Schreier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schreiers · Nominativ Plural: Schreier
Aussprache
WorttrennungSchrei-er (computergeneriert)
Wortzerlegungschreien-er
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich jmd., der viel schreit, besonders ein Kind, Schreihals
abwertend, übertragen aufsässiger, zänkischer Mensch, Unruhestifter
Beispiele:
die lautesten Schreier wurden aus dem Saal geworfen
diesem Schreier sollte man den Mund stopfen
ein paar unbedeutende Schreier versuchten, den Erfolg des Theaterstückes herabzusetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreien · Schrei · Schreier · Marktschreier · marktschreierisch · Geschrei · Schreihals · verschreien
schreien Vb. ‘gellende Laute von sich geben, laut rufen, weinen’. Das stark flektierende Verb ahd. scrīan (9. Jh.), mhd. schrīen, schrīn ‘rufen, schreien, jammern’, asächs. skrīan, mnd. schrī(g)en, mnl. scrīen, afries. skrīa (germ. *skreian) sowie schwach flektierendes ahd. giscreiōn (um 1000), mhd. schrīen, schrīn, mnd. schreyen, mnl. screyen, nl. schreien sind verwandt mit mnl. scrēuwen, nl. schreeuwen, nd. schrēwen ‘schreien’, südnl. schremen, aengl. *scrǣman, mengl. shreame, engl. to scream ‘schreien, kreischen’. Vergleicht man ferner (ohne anlautendes s-) anord. hreimr ‘Lärm, Getöse’, hrīna, norw. rine ‘schreien, jammern’ (von Schweinen) und zieht bret. screo ‘kreischender Meervogel’, air. scret ‘Schrei’, lett. (älter) krina ‘Sau’ heran, so läßt sich ie. *(s)krei- ansetzen als eine Erweiterung der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr-, Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne (s. ↗Harke, ↗Rabe, ↗Rachen, ↗Reiher). Schrei m. ‘einmaliger gellender, durchdringender (menschlicher) Laut’, ahd. screi (9. Jh.), mhd. schrei, schrē ‘Ruf, Schrei, Geschrei, Gerücht’. Schreier m. ‘wer schreit’, mhd. schrīære, schrīer ‘Schreier, Ausrufer, Herold’. Marktschreier m. ‘wer auf Märkten laut seine Waren anpreist, fahrender Händler’ (17. Jh.); marktschreierisch Adj. (18. Jh.). Geschrei n. ‘lautes Schreien’, ahd. giscrei (11. Jh.), mhd. geschrei(e), geschrē ‘Geschrei, Ruf’. Schreihals m. ‘Schreier, Kind, das viel weint’ (16. Jh.). verschreien Vb. ‘in schlimmen Ruf bringen, verleumden’, eigentlich (bei der Mordklage) ‘öffentlich ausrufen, bekanntmachen’, dann auch ‘Übles, Böses über jmdn. öffentlich verbreiten’, mhd. verschrīen; stark und schwach flektierende Formen stehen bis ins 18. Jh. nebeneinander.

Typische Verbindungen
computergeneriert

arg laut nationalistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schreier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort sei Kahn nur noch "der einsame Schreier im Wald".
Die Welt, 02.06.2004
Einzig die unmittelbare Wirkung auf die Hörer zählt für Schreier.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2000
Leider hatte er schon seit zwei Jahren keinen der heimtückischen Schreier mehr "fassen" können.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 8
Der Wirt warf aber nicht uns, sondern den Schreier hinaus.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5203
Seine Worte und das ungewohnte Bild seines Zornes ernüchterte alle Schreier und nicht minder die beifälligen Älteren.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 69
Zitationshilfe
„Schreier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schreier>, abgerufen am 16.02.2019.

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