Schranke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schranke · Nominativ Plural: Schranken
Aussprache 
Worttrennung Schran-ke
Wortbildung  mit ›Schranke‹ als Erstglied: Schrankenwärter · schrankenlos  ·  mit ›Schranke‹ als Letztglied: Anrufschranke · Archivschranke · Artenschranke · Bahnschranke · Bezahlschranke · Bildungsschranke · Chorschranke · Eisenbahnschranke · Erkenntnisschranke · Halbschranke · Handelsschranke · Klassenschranke · Lichtschranke · Rassenschranke · Sprachschranke · Standesschranke · Tabuschranke · Urheberrechtsschranke · Wegschranke · Wissenschaftsschranke · Zeugenschranke · Zollschranke
 ·  mit ›Schranke‹ als Grundform: beschränken
eWDG

Bedeutungen

1.
große, waagerecht oder senkrecht bewegbare Stange oder Gatter zur Absperrung von Durchgängen, Übergängen
Beispiele:
die Schranke, Schranken am Bahnübergang herunterlassen, schließen, aufziehen, hochziehen
Eisenbahneine örtlich bediente Schranke
Eisenbahneine fernbediente Schranke
der Wagen durchbrach die (geschlossenen) Schranken
die Schranken der Rennbahn gingen hoch, und die Pferde stürmten davon
eine Schranke übersteigen, niederreißen
bildlich
Beispiele:
vor den Schranken des Gerichts (= vor Gericht) erscheinen
jmdn. vor die Schranken des Gerichts fordern, ziehen
für jmdn. in die Schranken treten (= für jmdn. entschieden eintreten)
2.
übertragen gesetzte Grenze
Beispiele:
er respektierte die Schranken, die sie setzte
der Phantasie sind keine Schranken gesetzt
das übersteigt alle Schranken
in der Erregung kannte er keine Schranken mehr
er durchbrach alle Schranken, riss alle Schranken zwischen ihnen nieder
sie wies ihn in seine Schranken (zurück)
eine Schranke (= Trennung, Distanz) errichten, aufrichten
er legte sich [Dativ] keine Schranken auf (= kannte keine Grenzen)
ich hielt mich (mühsam) in Schranken (= beherrschte, mäßigte mich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schranke · einschränken · schrankenlos
Schranke f. ‘Absperrvorrichtung’, mhd. schranke m. f. ‘Gitter, Zaun, Verschränkung, Umarmung’ steht als schwacher n-Stamm neben dem unter Schrank (s. d.) behandelten Substantiv. Die beiden Wörtern gemeinsame (jedoch von Schrank aufgegebene) Ausgangsbedeutung ‘schräg, kreuzweise Gestelltes, Einfriedung, Gitterwerk’ bleibt bei Schranke erhalten; vgl. Eisenbahnschranke. Häufig redensartlich übertragen, z. B. (sich) in Schranken halten, in seinen Schranken bleiben ‘eine gewisse Grenze nicht überschreiten, sich zurückhalten’ (17. Jh.), Schranken setzen ‘Einhalt gebieten’ (18. Jh.), jmdn. in die Schranken weisen ‘zur Mäßigung auffordern’ (1. Hälfte 20. Jh.). einschränken Vb. ‘in Schranken einschließen, einengen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sparsam, ohne Aufwand leben, seine Ansprüche herabsetzen’ (18. Jh.). schrankenlos Adj. ‘unbehindert, keine Grenzen respektierend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schlagbaum · Schranke · Schranken · Wegeschranke  ●  Barriere  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schranke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schranke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schranke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich zwang mich weiterzugehen, immer weiter, bis an die Schranke heran. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 978]
Die Beine ragten dann wie eine Schranke in den Gang hinein. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 345]
Ebenso fällt unter die Schranken des allgemeinen Gesetzes die Verbreitung unzüchtiger Schriften. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 400]
Kunst hat den Bürger solange noch in einigen Schranken gehalten, wie sie teuer war. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 182]
Die Fülle der möglichen grammatischen Strukturen setzt eine weitere Schranke. [C't, 1993, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Schranke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schranke>.

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