Schrank, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schrank(e)s · Nominativ Plural: Schränke
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

aufrechtstehendes, kastenförmiges, mit Türen verschließbares Möbelstück von rechteckiger Form zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken und Gegenständen
Beispiele:
den Schrank ausräumen, einräumen, öffnen, (zu)schließen
einen Schrank aufstellen
den alten Schrank aufarbeiten, neu streichen lassen
ein Schrank aus Eiche, Mahagoni
Schränke für Kleider, Geschirr, Bücher
ein eingebauter Schrank (= ein Einbauschrank)
ein kombinierter Schrank (= ein Kombischrank)
bildlich
Beispiel:
salopper ist ein richtiger Schrank (= großer, breiter, kräftiger Mann)
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlicher hat nicht alle Tassen im Schrank (= ist nicht recht bei Verstand)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrank m. ‘durch Türen verschließbares Möbelstück’, ahd. scranc m. (nur in der übertragenen Bedeutung) ‘Betrug, Tücke, Falle’ (9. Jh.), mhd. schranc m. ‘das Schrägsetzen, was einschränkt, Gitter, Einfriedung, Umschließung, Verschränkung, Gestell aus Gitterwerk’, mnd. schrank n. ‘Einfriedung, Schranke, Gitter, durch Gitter abgeschlossener Raum, Nische’, mnl. scranc, scrancke m., nl. schrank ‘Tragebalken, Untersatz, Einfriedung aus Latten, Schranke’ läßt sich wie auch Schranke und schränken (s. d.) zurückführen auf ie. *(s)kreng-, eine nasalierte Gutturalerweiterung der unter schräg (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘schräg, kreuzweise Gestelltes, Einfriedung, Gitterwerk’, daher auch mhd. ‘Gestell aus Gitterwerk’ (z. B. in Vorratskammern), woraus sich in Verbindung mit dessen handwerklicher Gestaltung seit frühnhd. Zeit der heutige Sinn entwickelt. Den Mundarten bleibt diese Verwendung weithin fremd, dafür nordostd. Spind, südd. Kasten, bair. Kalter (aus Gehalter ‘Behältnis’), in Thüringen, Hessen und Teilen des Ostfrk. begegnet die r-lose Nebenform Schank.

Thesaurus

Synonymgruppe
Spind  ●  Kasten  süddt. · Schrank  Hauptform · Schaff  ugs., regional · Schaft  ugs., schweiz., süddt. · Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
Anatomie
Synonymgruppe
(ein) Trumm von einem Mann · Goliath · Hüne · Hünengestalt · Koloss · Riesenkerl · Zweimetermann  ●  Riese  Hauptform · (eine) XXL-Ausgabe  ugs., scherzhaft · (so eine) Kante (mit Geste)  ugs. · Bulle  ugs. · Kerl wie ein Baum  ugs. · Kleiderschrank  ugs., fig. · Schrank  ugs., fig. · wenn (d)er im Türrahmen steht, wird es dunkel  ugs., Spruch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schrank‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrank‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schrank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schränke, in denen man seine persönlichen Dinge verwahrt, soll man absperren. [Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 111]
Sonst findet man, will man sie anziehen, nur schadhafte Stücke im Schrank. [Hinzelmann, Else: Gut angezogen sein mit kleinen Mitteln. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 51]
In gedruckter Form bräuchte man dafür einen ganzen Schrank mit Plänen. [C't, 2000, Nr. 1]
Vor seinem Schrank stand er am Morgen nicht sehr lange. [Die Zeit, 16.09.1999, Nr. 38]
Niemand versteckte sich im Schrank, niemand lauerte unter dem Bett. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 184]
Zitationshilfe
„Schrank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schrank>.

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