Schoppen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schoppens · Nominativ Plural: Schoppen
Aussprache
WorttrennungSchop-pen
Wortbildung mit ›Schoppen‹ als Erstglied: ↗Schoppenwein · ↗Schöppchen · ↗schoppenweise
eWDG, 1976

Bedeutung

ein Viertelliter Wein, Bier
Beispiele:
einen Schoppen Wein, Bier bestellen
beim Schoppen sitzen
ein Schöppchen trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schoppen m. Flüssigkeitsmaß, in neuerer Zeit ‘ein Viertelliter, ein Glas Wein oder Bier’. Ablautend zu dem unter ↗Schaff (s. d.) behandelten Wort gehörendes mnd. schōpe, schoppe f., schōpen m. ‘Schöpfkelle’, besonders ‘große Füllkelle des Brauers’ (vgl. entsprechendes mhd. schuofe ‘Becken der Pfanne’, spätmhd. schueffe, schupfe, frühnhd. Schuoff, Schuf(f)e, Schof(f)e, Schuffen ‘Gefäß zum Schöpfen, hölzerner Kübel mit Stiel, Wassereimer’) dringt bis ins Hd. vor (md. schoppe, schope, 15. Jh., vielleicht sogar obd. Schopp n., 16./17. Jh.?), wird aber auch, wohl als Terminus des Braugewerbes, ins Frz. entlehnt und ergibt afrz. frz. chopine ‘Flüssigkeits-, Weinmaß’. Dieses gelangt (wahrscheinlich in der Lautung der Nebenform ostfrz. chopaine) als Schoppen (17. Jh., zuvor Schoppenkännlein, 2. Hälfte 16. Jh.) ins Obd. (besonders ins Alem.). Noch für Adelung (18. Jh.) ist Schoppen ein obd. Ausdruck. Im Nd. hält sich Schoppen ‘Schöpfkelle’ bis ins 19. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Römer · Schoppen · ↗Weinglas
Synonymgruppe
Schoppen  regional · ↗Viertele  regional
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Bier · ↗(ein) Bierchen · ↗(ein) Humpen · (ein) Schoppen · (ein) kühles Blondes  ●  (ein) Glas Bier  Hauptform · ↗(eine) Maß  bair. · ↗(eine) Halbe  ugs., süddt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Glas abendlich ausschenken bestellen schmecken trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schoppen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht einmal einen badischen Schoppen wollte er sich auf den persönlichen Triumph gönnen.
Die Welt, 08.12.2003
Oder er klopfte ans Glas, wollte er einen neuen Schoppen.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 1
Obgleich ich erst beim vierten Schoppen bin, bin ich breit wie nichts.
Die Zeit, 17.08.2012, Nr. 29
Für einen Schoppen Weißwein reicht es nicht mehr, nur noch für ein Bier.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 32
Er tat einen Seufzer und tappte geduldig nach seinem Schoppen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 41
Zitationshilfe
„Schoppen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schoppen>, abgerufen am 22.10.2018.

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