Schnupftabak, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnupftabak(e)s · Nominativ Plural: Schnupftabake
Aussprache  [ˈʃnʊpftaːbak] · [ˈʃnʊpftabak]
Worttrennung Schnupf-ta-bak
Wortzerlegung  schnupfen Tabak
Wortbildung  mit ›Schnupftabak‹ als Erstglied: Schnupftabakdose · Schnupftabaksdose
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

(fein) gemahlener Tabak, der durch Schnupfen über die Nase konsumiert wird
Beispiele:
Schnupftabake bestehen aus pulverisierten Tabakmischungen, die ausschließlich über die Nase eingezogen werden. Schnupftabak enthält neben nikotinhaltigem Tabak verschiedene Aroma‑ und Zusatzstoffe wie Menthol, Pfefferminzöl, Kräuter, Paraffin‑ und Salzlösungen. [Rauchen & Gesundheit, 09.01.2020, aufgerufen am 18.09.2020]
Christoph Kolumbus war es, der das Wunderkraut aus der neuen Welt mitbrachte. Er nannte es schließlich Tabak; die Anfänge des Schnupftabakes sind in Paris zu finden. [Mittelbayerische, 27.04.2015]
Bei dem Aufkommen des Schnupftabaks und dessen Gebrauch (ein bedeutsames Zeremoniell in der Gesellschaft der Rokokozeit) wurde das Tuch (= Fazinetel) zum Säubern der Nase benutzt. [Fazinetel oder Fazittlein, 08.08.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
Die französische Königin Katharina de Medici war bereits im 16. Jahrhundert eine der ersten und berühmtesten Schnupferinnen, die gepulverte Tabakblätter gegen Kopfschmerzen und Migräne einnahmen. Daher hieß der Schnupftabak lange Zeit »poudre de la reine« – Pulver der Königin. [Südkurier, 04.04.2012]
Da muss nun auch noch die urige Sitte des Schnupfens erwähnt werden, bei der mittels einer kräftigen Prise Schnupftabak der wohltuende Nieseffekt herbeigeführt wird. »Mogst an Schmai?« fragt der Anhänger dieses Brauches in Bayern aufmunternd seinen Nachbarn. [Süddeutsche Zeitung, 15.11.2003]
Und dann holt er seinen Schnupftabak raus, zieht sich eine dunkle Prise rein und meint: »Das ist schwarz gefärbtes Koks.« [Der Tagesspiegel, 21.02.1998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnupfen · Schnupfen · schnuppern · Schnupftabak
schnupfen Vb. ‘Schnupftabak in die Nase einziehen, Nasenschleim ausstoßen oder hochziehen’, mhd. snupfen ‘(geräuschvoll) Luft einziehen, schnaufen’, frühnhd. auch ‘schluchzen’ (16. Jh.), mnd. snoppen, md. schnuppen ‘Nasenschleim ausstoßen, die Nase reinigen’, Intensivbildung zu mhd. (md.) snūben ‘schnarchen’, frühnhd. ‘(sich) schneuzen, schwer atmen’ (s. schnauben). Seit dem 17. Jh. vorwiegend ‘Schnupftabak einnehmen’. Schnupfen m. ‘krankhafte Absonderung von Nasenschleim, Entzündung der Nasenschleimhäute’, frühnhd. snupfe, snūpfe m. f. (15. Jh.), mnd. snoppe, snuppe; mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus. schnuppern Vb. ‘Luft einziehen, um zu riechen, wittern, schnüffeln’, besonders von Tieren (17. Jh.), Iterativbildung zu md. schnuppen (s. oben). Schnupftabak m. ‘die Nasenschleimhäute reizendes Tabakpulver’ (17. Jh.).
Zitationshilfe
„Schnupftabak“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnupftabak>, abgerufen am 16.10.2021.

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