn’ zu ‘rasch, geschwind’, vgl. ahd. snellemo rosse ‘(mit einem) begierigen, hitzigen, kühnen, flinken Roß’ (11. Jh.). Dazu das Abstraktum Schnelle f. ‘Schnelligkeit’, ahd. snellī ‘Tapferkeit, Lebhaftigkeit’ (9. Jh.), mhd. snelle ‘Behendigkeit, Schnelligkeit’, nhd. vor allem (verkürzt aus Stromschnelle) ‘Stelle mit rascher Strömung’ (19. Jh.) und in der Umgangssprache formelhaft mit, in Schnelle (18. Jh.), auf die Schnelle (20. Jh.). schnellen Vb. ‘ruckartig in Schwung bringen, mit einer raschen Bewegung fortschleudern, emporfahren’, mhd. snellen ‘fortschleudern, sich rasch bewegen, eilen’, auch ‘schnalzen’, mnd. snellen ‘eilen, aufbrechen’, Faktitivum zum Adjektiv. Vgl. ahd. snellēn ‘kräftig sein’ (9. Jh.), an die alte Bedeutung des Adjektivs anknüpfend. Schnelligkeit f. ‘das Schnellsein, Geschwindigkeit’, mhd. snellecheit, snellekeit, auch ‘Kräftigkeit, Streithaftigkeit’; vgl. ahd. snelheit ‘Schnelligkeit’ (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flinkheit · Schnelligkeit
Synonymgruppe
Geschwindigkeit · Schnelligkeit · Tempo · Zügigkeit  ●  Hurtigkeit  scherzhaft, dichterisch · Takt  technisch · Schwuppdizität  ugs., scherzhaft · Zahn  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Schnelligkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnelligkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schnelligkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An dem massenhaften Auftreten der Pflanze erkennen wir die Schnelligkeit der ungeschlechtlichen Vermehrung besonders deutlich. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 56]
An der Schnelligkeit des Rotierens konnte man alsdann den Grad seiner Sättigung ablesen. [Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 63]
Bei einem Vergleich von zwei Programmen ist nicht allein die Ausstattung wichtig, denn wer damit arbeitet, legt natürlich auch Wert auf Schnelligkeit. [C't, 1991, Nr. 4]
Die Wiederaufnahme der Arbeit vollzieht sich in den verschiedenen Zweigen der Wirtschaft mit unterschiedlicher Schnelligkeit. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1968]]
Die bisherigen zentralen autokratischen Strukturen sind in atemberaubender Schnelligkeit zerfallen. [Nr. 105: Fernschreiben der Ständigen Vertretung an das Bundeskanzleramt vom 1. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22384]
Zitationshilfe
„Schnelligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnelligkeit>.

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