Schober, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schobers · Nominativ Plural: Schober
Aussprache
WorttrennungScho-ber
Wortbildung mit ›Schober‹ als Letztglied: ↗Getreideschober · ↗Grummetschober · ↗Heuschober · ↗Strohschober · ↗Weizenschober
 ·  mit ›Schober‹ als Grundform: ↗schobern
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich
1.
im Freien aufgeschichteter Heuhaufen, Strohhaufen, Getreidehaufen
Beispiele:
das Heu war in große, kleine Schober gesetzt worden
das zu Garben gebündelte Stroh wird auf großen Sammelplätzen zu Schobern gestapelt
scherzhaft Haufen, Stapel
Beispiel:
Dem hohen Gemüsekorb [entstiegen] ganze Schober von Käsebroten [ViebigTägl. Brot308]
2.
Überdachung, Feldscheune, die besonders zum Aufbewahren von Heu, Stroh dient
Beispiel:
der Schober war aus Fichtenstämmen zusammengezimmert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schober m. ‘aufgehäuftes Heu oder Getreide, der überdachte Platz dazu’, spätmhd. schober ist eine junge Bildung neben ahd. scoub ‘Garbe, Bündel’ (9. Jh.), mhd. schoup ‘Strohbund, -wisch, Gebund’, asächs. skōf, mnd. schōf, mnl. scoof, nl. schoof, aengl. scēaf, engl. sheaf ‘Garbe’, anord. skauf ‘Fuchsschwanz’ (eigentlich ‘Büschel’). Vergleicht man die verwandten, unter ↗Schopf und ↗Schuppen (s. d.) behandelten Substantive und russ. čub (чуб) ‘Schopf’, (älter) kíta (кита) ‘Stengel und Blätter langstieliger Pflanzen, Heubündel, Blumenstrauß’ (aus *kūptā?), vielleicht auch kist’ (кисть) ‘Quaste, Troddel, Pinsel, Traube, Hand’, so ist eine Rückführung auf die Wurzel ie. *(s)keup-, *skeub(h)- ‘Büschel, Schopf, Quaste’ möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Heuhaufen · ↗Heuschober  ●  Schober  österr.
Synonymgruppe
Scheune · Schober · ↗Schupfen  ●  ↗Stadel  österr., schweiz., bair. · ↗Scheuer  ugs.
Assoziationen
  • Tenne  ●  Lohdiele  norddeutsch · Tenn  schweiz.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Schaffer zählte zwölf Burschen und acht Mädchen ab, hieß sie Mistgabeln holen, da wir Schober zusammenstellen sollten.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 185
Bei unbeständiger Witterung kann das reife und nicht stark verunkrautete Getreide sofort in Garben gebunden und in Diemen, Mieten, Schober oder Feimen gefahren werden.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 166
Zitationshilfe
„Schober“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schober>, abgerufen am 16.10.2019.

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