Schreck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schreck(e)s · Nominativ Plural: Schrecke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Schreck‹ als Erstglied: ↗Schreckensstarre · ↗Schreckgespenst · ↗Schreckmittel · ↗Schreckschraube · ↗Schreckschuss · ↗Schrecksekunde · ↗Schreckstarre · ↗schreckhaft
 ·  mit ›Schreck‹ als Letztglied: ↗Heidenschreck · ↗Mordsschreck · ↗Todesschreck
 ·  mit ›Schreck‹ als Grundform: ↗-schreck
eWDG, 1976

Bedeutung

plötzliche, heftige psychische Erschütterung, die durch etw. Unerwartetes, meist Unangenehmes oder Bedrohliches, hervorgerufen wird, Schrecken
Beispiele:
ein großer, jäher, plötzlicher, panischer, wilder, tödlicher Schreck
umgangssprachlich ein heilloser Schreck
ein kalter, eisiger Schreck durchfuhr ihn, packte, erfasste, lähmte ihn
voll(er) Schreck davonlaufen
einen Schreck bekommen, erleben, fühlen
umgangssprachlich einen Schreck kriegen
jmdm. einen Schreck bereiten
umgangssprachlich jmdm. einen Schreck einjagen
das geschah (nur) im ersten Schreck
der Schreck lag ihr (noch) in den Gliedern
der Schreck ist mir in die, in alle Glieder, in die Beine gefahren, saß mir noch lange in den, in allen Gliedern
umgangssprachlich der Schreck ist mir in die Knochen gefahren
er ist (noch einmal) mit dem (bloßen) Schreck davongekommen
sie errötete vor, in freudigem Schreck
vor Schreck aufschreien, davonlaufen, fast vergehen, (an allen Gliedern) beben, zittern
sie war vor Schreck wie gelähmt
blaß, bleich, halb ohnmächtig, starr vor Schreck sein
ich kann mich gar nicht (wieder) von dem Schreck erholen
salopp auf den Schreck hin wollen wir einen trinken
umgangssprachlich, scherzhaft Schreck lass nach! (= Ausruf, der Verwunderung, Erregung, Bestürzung ausdrückt)
umgangssprachlich, scherzhaft, salopp ach, du (mein, lieber) Schreck! (= Ausruf, der Verwunderung, Erregung, Bestürzung ausdrückt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entsetzen · Erschrecken · Schreck · ↗Schrecken
Oberbegriffe
Assoziationen
  • ach Gottchen!  ugs., ironisierend · ach du grüne Neune!  ugs. · ach du lieber Gott!  ugs. · ach herrje!  ugs. · au weia!  ugs. · auwei!  ugs. · oh je!  ugs. · oh jemine!  ugs., veraltet · oh weia!  ugs. · oh weiowei!  ugs.
  • Hiobsbotschaft · Horrormeldung · ↗Schreckensbotschaft · ↗Schreckensmeldung · ↗Schreckensnachricht · ↗Unglücksbotschaft · schlechte Nachricht
  • Grundgütiger  ugs. · Oh mein Gott  ugs.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Just im Trassengebiet der neuen A20 haben Gutachter jedoch seltene Heuschrecken entdeckt, die weiß gepunktete Schrecke und die Blauflügel-Heuschrecke.
Die Zeit, 24.01.2005, Nr. 04
Zitationshilfe
„Schreck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schreck>, abgerufen am 15.12.2018.

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