Schriftsetzer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schriftsetzers · Nominativ Plural: Schriftsetzer
Aussprache 
Worttrennung Schrift-set-zer
Wortzerlegung SchriftSetzer
eWDG, 1976

Bedeutung

Druckerei Facharbeiter, der Druckfomen herstellt, Setzer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrift · schriftlich · Schrifttum · Schriftgießer · Schriftsetzer · Schriftsprache · Schriftsteller
Schrift f. ‘System graphischer Zeichen zur lesbaren Darstellung von Gesprochenem, geschriebener oder gedruckter Text’, ahd. scrift ‘Schrift, Zeichen, Buchstabe, Aufzeichnung, geschriebenes Gesetz’ (8. Jh.), mhd. schrift ‘Geschriebenes, Schrift, Inschrift, Schriftwerk, schriftliche Quelle (besonders die Bibel), Schreibkunst’, mnd. schrift ‘das Schreiben, das Geschriebene’, mnl. scrift, scricht ‘das Geschriebene, Bibel’, nl. schrift, aengl. scrift ‘Strafe, Buße, Beichte’, engl. (älter) shrift ‘Buße, Beichte’ sind Abstraktbildungen mit t-Suffix zu dem unter ↗schreiben (s. d.) behandelten Verb (wie Gift zu geben), stehen aber zugleich unter dem Einfluß von lat. scrīptum n. ‘Schrift, das Geschriebene, Auftrag, Anweisung’, so daß germ. Bildungsweise und Lehnwortbeziehungen einander entgegenkommen. schriftlich Adj. ‘niedergeschrieben, nicht mündlich’, mhd. schriftlich. Schrifttum n. ‘Gesamtheit der schriftlichen Überlieferung, Literatur’ (19. Jh.). Schriftgießer m. ‘wer für den Buchdruck Metallettern gießt’ (16. Jh.). Schriftsetzer m. ‘wer die für den Druck vorgesehenen Texte aus einzelnen Metallbuchstaben und -zeichen zusammensetzt’ (17. Jh.). Schriftsprache f. ‘schriftliche Form einer (National)sprache’, im 18. Jh. als Gegenwort zu Mundart gebildet. Schriftsteller m. ‘wer für andere Rechts- und Bittschriften aufsetzt’ (16. Jh.), Zusammenbildung aus eine Schrift stellen (16. Jh.), dann ‘Verfasser literarischer Werke’ (2. Hälfte 17. Jh.), für älteres Skribent oder Autor.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schriftsetzer · ↗Setzer
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schriftsetzer‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schriftsetzer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schriftsetzer‹

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R. war der Sohn eines Arbeiters und erlernte 1919 bis 1923 den Beruf des Schriftsetzers.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - R. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 9959
Geht in Weimar zehn Klassen zur Schule, bricht in Dresden eine Lehre als Schriftsetzer ab.
Der Tagesspiegel, 12.03.2005
In der Redaktion fand ich nur einen invaliden Schriftsetzer vor, der das Blatt verantwortlich zeichnete und die einlaufenden Korrespondenzen korrigieren half.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5009
Dort konnte der gelernte Schriftsetzer die Presse, für die man normalerweise mehrere tausend Mark bezahlt, für ein Schnäppchen erstehen.
Die Welt, 02.03.1999
Sie setzt man aneinander wie weiland der Schriftsetzer seine Bleilettern.
C't, 1998, Nr. 10
Heute ist der Autor, der daheim eine Diskette herstellt, sein eigener Schriftsetzer.
Süddeutsche Zeitung, 26.03.1994
Ich war gerade zwanzig und kurz vor dem Ende meiner Lehre als Schriftsetzer.
Die Zeit, 01.11.1991, Nr. 45
Dort machen computergesteuerte Textverarbeitungssysteme traditionelle Berufe wie Schriftsetzer bald überflüssig.
Bild, 20.04.1999
Ich bekam im ersten Lehrjahr 70 Mark brutto und war froh, eine Lehrstelle als Schriftsetzer zu haben - mit 14 Jahren.
Bild, 24.08.2004
Denn dazu müßte er das Wissen und die Erfahrungen von Schriftsetzer, Layouter, Lithografen und Drucker in sich vereinen.
C't, 1992, Nr. 11
Zu bedeutenderen Neubildungen kam es in Deutschland erst in der Epoche der Aufklärung bei einer erneuten Auseinandersetzung der Typographen und Schriftsetzer mit der Antiqua.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 4853
Mit dererlei deutscher Gründlichkeit gewappnet, schließt eine Lehre als Schriftsetzer an.
konkret, 1984
Voss' Vater war Schriftsetzer gewesen, hatte vor neunzehnhundertdreiunddreißig in der Druckerei einer kommunistischen Zeitung gearbeitet.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 908
Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf eines Schriftsetzers und nahm an Kursen der Fachschule für Graphiker teil.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1965]
Daß er nach dem Abitur Schriftsetzer beim Thüringer Tageblatt lernte - die Zeitung gehörte der CDU -, war gewiß auch den Verbindungen des Vaters zuzuschreiben.
Der Spiegel, 18.06.1990
Die Buchdruckarbeiten zerfallen in Werk- (Herstellung von Büchern), Zeitungs-, Akzidenz- und Katalogdruck, mit und ohne Illustrationen, das Personal in Schriftsetzer und Drucker.
o. A.: B. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 15849
Zitationshilfe
„Schriftsetzer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schriftsetzer>, abgerufen am 25.09.2020.

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