Schreiber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schreibers · Nominativ Plural: Schreiber
Aussprache
WorttrennungSchrei-ber (computergeneriert)
Wortzerlegungschreiben-er
Wortbildung mit ›Schreiber‹ als Erstglied: ↗Schreiberin · ↗Schreiberling · ↗Schreiberseele
 ·  mit ›Schreiber‹ als Letztglied: ↗Amtsschreiber · ↗Bataillonsschreiber · ↗Briefeschreiber · ↗Briefschreiber · ↗Chronikenschreiber · ↗Chronikschreiber · ↗Datenschreiber · ↗Dauerschreiber · ↗Dramenschreiber · ↗Drehbuchschreiber · ↗Fahrtenschreiber · ↗Fahrtschreiber · ↗Fernschreiber · ↗Feuilletonschreiber · ↗Gagschreiber · ↗Geisterschreiber · ↗Gemeindeschreiber · ↗Gerichtsschreiber · ↗Geschichtsschreiber · ↗Komödienschreiber · ↗Kugelschreiber · ↗Leserbriefschreiber · ↗Morse-Schreiber · ↗Morseschreiber · ↗Ratsschreiber · ↗Redenschreiber · ↗Romanschreiber · ↗Satirenschreiber · ↗Songschreiber · ↗Stadtschreiber · ↗Stückeschreiber · ↗Tagebuchschreiber · ↗Unfalldatenschreiber · ↗Urkundenschreiber · ↗Vielschreiber · ↗Winkelschreiber · ↗Zeitungsschreiber
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Verfasser eines literarischen Werkes
Beispiel:
er ist der Schreiber des Romans, Hörspieles
2.
schweizerisch Schriftführer, Sekretär
3.
veraltet jmd., der beruflich Schreibarbeiten ausführt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schreiber · ↗Schreibstift · ↗Stift
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Autor · ↗Dichter · ↗Literat · Schreiber · ↗Schriftsteller · ↗Verfasser  ●  Mann der Feder  männl. · ↗Konzipient  geh., veraltet, lat. · ↗Schmock  derb, veraltet, selten · ↗Skribent  geh., selten, abwertend, lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kanzleischreiber · Schreiber · ↗Schreibkraft  ●  ↗Kanzlist  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bezirksamtsleiter Ex-Waffenlobbyist Geschäftsmann Kauferinger Leserbrief Lobbyist Panzergeschäft Rüstungs-Lobbyist Rüstungslobbyist Schreiber Schreiberin Strauß Thyssen-Lobbyist Vorstandsvorsitzender Waffen-Lobbyist Waffenhändler Waffenlobbyist Zeile anonym begabt berufsmäßig brillant diktieren fleißig geflüchtet gesucht geübt manisch professionell talentiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schreiber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sehen sich nicht als Teil einer neuen Generation von Schreibern?
Süddeutsche Zeitung, 28.10.1999
Mit Hilfe dieser Wörter fallen den Schreibern die fertigen Artikel aus dem Munde, es genügt, diese Ausdrücke aneinanderzusetzen, und man hat einen Aufsatz.
Tucholsky, Kurt: Die Angelegenheit. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]
Der angesehene Bürger war natürlich der Schreiber des Briefes selbst.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 176
Der Schreiber ließ den Film mit größerer Geschwindigkeit wieder anlaufen.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 152
Bei Herrn v. Schreiber hat er wohl keine Recherchen angestellt?
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 22135
Zitationshilfe
„Schreiber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schreiber>, abgerufen am 20.05.2019.

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