Schranke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schranke · Nominativ Plural: Schranken
Aussprache
WorttrennungSchran-ke
Wortbildung mit ›Schranke‹ als Erstglied: ↗Schrankenwärter · ↗schrankenlos  ·  mit ›Schranke‹ als Letztglied: ↗Anrufschranke · ↗Bahnschranke · ↗Bildungsschranke · ↗Chorschranke · ↗Eisenbahnschranke · ↗Erkenntnisschranke · ↗Halbschranke · ↗Handelsschranke · ↗Klassenschranke · ↗Lichtschranke · ↗Rassenschranke · ↗Sprachschranke · ↗Standesschranke · ↗Tabuschranke · ↗Wegschranke · ↗Wissenschaftsschranke · ↗Zeugenschranke · ↗Zollschranke
 ·  mit ›Schranke‹ als Grundform: ↗beschränken  ·  formal verwandt mit: ↗beschrankt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
große, waagerecht oder senkrecht bewegbare Stange oder Gatter zur Absperrung von Durchgängen, Übergängen
Beispiele:
die Schranke, Schranken am Bahnübergang herunterlassen, schließen, aufziehen, hochziehen
Eisenbahn eine örtlich bediente Schranke
Eisenbahn eine fernbediente Schranke
der Wagen durchbrach die (geschlossenen) Schranken
die Schranken der Rennbahn gingen hoch, und die Pferde stürmten davon
eine Schranke übersteigen, niederreißen
bildlich
Beispiele:
vor den Schranken des Gerichts (= vor Gericht) erscheinen
jmdn. vor die Schranken des Gerichts fordern, ziehen
für jmdn. in die Schranken treten (= für jmdn. entschieden eintreten)
2.
übertragen gesetzte Grenze
Beispiele:
er respektierte die Schranken, die sie setzte
der Phantasie sind keine Schranken gesetzt
das übersteigt alle Schranken
in der Erregung kannte er keine Schranken mehr
er durchbrach alle Schranken, riss alle Schranken zwischen ihnen nieder
sie wies ihn in seine Schranken (zurück)
eine Schranke (= Trennung, Distanz) errichten, aufrichten
er legte sich [Dativ] keine Schranken auf (= kannte keine Grenzen)
ich hielt mich (mühsam) in Schranken (= beherrschte, mäßigte mich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schranke · einschränken · schrankenlos
Schranke f. ‘Absperrvorrichtung’, mhd. schranke m. f. ‘Gitter, Zaun, Verschränkung, Umarmung’ steht als schwacher n-Stamm neben dem unter ↗Schrank (s. d.) behandelten Substantiv. Die beiden Wörtern gemeinsame (jedoch von Schrank aufgegebene) Ausgangsbedeutung ‘schräg, kreuzweise Gestelltes, Einfriedung, Gitterwerk’ bleibt bei Schranke erhalten; vgl. Eisenbahnschranke. Häufig redensartlich übertragen, z. B. (sich) in Schranken halten, in seinen Schranken bleiben ‘eine gewisse Grenze nicht überschreiten, sich zurückhalten’ (17. Jh.), Schranken setzen ‘Einhalt gebieten’ (18. Jh.), jmdn. in die Schranken weisen ‘zur Mäßigung auffordern’ (1. Hälfte 20. Jh.). einschränken Vb. ‘in Schranken einschließen, einengen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sparsam, ohne Aufwand leben, seine Ansprüche herabsetzen’ (18. Jh.). schrankenlos Adj. ‘unbehindert, keine Grenzen respektierend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schlagbaum · Schranke · Wegeschranke  ●  ↗Barriere  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bahnübergang Beseitigung auferlegen aufrichten beseitigen bürokratisch durchbrechen einreißen geschlossen gesetzlich gesetzt gezogen geöffnet heruntergelassen herunterlassen hinwegsetzen ideologisch konfessionell niederreißen protektionistisch rechtlich ständisch trennend unübersteigbar unüberwindbar unüberwindlich verfassungsrechtlich verweisen weisen überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schranke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar gibt es Schranken, doch wäre es viel zu aufwändig, sie zu schließen.
Der Tagesspiegel, 21.12.2003
Jetzt ist die Schranke am Tor zum majestätischen Platz wieder geschlossen.
Süddeutsche Zeitung, 04.04.1995
Die Toten leben in ihm, denn für seine Sucht, zu bewundern, zu bestaunen, zu begreifen, ist dies Fortsein keine Schranke.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Dichter und diese Zeit. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1907], S. 27829
Die volle Freiheit ist noch nicht errungen, und es konnte fraglich erscheinen, ob es gelingen werde, die letzten Schranken zu durchbrechen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 34104
Auf die Dauer haben diese Schranken nie die Mischung verhindert.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 141
Zitationshilfe
„Schranke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schranke>, abgerufen am 16.06.2019.

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