Schraubenmutter, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSchrau-ben-mut-ter
WortzerlegungSchraubeMutter2
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

innen mit einem Gewinde versehener (flacher) zylindrischer Hohlkörper (aus Metall), der das Gewinde einer Schraube drehbar umschließt
Synonym zu Mutter²
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schraube · schrauben · geschraubt · Schraubenmutter · Schraubstock · Schraubenzieher
Schraube f. ‘nagelähnlicher Metallstift mit Gewinde’. Herkunft nicht eindeutig gesichert. Es kann angenommen werden, daß spätmhd. (md.) schrūbe (1361), mnd. schrūve, nl. schroef (1598) entlehnt sind aus lat. scrōfa ‘Sau, Mutterschwein’, dann auch (spätlat.) ‘weibliche Scham’ und (mlat.) ‘Schraubenmutter’ bzw. aus (volksetymologisch damit verbundenem?) spätlat. scrobis (virginalis) ‘weibliche Scham’, lat. scrobis, mlat. scroba ‘Grube’. Der Bedeutungswandel dürfte sich auf dem Hintergrund eines sexuellen Bildes vollzogen haben, und zwar im Galloroman., vgl. afrz. escroe (frz. écrou) ‘Schraubenmutter’ gegenüber ital. scrofa, rumän. scroafǎ ‘Mutterschwein’. Eine parallele Bedeutungsentwicklung zeigt sich bei span. puerca ‘Sau, Schraubenmutter’ (aus lat. porca ‘Sau’) sowie bei dem Ausdruck nhd. (Schrauben)mutter (s. unten). Angesichts einer im 9. Jh. belegten Form mlat. scroba ‘Mutterschwein’ (auch ‘Grube’) ist nicht auszuschließen, daß *scrōba als die echte lat. Form und scrōfa als mundartliche Variante dazu anzusehen ist. Als Redensarten sind geläufig Schraube ohne Ende ‘eine endlose, fruchtlose Angelegenheit’ (18. Jh.), die Schraube anziehen ‘die Forderung erhöhen, Druck ausüben’ (19. Jh.), bei jmdm. ist eine Schraube locker ‘jmd. ist verrückt’ (19. Jh.). schrauben Vb. ‘mit einer Schraube befestigen, spiralenförmig (hinein)drehen’ (15. Jh.); die Forderungen (immer) höher schrauben ‘erhöhen’ (19. Jh.). geschraubt Part.adj. ‘gekünstelt, geziert im Ausdruck’ (16. Jh.), nach etw. auf Schrauben setzen (16. Jh.), stellen (18. Jh.) ‘gekünstelt ausdrücken, darstellen’. Schraubenmutter f. ‘das Gewinde einer Schraube umschließender drehbarer Teil’ (18. Jh.); vgl. älteres Mütterlein einer Schrauben (17. Jh.), so daß Schraubenmutter wohl als verdeutlichende Zusammensetzung zu geläufigerem Mutter (als sexuellem Bild, s. oben) entstanden ist. Schraubstock m. ‘Werkzeug, in dem zu bearbeitende Teile festgeschraubt werden’ (17. Jh.). Schraubenzieher m. (18. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Mutter · Schraubenmutter
Oberbegriffe
  • Befestigungselement · Befestigungsmittel
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Unterlagsscheibe · ↗Unterlegscheibe · Zwischenscheibe  ●  Beilagscheibe  bair., veraltend, österr.

Verwendungsbeispiele für ›Schraubenmutter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Bezeichnung hat die Schraubenmutter tatsächlich von der "richtigen" Mutter.
Bild, 29.11.2000
Mit welchem Schraubenschlüssel kann man die Schraubenmutter am festesten anziehen?
Bild, 17.07.2004
An der grauen Fabrikwand ließ er eine riesige Schraubenmutter anbringen.
Die Zeit, 19.10.1990, Nr. 43
Zitationshilfe
„Schraubenmutter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schraubenmutter>, abgerufen am 23.01.2020.

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