Schnurrbart, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schnurrbart(e)s · Nominativ Plural: Schnurrbärte
Aussprache 
Worttrennung Schnurr-bart
Wortzerlegung schnurrenBart
Wortbildung  mit ›Schnurrbart‹ als Erstglied: ↗Schnurrbartbinde · ↗schnurrbärtig
eWDG, 1976

Bedeutung

Bart über der Oberlippe
Beispiele:
ein aufgezwirbelter, gestutzter, gewichster, stattlicher, wohlgepflegter Schnurrbart
einen Schnurrbart tragen
sich [Dativ] einen Schnurrbart stehen, wachsen lassen
den Schnurrbart verschneiden
sich [Dativ] den Schnurrbart abnehmen, abrasieren (lassen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnurren · Schnurre · schnurrig · Schnurrbart · Schnurrpfeife · Schnurrpfeiferei
schnurren Vb. ‘ein brummendes, surrendes Geräusch erzeugen’, mhd. snurren ‘rauschen, sausen, brummen (besonders von Insekten und Katzen)’, mnd. snurren, snorren ‘surren, schwirren, brummen’, nl. snorren stehen ablautend neben ↗schnarren (s. d.) und gehören wie ↗schnarchen (s. d.) zu der unter ↗nörgeln (s. d.) aufgeführten lautnachahmenden Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’. Schnurre f. ‘Knarre, Brummkreisel’ (16. Jh.), mhd. snurre ‘brummender Ton, summende Bewegung’, übertragen ‘Scherz, Schwank, lustige Erzählung’; vgl. ahd. snurring (Hs. 12. Jh.), mhd. snürrinc, snurrære ‘Possenreißer, Tor, Narr’, der das Publikum sowohl mit lärmerzeugenden Instrumenten als auch in schneller Rede mit Späßen und lustigen Erzählungen unterhält. schnurrig Adj. ‘brummend’, übertragen ‘mürrisch, unfreundlich’ (16. Jh.), ‘lustig wie eine Schnurre, possierlich, drollig’ (18. Jh.). Schnurrbart m. ‘Schnauzbart’ (18. Jh.), nach nd. Snurrbart, zu nd. Snurr ‘Schnauze, Maul, Mund’; vgl. Schnauzbart, zu ↗Schnauze (s. d.). Schnurrpfeife f. einfaches Instrument der Bettelmusikanten, auch Kinderspielzeug (18. Jh.), nd. Snurrpīpe, bildlich ‘Tand, Kinderreien’. Schnurrpfeiferei f. ‘Kurzweil, nutzlose Kleinigkeit, närrischer Einfall’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberlippenbart · ↗Schnauzbart · Schnurrbart  ●  Popelbremse  derb, fig. · Pornobalken  derb · Respektbalken  ugs. · ↗Rotzbremse  derb · ↗Schnauzer  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (der) Führer · (der) böhmische Gefreite · Adolf Hitler  ●  (der) GröFaZ  ugs., ironisch · (der) größte Feldherr aller Zeiten  ugs., ironisch

Typische Verbindungen zu ›Schnurrbart‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Glatze Haupthaar Kotelette Mona Lisa Monokel Oberlippe Spitzbart abrasieren angeklebt ankleben aufgeklebt aufgemalt aufgezwirbelt blond buschig gepflegt gesträubt gestutzt gewichst gezwirbelt grau herabhängend hochgezwirbelt hängend kurzgeschnitten martialisch rotblond rötlich struppig zwirbeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnurrbart‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schnurrbart‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So möchten wir weder Pillen finanzieren, die Frauen Schnurrbarte machen, noch den Transport von Urinfläschchen durch die halbe Welt.
Die Zeit, 15.05.1992, Nr. 21
Die Augenbrauen sind im Grunde zwei stirnwärts verlegte Schnurrbarte, also überdimensionierte Signale seiner undomestizierbaren Geschlechtlichkeit.
Die Zeit, 02.12.1994, Nr. 49
Zitationshilfe
„Schnurrbart“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schnurrbart>, abgerufen am 27.09.2020.

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