Schnepfe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schnepfe · Nominativ Plural: Schnepfen
WorttrennungSchnep-fe
Wortbildung mit ›Schnepfe‹ als Erstglied: ↗Schnepfenjagd  ·  mit ›Schnepfe‹ als Letztglied: ↗Feldschnepfe · ↗Grasschnepfe · ↗Sumpfschnepfe · ↗Waldschnepfe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mittelgroßer Zugvogel mit langen Beinen und großem, schlankem Schnabel, der Sümpfe und feuchte Niederungen bewohnt
Beispiele:
die Schnepfe streicht übers Moor
Pastete aus Schnepfen
2.
derb, abwertend käufliches Mädchen, Prostituierte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnepfe f. Der Name des in Sümpfen und feuchten Wiesen und Wäldern lebenden Vogels mit langem, spitzem Schnabel ahd. snepha f. (9. Jh.), snepho m. (Hs. 12. Jh.), mhd. snepfe f. m., mnd. sneppe, snippe, asächs. sneppa, mnl. snippe, sneppe, nl. snip, snep, mengl. snippe sowie (ablautend) anord. mȳrisnīpa ‘Moorschnepfe’, schwed. snipa ‘langes, schmales Boot’, mundartlich auch ‘Schnepfe’, gehört wie ↗Schnabel (s. d.) zu der lautmalenden, etw. Vorragendes, Spitzes bezeichnenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn-.

Thesaurus

Synonymgruppe
(blödes) Weibsstück  ugs., abwertend · ↗(dumme) Ziege  ugs., abwertend, variabel · ↗Krähe (Schimpfwort)  ugs. · Schnepfe (Schimpfwort)  ugs. · ↗Trulla (leicht abwertend)  ugs., veraltend · Trutsche (Schimpfwort)  ugs. · Trutschn  ugs., süddt. · Tuse  ugs., abwertend · blöde Kuh (Schimpfwort)  ugs., variabel · dumme Pute (Schimpfwort)  ugs. · dummes Huhn (Schimpfwort)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · ↗Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brachvogel Drossel Ente Fasan Hase Kranich Rebhuhn Wachtel blöd gebraten jagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnepfe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schnepfen fliegen herum, Hasen hoppeln hin und her, doch er sieht nichts davon.
Die Zeit, 13.02.1995, Nr. 07
Darüber hatte ich berichtet und zunächst vermutet, daß es sich um eine Schnepfe handeln könnte.
Bild, 03.06.1999
Bei der frisch erlegten Schnepfe läßt sich diese eigenartige Beweglichkeit des Schnabels durch einen seitlichen Druck mit den Fingern gegen den Kopf leicht hervorrufen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 118
Betroffen sind vor allem Enten und Schnepfen, aber auch ein Jagdhund zählt zu den Opfern.
o. A. [k]: Botulismus. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1983]
Zu den S. gehören die Schnepfen, Regenpfeifer, Scheidenschnäbler, Spornflügler, Trappen, Sumpfhühner, Trompetervögel, Kraniche.
o. A.: S. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 7714
Zitationshilfe
„Schnepfe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnepfe>, abgerufen am 18.02.2019.

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