Scholtisei, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Worttrennung Schol-ti-sei
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

norddeutsch, veraltet Amt des Gemeindevorstehers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schultheiß · Scholtisei
Schultheiß m. ‘mit richterlicher und exekutiver (polizeilicher, zuweilen auch militärischer) Gewalt ausgestatteter Vertreter der Obrigkeit’, auch ‘örtlicher Verwaltungsbeamter, Gemeindevorsteher’, ahd. sculdheiʒo (8. Jh.), mhd. schultheiʒe, schultheis, asächs. skuldhētio, mnd. schulthete, schultēte (woraus latinisiert mlat. scultetus), mnl. schouthet(e), afries. skeltata, skelta, aengl. sculthēta (germ. *skuldi-haitijō-) ist ein Kompositum aus dem unter Schuld (s. d.) behandelten Substantiv und einem Nomen agentis zu den unter heißen (s. d.) verzeichneten Verbformen, bezeichnet daher eigentlich den, ‘der eine Verpflichtung, eine Leistung anordnet’. Den ältesten Nachweis für dieses Amt liefert langobard. sculdhais, sculdais, sculdaiz. Abgeschwächte bzw. kontrahierte Formen sind frühnhd. schultesse, schultes, nd. Schulte, nl. schout, nhd. Schulze, vgl. Dorfschulz(e) und den Familiennamen Schulze. Scholtisei f. omd. ‘Schultheißerei, Amt des Ortsvorstehers’, scholtisse (um 1400), schultessy, schultissīe, schultissei (15. Jh.); latinisiert sculdasia (10. Jh.), scultetia (13. Jh.).
Zitationshilfe
„Scholtisei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scholtisei>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schollengebirge
Scholleneis
Scholle
Scholion
Scholie
Schonbezug
Schoner
Schonerbrigg
Schonfrist
Schongang