Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schnickschnack, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnickschnack(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [ˈʃnɪkʃnak]
Worttrennung Schnick-schnack

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich, abwertend] inhaltsloses, törichtes Geschwätz
  2. 2. [umgangssprachlich, meist abwertend] unnötiges Beiwerk, nutzloser Zusatz
    1. ● [spezieller, gelegentlich abwertend] rein dekoratives Objekt ohne praktischen Nutzen
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend inhaltsloses, törichtes Geschwätz
Beispiele:
Schnickschnack reden
allerlei Schnickschnack erzählen
dumme Ausreden und einfältiger Schnickschnack
Schnickschnack – da muss ich immer an die Politiker denken, vor allem in meinem Land, in Tschechien. Also die reden schon richtig viel Schnickschnack. Ab und zu kommt es mir so vor, als ob sie überhaupt nichts sagen, wenn sie Schnickschnack reden. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 24.04.2013]ZDL
2.
umgangssprachlich, meist abwertend unnötiges Beiwerk, nutzloser ZusatzZDL
Synonym zu Firlefanz (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: neumodischer, überflüssiger, unnötiger, grafischer Schnickschnack
als Akkusativobjekt: den Schnickschnack weglassen, brauchen, wollen
in Präpositionalgruppe/-objekt: ohne Schnickschnack auskommen, erzählen; auf Schnickschnack verzichten
Beispiele:
Entrümpeln, sich vom Überflüssigen trennen, von all dem Schnickschnack, der sich über Jahre nutzlos angesammelt hat, das ist, sagt Marie Kondo, Balsam für die Seele: Wer seinen materiellen Besitz ordnet und entschlackt, entschlackt und ordnet sein Leben. [Der Bund, 19.11.2019]
Auf dem Google‑Smartphone erstrahlt Android in seiner nackten Schönheit, keine unnötigen Zusatzebenen, kein Schnickschnack. [Bote der Urschweiz, 28.08.2021]
Für Luther und den etwas späteren französischen Reformator Johannes Calvin war das alles [die Heiligenverehrung] nur unnötiger Schnickschnack, der die Gläubigen vom Wesentlichen ablenkte: davon, was Jesus wirklich gesagt hat. [Aachener Zeitung, 14.05.2021]
Der körperliche Kontakt zu anderen Menschen fördert die Entwicklung in allen Alters‑ und Lebenslagen. Es ist kein unnötiger Schnickschnack gefühlsduseliger Kuschelfans, sondern ein wichtiges Überlebensmittel. [Badische Zeitung, 14.11.2019]
Deko ohne Schnickschnack [Überschrift] [Allgemeine Zeitung, 10.03.2016]
Das Mobiliar ohne Schnickschnack wurde dann doch mit viel Nippes dekoriert. [Der Spiegel, 29.01.2007]
spezieller, gelegentlich abwertend rein dekoratives Objekt ohne praktischen Nutzen
Synonym zu Nippes
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: dekorativer Schnickschnack
Beispiele:
Da es Sauerbraten aber an fast jeder Ecke gibt, dekorierte der neue Inhaber Udo G[…] das Restaurant mit allerhand maritimem Schnickschnack und benannte es um in »Friesische Botschaft«. [Die Welt, 26.06.2010]
Für viele war vor Corona das Büro ein zweites Zuhause, dekoriert mit Pflanzen, Familienfotos und anderem Schnickschnack. [Der Tagesspiegel, 26.09.2020]
[…] in dem vielleicht verrücktesten Kaufhaus der Stadt kann man sich Regale, Kleiderstangen, Vitrinenplätze und sonstige Verkaufsflächen mieten und so alles an den Mann oder die Frau bringen, was sonst nur herumsteht: »Nippes, Gedöns – Schnickschnack eben«, wie die Inhaberin mit einem Schmunzeln erklärt. [Saarbrücker Zeitung, 03.01.2019]
Ich brauche nicht mal viel Schnickschnack an Deko, aber die Stimmung, die Kerzen und warme Lichter schaffen – unbeschreiblich! [Ein perfekter Sommerabend, 28.07.2018, aufgerufen am 20.08.2020]
Ohne Deko, ohne Schnickschnack. [Neue Westfälische, 18.12.2017]
Kerzenlicht, ein mit Silberbesteck und Kristallgläsern schön gedeckter Tisch, vielleicht noch dekoriert mit buntem Schnickschnack, dass Essen gekonnt angerichtet, garniert und fein verziert. [Essen in absoluter Dunkelheit, 19.04.2009, aufgerufen am 01.09.2020]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnacken · Schnack · Schnickschnack
schnacken Vb. ‘plaudern, schwatzen’, ein nd. Wort, seit dem 16. Jh. auch in der Literatursprache. Mnd. snacken ‘sprechen, plaudern, schwatzen’, mnl. snacken ‘nach etw. haschen, schwatzen’, nl. snakken ‘schnappen, verlangen, sich sehnen’ stehen mit expressiver Konsonantendopplung neben nl. snaken ‘gierig nach etw. verlangen’, anord. snaka ‘schnüffeln, wittern’, isl. snaka ‘herumschnüffeln’. Lautmalende Bildungen mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel). Schnack m. ‘Schwatz, Plauderei, Geschwätz’ (18. Jh.), Elsterschnak ‘Geplapper der Elstern’ (17. Jh.), mnd. snak ‘Gerede, Geschwätz, Klatsch, Unsinn’. Schnickschnack m. ‘Geschwätz, Unsinn’ (18. Jh.), nd. Snicksnack, reduplizierende Ablautbildung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Banalität · Bedeutungslosigkeit · Belanglosigkeit · Gehaltlosigkeit · Irrelevanz · Nichtigkeit · Oberflächlichkeit · Plattheit · Trivialität · Unwichtigkeit  ●  Schnickschnack  ugs. · Vanität  geh., lat.
Synonymgruppe
Dekorationsobjekt · Flitter(kram) · Klimbim · Nippes · Schnickschnack · schmückendes Beiwerk  ●  Nippsachen  Hauptform · Staubfänger  scherzhaft-ironisch · Firlefanz  ugs. · Schnullifax  ugs. · Stehrumchen  ugs., variabel · nutzloses Zeug  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · Klüngel · Kram  ●  (wertloses) Zeug  Hauptform · Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · Firlefanz  ugs. · Gedöns  ugs., norddeutsch · Gelumpe  ugs. · Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bayr. · Glumpert  ugs., bayr., österr. · Graffel  ugs., österr., bayr. · Grusch  ugs. · Killefit(t)  ugs., rheinisch, variabel · Kladderadatsch  ugs. · Klimbim  ugs. · Krams  ugs., norddeutsch, abwertend · Kramuri  ugs., österr. · Krempel  ugs., Hauptform · Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · Müll  derb · Nippes  ugs. · Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · Pröddel  ugs. · Pröll  ugs., abwertend · Ramsch  ugs. · Schlonz  ugs., abwertend · Schnickschnack  ugs. · Schnullifax  ugs. · Schrott  derb, abwertend · Stuff  ugs., engl. · Tand  geh., veraltet · Tinnef  ugs. · Trödel  ugs. · Tüddelkram(s)  ugs., norddeutsch · Zeugs  ugs., abwertend · Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
Nippfigur · Nippsache · Schnickschnack · Zierfigur  ●  Zierrat  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Schnickschnack‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnickschnack‹.

Zitationshilfe
„Schnickschnack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnickschnack>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schnepper
Schneppentaille
Schneppe
Schnepfenvogel
Schnepfenstrich
Schniedel
Schniedelwutz
Schniefnase
Schniepel
Schnip