Schoßhund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Schoß-hund
Wortzerlegung  Schoß1 Hund1
eWDG

Bedeutung

kleiner Hund, der in der Wohnung gehalten und meist sehr gehätschelt wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schoß1 · Schoßhund · Schoßkind
Schoß1 m. ‘Hüftteil bestimmter Oberbekleidungsstücke’ (vgl. Rockschoß), ‘Mitte des Leibes’, zumal die ‘beim Sitzen zwischen Oberschenkeln und Unterleib entstehende Nische’ ahd. scōʒ m. (10. Jh.), scōʒa f. (um 800), scōʒo m. (um 1000) ‘Ecke, Kleidersaum, Leibesmitte’, mhd. schōʒ m. n., schōʒ(e) f., auch ‘vom Leib niedergehender gefalteter Teil des Kleides, den Schoß deckender Teil der Rüstung’, mnd. schōt m., schōte m. f., mnl. scoot m., nl. schoot ‘Rockschoß, Kleidersaum, Leibesmitte, Meerbusen’, afries. scāt, aengl. scēat m. ‘Ecke, Zipfel, Vorgebirge, Leibesmitte’, anord. skaut n. ‘Ecke, Zipfel, Leibesmitte, Kopftuch’, schwed. sköte, got. skaut (n.?) ‘Saum (des Kleides)’ sind wohl mit Ablaut zu dem unter schießen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Auszugehen ist dabei von germ. *skauta- mit einer Bedeutung (vgl. ahd. thrīscōʒ(i), um 1000, aengl. þriskyte, anord. þrīskeyta ‘dreieckig’) ‘Hervorschießendes, -springendes, Spitzes, Ecke, Winkel’, die in ‘Gewand, Zipfel, unterer faltenreicher Teil eines den Unterleib bedeckenden Kleidungsstückes’ übergeht. Von daher erfolgt die Übertragung auf die durch Oberschenkel und Unterleib gebildete ‘Körpermitte’. So erhält Schoß auch den Sinn von ‘Mutterleib’ und wird zum bildhaften Ausdruck für einen ‘sicheren, geschützten Ort’ wie auch für einen ‘Ort des Werdens, des Entstehens’, vgl. der Mutter Schoß, der Schoß Gottes, in Abrahams Schoß, Schoß der Erde, Schoß der Nacht, Schoß der Natur, Schoß der Familie. Das maskuline Genus mit starker Flexion setzt sich erst im 19. Jh. endgültig durch. Schoßhund m. ‘kleiner Hund, der sich auf den Schoß nehmen läßt’ (16. Jh.). Schoßkind n. ‘kleines, jüngstes Kind’, auch ‘Lieblingskind, Hätschelkind’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schoßhund · Schoßhündchen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schoßhund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

DameBeispielsätze anzeigen MächtigerBeispielsätze anzeigen PremierministerBeispielsätze anzeigen bravBeispielsätze anzeigen niedlichBeispielsätze anzeigen verzärteltBeispielsätze anzeigen weißBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schoßhund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schoßhund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch damals ging es um Schoßhunde, die unterm Arm spazieren getragen wurden.
Die Zeit, 31.07.1981, Nr. 32
Denn sie tobte, fühlte sich und ihren Schoßhund schlecht behandelt.
Bild, 17.09.1998
Kann es tatsächlich einer Nation Ziel sein, Amerikas oder einer anderen Macht Schoßhund zu sein?
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2003
Die Lippen in faulendem Seegras, Nougat auf der Zunge, war der Schoßhund im Schraubstock gefangen.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 62
Pferde und Schweine, Tauben, Pfauen und selbst Schoßhunde rannten und stoben aus offenen Käfigen, Schlägen, Ställen und Einfriedungen in die Wildnis davon.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 29
Zitationshilfe
„Schoßhund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scho%C3%9Fhund>, abgerufen am 16.10.2021.

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