Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schrein, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schrein(e)s · Nominativ Plural: Schreine
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schrein‹ als Erstglied: Schreiner  ·  mit ›Schrein‹ als Letztglied: Altarschrein · Heiligenschrein · Reliquienschrein · Thoraschrein · Toraschrein · Totenschrein
eWDG

Bedeutung

gehoben, veraltend (verzierter) kastenförmiger, schrankähnlicher Behälter für kostbare oder kultische Gegenstände
Beispiel:
die Reliquien befanden sich in einem Schrein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrein · Schreiner · schreinern
Schrein m. ‘kastenförmiger Behälter, Lade, Schränkchen’ (zur Aufbewahrung von Kleinodien und Reliquien), ahd. scrīn(i) m. n. ‘Lade, Behälter’ (9. Jh.), mhd. mnd. schrīn m. f. n. ‘Kasten für Kleider, Geld, Kostbarkeiten, Reliquien, Sarg, Archivschrank’, mnl. scrīne, scrijn m. f. n., nl. schrijn n. m. sind wie aengl. scrīn n. ‘Kiste, Koffer, Kästchen, Heiligenschrein’, engl. shrine ‘Lade, Reliquienschrein, Heiligengrab(mal), geheiligte Stätte’ aus lat. scrīnium ‘rollenförmige Kapsel zur Aufbewahrung von Papieren, Büchern, Salben’ entlehnt. Wie Kiste, Sack, Sarg (s. d.) gehört Schrein zu den früh aus dem Lat. aufgenommenen Wörtern. Im Nhd. (17. Jh.) wird das alte neutrale Genus, wohl in Anlehnung an Kasten und Schrank, endgültig durch das maskuline ersetzt. Im 18. Jh. ist Schrein durch Kiste, Kasten, Lade, Schrank aus der Alltagssprache weitgehend verdrängt. – Schreiner m. landschaftlich (südd. und westd.) ‘Tischler’, mhd. schrīnære, schrīner. schreinern Vb. ‘tischlern’ (19. Jh., sicher älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kiste · Lade · Truhe  ●  Schapp  ugs., regional · Schrein  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schrein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schrein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wie aus offenen Schreinen traten die Toten unsichtbar hervor. [Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 31]
Warm leuchtet sie auf ein hölzernes rotes Tor herab, den Eingang zu einem versteckten Schrein. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Seit dem Jahre 690 existiert dieser Schrein, alle 20 Jahre gibt es ihn für ein paar Tage sogar doppelt. [Die Zeit, 16.08.2010, Nr. 33]
Es herrscht immer reger Betrieb, so wie in der Nähe anderer Schreine auch. [Die Zeit, 16.06.2005, Nr. 25]
Ein großer deutscher Architekt zählte sie zu den größten Leistungen der japanischen Architektur, ebenbürtig dem Schrein von Ise. [Die Zeit, 28.01.1974, Nr. 04]
Zitationshilfe
„Schrein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schrein>.

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