Schoppen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schoppens · Nominativ Plural: Schoppen
Aussprache  [ˈʃɔpn̩]
Worttrennung Schop-pen
Wortbildung  mit ›Schoppen‹ als Erstglied: Schoppenwein · Schöppchen · schoppenweise
 ·  mit ›Schoppen‹ als Letztglied: Abendschoppen
eWDG

Bedeutung

ein Viertelliter Wein, Bier
Beispiele:
einen Schoppen Wein, Bier bestellen
beim Schoppen sitzen
ein Schöppchen trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schoppen m. Flüssigkeitsmaß, in neuerer Zeit ‘ein Viertelliter, ein Glas Wein oder Bier’. Ablautend zu dem unter Schaff (s. d.) behandelten Wort gehörendes mnd. schōpe, schoppe f., schōpen m. ‘Schöpfkelle’, besonders ‘große Füllkelle des Brauers’ (vgl. entsprechendes mhd. schuofe ‘Becken der Pfanne’, spätmhd. schueffe, schupfe, frühnhd. Schuoff, Schuf(f)e, Schof(f)e, Schuffen ‘Gefäß zum Schöpfen, hölzerner Kübel mit Stiel, Wassereimer’) dringt bis ins Hd. vor (md. schoppe, schope, 15. Jh., vielleicht sogar obd. Schopp n., 16./17. Jh.?), wird aber auch, wohl als Terminus des Braugewerbes, ins Frz. entlehnt und ergibt afrz. frz. chopine ‘Flüssigkeits-, Weinmaß’. Dieses gelangt (wahrscheinlich in der Lautung der Nebenform ostfrz. chopaine) als Schoppen (17. Jh., zuvor Schoppenkännlein, 2. Hälfte 16. Jh.) ins Obd. (besonders ins Alem.). Noch für Adelung (18. Jh.) ist Schoppen ein obd. Ausdruck. Im Nd. hält sich Schoppen ‘Schöpfkelle’ bis ins 19. Jh.

schoppen Vb. südd. öst. schweiz. ‘hineinschieben, anfüllen, vollstopfen, mästen’, allgemeiner ‘sich zusammenschieben, bauschen’, mhd. schoppen, schopfen ‘stopfen, (auf)schwellen’, ablautendes Intensivum zu schieben (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Römer · Schoppen · Weinglas
Synonymgruppe
Schoppen  regional · Viertele  regional
Synonymgruppe
(ein) Bier · (ein) Bierchen · (ein) Humpen · (ein) Schoppen · (ein) kühles Blondes  ●  (ein) Glas Bier  Hauptform · (eine) Maß  bayr. · (eine) Halbe  ugs., süddt.

Typische Verbindungen zu ›Schoppen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schoppen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schoppen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder er klopfte ans Glas, wollte er einen neuen Schoppen. [Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 1]
Nicht einmal einen badischen Schoppen wollte er sich auf den persönlichen Triumph gönnen. [Die Welt, 08.12.2003]
Als Schoppen stehen 15 Sorten rot und 20 weiß zur Auswahl. [Die Welt, 27.01.2000]
Ein kleines Bier kostet fünf, ein Schoppen Wein sechs Mark; [Die Welt, 21.10.1999]
Mit einem Schoppen Wein setzt sie sich in den Hof und genießt die Ruhe. [Die Welt, 05.07.1999]
Zitationshilfe
„Schoppen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schoppen>.

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