Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schrecken, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schreckens · Nominativ Plural: Schrecken
Aussprache 
Worttrennung Schre-cken
eWDG

Bedeutungen

1.
Schreck
Beispiele:
ein großer, jäher, starker, gewaltiger, panischer, grenzenloser Schrecken
ein eisiger, kalter Schrecken durchfuhr ihn
jmdn. voll(er) Schrecken ansehen
jmdm. einen Schrecken bereiten
umgangssprachlichjmdm. einen Schrecken einjagen
(Angst und) Schrecken verbreiten
jmdn. in (Angst und) Schrecken jagen, (ver)setzen
jmdn. in Schrecken halten
in blindem Schrecken davonlaufen
er kam mit dem bloßen Schrecken davon
von wildem, tödlichem Schrecken ergriffen, gepackt, gelähmt sein
der Gedanke daran hat nichts von seinem Schrecken verloren
zu meinem (großen) Schrecken musste ich feststellen, dass …
die Sache nahm ein Ende mit Schrecken
Sein Gesicht zeigte Schrecken, Furcht und Wut [ NollHolt1,75]
2.
lähmende, Entsetzen und Furcht verbreitende Wirkung von etw. und die daraus folgende, länger andauernde psychische Erschütterung
Beispiele:
die Schrecken der Nacht, des Alters, Todes
daß unsere Heimat … vom Schrecken des Krieges verschont blieb [ SeghersDie Toten6,589]
3.
Personifikation von 1
Grammatik: nur im Singular, nur mit bestimmtem Artikel
Beispiele:
die Cholera, Pest war der Schrecken der letzten Jahrhunderte
Die beiden Gruppenführer des Ausbildungszuges waren der Schrecken der Rekruten [ NollHolt1,412]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter scheren2 ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu schrecken1, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entsetzen · Erschrecken · Schreck · Schrecken
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Grauen · Horror · Schrecken  ●  Horrortrip  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Schrecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sobald die goldene Last von Hand zu Hand wandert, bereitet sie einen kleinen Schrecken. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 293]
Doch fürchte ich, das Recht auf irdischen Frieden verwirkt zu haben, und daher beginnt der Tod, seinen Schrecken für mich zu verlieren. [Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 205]
Ohne den Schrecken denkt man nicht über die richtigen Fragen nach. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 18]
Mit magischen Mitteln kann man die Schrecken des Weges mildern. [Adam, A.: Hölle. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 6688]
Vor allem aber hat man mit leeren Büchern das beste Mittel bei der Hand, um einen Wall zu bauen gegen nächtliche Schrecken. [Die Zeit, 29.12.1999, Nr. 1]
Zitationshilfe
„Schrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schrecken>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schreckempfindung
Schreckbild
Schreck
Schrebergärtner
Schrebergartenhaus
Schrecken erregend
Schreckensbild
Schreckensbotschaft
Schreckensdinge
Schreckensherrschaft