Scholle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scholle · Nominativ Plural: Schollen
Aussprache
WorttrennungSchol-le
Wortbildung mit ›Scholle‹ als Erstglied: ↗Scholleneis · ↗Schollengebirge  ·  mit ›Scholle‹ als Letztglied: ↗Ackerscholle · ↗Eisscholle · ↗Erdscholle · ↗Gesteinsscholle · ↗Heimatscholle · ↗Schneescholle
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
großes, unförmiges, flaches Stück
a)
von Erde, Erdscholle
Beispiele:
der Pflug warf große, schwere, dunkelbraune, fette Schollen auf
der Geruch frisch umgebrochener Schollen
die abgeernteten Gemüsebeete müssen umgegraben werden und bleiben dann in großen Schollen liegen
Noch tönt in unsern Ohren das Poltern der Schollen nach, die auf seinen Sarg gefallen sind [Roda RodaCicerone151]
b)
von Eis, das auf dem Wasser treibt, Eisscholle
Beispiele:
die Schollen des Eises türmten sich am Strand übereinander, hatten sich an der Brücke gestaut
die Kinder sprangen von Scholle zu Scholle
2.
nur im Singular
veraltend Erdboden, Acker
Beispiel:
[sie sprachen davon] wie Dung am besten in die Scholle gebracht würde [Sternheim4,20]
(bearbeiteter) Grund und Boden, mit dem sich jmd. eng verbunden fühlt
Beispiele:
an der Scholle haften, hängen
umgangssprachlich an der Scholle kleben
mit der Scholle eng verbunden, verwachsen sein
die heimatliche, heimische Scholle
auf eigener Scholle sitzen
3.
Geologie durch Verwerfungen abgegrenzter Teil der Erdkruste
Beispiel:
Geologen hatten festgestellt, daß der Kern der Schollen des Rügener Kreidemassivs gar nicht in Saßnitz lag [Tageszeitung1967]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scholle1 · Scholle2
Scholle1 f. ‘Erd- oder Eisklumpen, -brocken’, ahd. scollo m. (9. Jh.), scolla f. (11. Jh.), mhd. scholle m. f., mnd. schulle f., mnl. scolle f., nl. schol f. (germ. *skulla- m., *skullōn f.) stehen im Ablaut zu den unter ↗Schale, ↗Schale und ↗Schild (s. d.) aufgeführten Wortformen und sind mit Nasalsuffix (ll aus ln) zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ mit der Ausgangsbedeutung ‘Abgeschnittenes, Gespaltenes’ gebildet. Femininer Gebrauch setzt sich im Dt. seit dem 18. Jh. durch. Im Hinblick auf seine abgeplattete, schollenartige Form ist der in europäischen Meeren lebende Plattfisch Scholle2 f. genannt (16. Jh.), nach älterem mnd. schulle, scholle, mnl. sculle, scolle (nl. schol).

Thesaurus

Synonymgruppe
Klumpen · Scholle
Synonymgruppe
Rechtsaugen-Flunder · Scholle
Oberbegriffe
Geologie
Synonymgruppe
Block · Bruchflügel · Scholle
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Dorsch Eismeer Filet Flunder Heilbutt Hering Kabeljau Krabbe Makrele Packeis Plattfisch Rotbarsch Schellfisch Scholle Seehecht Seelachs Seezunge Speck Steinbutt Treibeis Wittling angestammt beackern ererbt flammend gebraten heimatlich meterdick schmelzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scholle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir brauchen Jobs, nicht eine Scholle trockenes Land, davon kann ich nicht abbeißen.
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2002
Beim Auftauen zerfallen die durch den Frost mürbe gemachten Schollen.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 7
Er trabte nach links über die harten Schollen der herbstlichen Felder, gefolgt von seiner Suite.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 272
Denn um jene Zeit begann die Scholle an vielen Stellen des Planeten unzuverlässig zu werden.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 620
Die Scholle legt je nach ihrer Größe 9000 - 500000 Eier.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 59
Zitationshilfe
„Scholle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scholle#1>, abgerufen am 16.12.2018.

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Scholle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scholle · Nominativ Plural: Schollen
Aussprache
WorttrennungSchol-le
eWDG, 1976

Bedeutung

in der Nordsee und im Atlantischen Ozean in Küstennähe weit verbreiteter Plattfisch mit wohlschmeckendem Fleisch
Beispiel:
gebackene Scholle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scholle1 · Scholle2
Scholle1 f. ‘Erd- oder Eisklumpen, -brocken’, ahd. scollo m. (9. Jh.), scolla f. (11. Jh.), mhd. scholle m. f., mnd. schulle f., mnl. scolle f., nl. schol f. (germ. *skulla- m., *skullōn f.) stehen im Ablaut zu den unter ↗Schale, ↗Schale und ↗Schild (s. d.) aufgeführten Wortformen und sind mit Nasalsuffix (ll aus ln) zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ mit der Ausgangsbedeutung ‘Abgeschnittenes, Gespaltenes’ gebildet. Femininer Gebrauch setzt sich im Dt. seit dem 18. Jh. durch. Im Hinblick auf seine abgeplattete, schollenartige Form ist der in europäischen Meeren lebende Plattfisch Scholle2 f. genannt (16. Jh.), nach älterem mnd. schulle, scholle, mnl. sculle, scolle (nl. schol).

Thesaurus

Synonymgruppe
Klumpen · Scholle
Synonymgruppe
Rechtsaugen-Flunder · Scholle
Oberbegriffe
Geologie
Synonymgruppe
Block · Bruchflügel · Scholle
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Dorsch Eismeer Filet Flunder Heilbutt Hering Kabeljau Krabbe Makrele Packeis Plattfisch Rotbarsch Schellfisch Scholle Seehecht Seelachs Seezunge Speck Steinbutt Treibeis Wittling angestammt beackern ererbt flammend gebraten heimatlich meterdick schmelzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scholle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie zwang ihn zum Verzehren einer Scholle, in sehr wenig Butter gebraten.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 191
Beim Auftauen zerfallen die durch den Frost mürbe gemachten Schollen.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 7
Die Scholle legt je nach ihrer Größe 9000 - 500000 Eier.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 59
In Restaurants bereitet man sich auf die Zubereitung zahlreicher Schollen vor.
Der Tagesspiegel, 28.09.2003
Zwischen den treibenden Schollen glänzte das Wasser grauschwarz und ölig.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 468
Zitationshilfe
„Scholle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scholle#2>, abgerufen am 16.12.2018.

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