Schock, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schock(e)s · Nominativ Plural: Schocke
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schock(e)s · Nominativ Plural: Schocks
Aussprache
HerkunftNiederländisch → Französisch
Wortbildung mit ›Schock‹ als Erstglied: ↗Schockbehandlung · ↗Schockfarbe · ↗Schockfroster · ↗Schockmetamorphose · ↗Schockmoment · ↗Schockraum · ↗Schockschwerenot · ↗Schockstarre · ↗Schocktherapie · ↗Schockwelle · ↗Schockwirkung · ↗Schockwurf · ↗Schockzustand · ↗schockartig · ↗schockfrosten · ↗schockgefrieren
 ·  mit ›Schock‹ als Letztglied: ↗Allergieschock · ↗Elektroschock · ↗Geburtsschock · ↗Gegenschock · ↗Insulinschock · ↗Kulturschock · ↗Nervenschock · ↗Pensionierungsschock · ↗Praxisschock · ↗Unfallschock · ↗Zuckerschock · ↗Ölpreisschock · ↗Ölschock
eWDG, 1976

Bedeutung

Funktionsstörung des Nervensystems als Reaktion auf eine plötzliche, starke Erschütterung
Beispiele:
bei dem Unfall erlitt, bekam sie einen Schock
die Explosion löste bei vielen Arbeitern einen Schock aus
einen Schock durchleben, überstehen
sie hat sich nur langsam von dem Schock erholt
ein leichter, schwerer, psychischer Schock
sie weint jetzt, das ist ein Zeichen, dass sich der Schock zu lösen beginnt
übertragen großer Schreck, Schlag
Beispiele:
diese Nachrichten, ihre Worte waren ein ziemlicher Schock für ihn, versetzten ihm einen Schock (= haben ihn tief erschüttert, hart getroffen)
den ersten Schock hat er überwunden
auf diesen Schock trank er erst einmal einen Schnaps
Obwohl längst erwartet, löste der Befehl ... dennoch einen lähmenden Schock aus [ApitzNackt457]
Ihnen is der Schock auch in die Glieder gefahren, nicht? [BrechtSchweyk1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schock · schockieren · schocken
Schock m. ‘großer Schreck, plötzliche Erschütterung’. Um 1700 wird frz. choc in der Bedeutung ‘militärischer Zusammenstoß, Schlag, Attacke’ ins Dt. entlehnt; bis ins 19. Jh. hält sich frz. oder französierende Schreibung Choc, Choque, Chok. Im 19. Jh. wird (ebenfalls aus frz. choc stammendes) engl. shock ‘heftiger Stoß, Schlag, (nervliche) Erschütterung’ als medizinisches Fachwort für eine durch plötzlichen Schlag, Stoß oder Schreck hervorgerufene physische oder psychische Erschütterung des Organismus (auch als Heilbehandlung für Krankheiten) im Dt. üblich (eingedeutscht Schock) und geht im 20. Jh. auch in die oben genannte Bedeutung ‘großer Schreck, plötzliche Erschütterung’ über. Mfrz. frz. choc ist eine Ableitung von apikard. choquier ‘stoßen, anprallen, militärisch zusammenstoßen’, frz. choquer ‘anstoßen, (militärisch) zusammenstoßen, einen Stoß versetzen, (moralisch) anstoßen’, das als schockieren Vb. zuerst (17. Jh.) in der genannten militärischen Bedeutung, dann ‘mit den Gläsern anstoßen’ (bis ins 18. Jh.), bes. aber im Sinne von ‘Anstoß erregen hinsichtlich bestehender Vorstellungen von Anstand und gutem Ton, verletzen, beleidigen’ ins Dt. gelangt. Apikard. choquier, chuquier ist aus dem Germ. (am Niederrhein?) entlehnt, vgl. mhd. schocken, schucken, mnd. schocken ‘stoßen, schütteln, in schaukelnder Bewegung sein’ und die zugehörige, unter ↗Schaukel (s. d.) angeführte Wortgruppe. schocken Vb. ‘Geisteskranke oder auch psychisch Erkrankte durch Elektroschock zu heilen versuchen’ (um 1950), ‘in Furcht versetzen, verletzen, durch ein von der Norm abweichendes Verhalten provozieren, abstoßen’ (60er Jahre 20. Jh.); vgl. gleichbed. engl. to shock.

Schock · schockweise · Schockschwerenot
Schock n. Die Bezeichnungen für einen Garbenhaufen bzw. für eine Menge von 60 Stück mhd. schoc m. ‘Haufen, Büschel, Schopf’, als Neutrum (md.) ‘Anzahl von 60 Stück’ (13. Jh.), (obd.) schoche m. ‘aufgeschichteter Heuhaufen, Heuschober’, asächs. skokk m. ‘60 Stück’, mnd. schok ‘Garbenstand des Getreides, Hocke, 60 Stück’, nl. schok ‘60 oder 20 Stück’, aengl. *sc(e)oc, (daraus, wenn nicht aus dem Mnd. entlehnt) mengl. engl. shock ‘Hocke, aufgerichteter Garbenhaufen’ stellen sich als Formen mit s-Anlaut zu lit. káugė ‘Heuhaufen’, lett. kaudze ‘Haufen, Schober’ und sind mit den unter ↗Hocke (s. d.) genannten Wortformen auf ie. *keug-, *kūg- zurückzuführen, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (dazu s. auch ↗hoch, ↗Hügel, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube). Als älteste Bedeutung ist ‘(Garben)haufen’ anzunehmen; aus dem Brauch, immer 60 Garben zusammenzusetzen, entwickelt sich die Mengenbezeichnung ‘60 Stück’. Zur Bedeutungsentwicklung s. auch ↗Mandel. Das Zahlenmaß ist jedoch unterschiedlich, vgl. das alte Schock ‘20 Stück’, das neue oder schwere Schock ‘60 Stück’, das leichte Schock ‘40 Stück’ (18. Jh.). schockweise Adj. Adv. ‘immer ein Schock (60 Stück)’, übertragen ‘in großer Anzahl, haufenweise’ (Anfang 18. Jh.). Schockschwerenot Interj. gemäßigtes Fluchwort, bei dem Schock, Schwerenot verstärkend, als den Umfang, die Last der Not betonend empfunden wird. Wahrscheinlich eine euphemistische Umbildung von Gotts-schwere-Not (vgl. Schwerenot ‘Epilepsie’, s. ↗schwer).

Thesaurus

Synonymgruppe
5 Dutzend · 60 Stück  ●  ↗(das) Schock  veraltet
Synonymgruppe
Bangigkeit · ↗Bestürzung · ↗Betroffenheit · Betroffensein · ↗Beängstigung · ↗Fassungslosigkeit · Konsterniertheit · ↗Verstörtheit · ↗Verstörung · ↗Ängstlichkeit  ●  ↗Konsternation  geh., lat. · Konsternierung  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diagnose Ehrfurcht Entsetzen Krankenhaus Prellungen Rauchvergiftung Schock Terroranschläge Trauer Trauma abfedern allergischen asymmetrischen davonkam eingeliefert erholt erlittenen exogene externe heilsamen mildern septischen toxischen traumatischen verarbeiten verdaut verkraften verwunden wegsteckten überwunden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schock‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch nach dem Schock wurde das Spiel der Gäste nicht besser.
Die Zeit, 24.09.2010 (online)
Im schlimmsten Fall kann es zu einem allergischen Schock kommen.
Bild, 23.12.2005
Er hatte den Schock immer noch nicht wirklich verarbeitet, ja, nicht einmal wirklich begriffen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 616
Wohl ging es nicht ohne Schocks in beiden Lagern vor sich.
Bracher, Karl Dietrich: Zusammenbruch des Versailler Systems und zweiter Weltkrieg. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17776
Ich zweifle am Durchhalten meines Herzens - der letzte Schock war besonders heftig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 97
Zitationshilfe
„Schock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schock#1>, abgerufen am 17.10.2017.

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Schock, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schock(e)s · Nominativ Plural: Schock (bei Maßangabe)
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schock(e)s · Nominativ Plural: Schocke
Wortbildung mit ›Schock‹ als Erstglied: ↗schockweise
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
alte Maßeinheit bei Mengenangabe   60 Stück derselben Art
Beispiele:
ein, ein halbes, zwei Schock Eier
ein Schock Salatpflanzen kostet, kosten 3 Euro
2.
viele, eine große Menge
Beispiele:
er hatte mehrere, einige, ein paar Schock Flaschen Wein im Keller
ein (ganzes) Schock Kinder haben scherzhaft
Der Onkel hätte bestimmt ein paar Worte gefunden – oder ein ganzes Schock! [TralowNeuhoff344]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schock · schockieren · schocken
Schock m. ‘großer Schreck, plötzliche Erschütterung’. Um 1700 wird frz. choc in der Bedeutung ‘militärischer Zusammenstoß, Schlag, Attacke’ ins Dt. entlehnt; bis ins 19. Jh. hält sich frz. oder französierende Schreibung Choc, Choque, Chok. Im 19. Jh. wird (ebenfalls aus frz. choc stammendes) engl. shock ‘heftiger Stoß, Schlag, (nervliche) Erschütterung’ als medizinisches Fachwort für eine durch plötzlichen Schlag, Stoß oder Schreck hervorgerufene physische oder psychische Erschütterung des Organismus (auch als Heilbehandlung für Krankheiten) im Dt. üblich (eingedeutscht Schock) und geht im 20. Jh. auch in die oben genannte Bedeutung ‘großer Schreck, plötzliche Erschütterung’ über. Mfrz. frz. choc ist eine Ableitung von apikard. choquier ‘stoßen, anprallen, militärisch zusammenstoßen’, frz. choquer ‘anstoßen, (militärisch) zusammenstoßen, einen Stoß versetzen, (moralisch) anstoßen’, das als schockieren Vb. zuerst (17. Jh.) in der genannten militärischen Bedeutung, dann ‘mit den Gläsern anstoßen’ (bis ins 18. Jh.), bes. aber im Sinne von ‘Anstoß erregen hinsichtlich bestehender Vorstellungen von Anstand und gutem Ton, verletzen, beleidigen’ ins Dt. gelangt. Apikard. choquier, chuquier ist aus dem Germ. (am Niederrhein?) entlehnt, vgl. mhd. schocken, schucken, mnd. schocken ‘stoßen, schütteln, in schaukelnder Bewegung sein’ und die zugehörige, unter ↗Schaukel (s. d.) angeführte Wortgruppe. schocken Vb. ‘Geisteskranke oder auch psychisch Erkrankte durch Elektroschock zu heilen versuchen’ (um 1950), ‘in Furcht versetzen, verletzen, durch ein von der Norm abweichendes Verhalten provozieren, abstoßen’ (60er Jahre 20. Jh.); vgl. gleichbed. engl. to shock.

Schock · schockweise · Schockschwerenot
Schock n. Die Bezeichnungen für einen Garbenhaufen bzw. für eine Menge von 60 Stück mhd. schoc m. ‘Haufen, Büschel, Schopf’, als Neutrum (md.) ‘Anzahl von 60 Stück’ (13. Jh.), (obd.) schoche m. ‘aufgeschichteter Heuhaufen, Heuschober’, asächs. skokk m. ‘60 Stück’, mnd. schok ‘Garbenstand des Getreides, Hocke, 60 Stück’, nl. schok ‘60 oder 20 Stück’, aengl. *sc(e)oc, (daraus, wenn nicht aus dem Mnd. entlehnt) mengl. engl. shock ‘Hocke, aufgerichteter Garbenhaufen’ stellen sich als Formen mit s-Anlaut zu lit. káugė ‘Heuhaufen’, lett. kaudze ‘Haufen, Schober’ und sind mit den unter ↗Hocke (s. d.) genannten Wortformen auf ie. *keug-, *kūg- zurückzuführen, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (dazu s. auch ↗hoch, ↗Hügel, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube). Als älteste Bedeutung ist ‘(Garben)haufen’ anzunehmen; aus dem Brauch, immer 60 Garben zusammenzusetzen, entwickelt sich die Mengenbezeichnung ‘60 Stück’. Zur Bedeutungsentwicklung s. auch ↗Mandel. Das Zahlenmaß ist jedoch unterschiedlich, vgl. das alte Schock ‘20 Stück’, das neue oder schwere Schock ‘60 Stück’, das leichte Schock ‘40 Stück’ (18. Jh.). schockweise Adj. Adv. ‘immer ein Schock (60 Stück)’, übertragen ‘in großer Anzahl, haufenweise’ (Anfang 18. Jh.). Schockschwerenot Interj. gemäßigtes Fluchwort, bei dem Schock, Schwerenot verstärkend, als den Umfang, die Last der Not betonend empfunden wird. Wahrscheinlich eine euphemistische Umbildung von Gotts-schwere-Not (vgl. Schwerenot ‘Epilepsie’, s. ↗schwer).

Thesaurus

Synonymgruppe
5 Dutzend · 60 Stück  ●  ↗(das) Schock  veraltet
Synonymgruppe
Bangigkeit · ↗Bestürzung · ↗Betroffenheit · Betroffensein · ↗Beängstigung · ↗Fassungslosigkeit · Konsterniertheit · ↗Verstörtheit · ↗Verstörung · ↗Ängstlichkeit  ●  ↗Konsternation  geh., lat. · Konsternierung  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diagnose Ehrfurcht Entsetzen Krankenhaus Prellungen Rauchvergiftung Schock Terroranschläge Trauer Trauma abfedern allergischen asymmetrischen davonkam eingeliefert erholt erlittenen exogene externe heilsamen mildern septischen toxischen traumatischen verarbeiten verdaut verkraften verwunden wegsteckten überwunden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schock‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch nach dem Schock wurde das Spiel der Gäste nicht besser.
Die Zeit, 24.09.2010 (online)
Im schlimmsten Fall kann es zu einem allergischen Schock kommen.
Bild, 23.12.2005
Er hatte den Schock immer noch nicht wirklich verarbeitet, ja, nicht einmal wirklich begriffen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 616
Wohl ging es nicht ohne Schocks in beiden Lagern vor sich.
Bracher, Karl Dietrich: Zusammenbruch des Versailler Systems und zweiter Weltkrieg. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17776
Ich zweifle am Durchhalten meines Herzens - der letzte Schock war besonders heftig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 97
Zitationshilfe
„Schock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schock#2>, abgerufen am 17.10.2017.

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