Schragen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schragens · Nominativ Plural: Schragen
Aussprache
WorttrennungSchra-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schragen‹ als Letztglied: ↗Bauschragen · ↗Bücherschragen
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich Gestell aus schräg oder kreuzweise gegeneinander gerichteten Stäben oder Pfählen, das zu verschiedenen Verwendungszwecken dient
Beispiel:
linksweg brachte Rosalindo uns im kleinen Lichtschein der Laterne unter's Dach und in die Scheune, wo […] ein paar niedre Schragen standen, unsre Betten [BartningErdball266]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schragen · schräg · Schräge · schrägen1 · schrägen2 · abschrägen
Schragen m. ‘schräg oder kreuzweise stehendes Holzwerk, Gestell mit kreuzweise gestellten Füßen, Schaugerüst’, ahd. garnascrago m. ‘Garnwinde, Haspel’, mhd. schrage m. ‘geneigt oder kreuzweise eingefügte Pfähle, kreuzweise stehende Holzfüße als Untergestell eines Tisches’, mnd. schrāge(n) m. ‘Seitenstütze, Strebepfahl, Gestell aus kreuzweise gestellten Beinen, Bock, Dreibein’, mnl. sc(h)rage, nl. schraag ‘Untersatz, Gestell’ (westgerm. *skrag-). Herkunft ungewiß. Ein Anschluß an ie. *(s)krek-, eine Gutturalerweiterung der verbreiteten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’, zu der ↗Schrank, ↗Schranke (s. d.) gehören, ist möglich. Zu Schragen stellt sich schräg Adj. ‘schief, seitlich geneigt’, seit dem 16. Jh. bezeugt, doch vgl. ältere Zusammensetzungen (mit allerdings unsicherer Bedeutung) wie ahd. scregibant ‘Haarband’ (9./10. Jh.) und scregihōrī ‘Schrägheit’ (um 1000). Schräge f. ‘schräge Lage, schräge Fläche’, frühnhd. schreck (15. Jh.), Schreg (16. Jh.). Als verbale Bildung zu Schragen schrägen1 Vb. landschaftlich ‘wanken, taumeln’, mhd. schregen ‘mit kreuzweise gestellten, wankenden Beinen gehen’ (vgl. rhein. schraggeln ‘torkeln’); als Ableitung vom Adjektiv schrägen2, abschrägen Vb. ‘schräg machen’ (18. Jh.); vgl. schregeln ‘kreuzweise verbinden’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hier nie ein Weg hielt, wurden "Schragen" gebaut, parallel zum Hang laufende Brücken, über die das Vieh gehen konnte.
Süddeutsche Zeitung, 24.09.1996
Die komplett gedeckte Tischplatte wurde hereingetragen und auf Schragen abgesetzt.
Die Zeit, 06.10.1989, Nr. 41
Diese führte vom Potsdamer Hauptbahnhof über den Platz der Einheit, Nauener Tor und Alexandrowka bis hin zum Schragen.
Die Welt, 12.04.2001
Ein schnell gezimmerter hölzerner Marktstand mit Schragen, wo auf Schnüren die Novitätenbögen ausgehängt wurden, brachte größeren Umsatz als ein nicht unmittelbar am Markt gelegenes Buchladengewölbe.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7502
Zitationshilfe
„Schragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schragen>, abgerufen am 23.05.2019.

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