Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schriftsprache, die

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GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schriftsprache · Nominativ Plural: Schriftsprachen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʃʀɪftʃpʀaːχə]
Worttrennung Schrift-spra-che
Wortzerlegung Schrift Sprache
Wortbildung  mit ›Schriftsprache‹ als Erstglied: Schriftspracherwerb · schriftsprachlich
eWDG und ZDL

Bedeutung

Sprachwissenschaft für die schriftliche Kommunikation (außerhalb von Chats (1) und Textnachrichten) bestimmte Form der (Hoch-)‍Sprache
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die hochdeutsche, sorbische, färöische, rätoromanische Schriftsprache; eine normierte Schriftsprache
als Akkusativobjekt: die Schriftsprache lernen, beherrschen, verwenden, benutzen; eine Schriftsprache entwickeln, schaffen
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Wörterbuch für die [deutsche] Schriftsprache; jmdn. an die Schriftsprache heranführen; die Grundlage für die Schriftsprache; [einen Dialekt] zur Schriftsprache ausbauen
mit Genitivattribut: die Schriftsprache der Gegenwart
in Koordination: Schriftsprache und Mundart, Dialekt
als Aktivsubjekt: die Schriftsprache beruht, basiert [auf dem Dialekt der Hauptstadt]
als Genitivattribut: der Schöpfer, Begründer der [norwegischen] Schriftsprache; die Normierung, Einheitlichkeit, Vereinheitlichung, Beherrschung, das Erlernen der Schriftsprache
als Prädikativ: als Schriftsprache [vom Hochdeutschen] verdrängt werden
Beispiele:
Ein Team an ehrenamtlichen Helfern hat den jungen Mann vor allem beim Erlernen der hiesigen Sprache unterstützt – nicht nur der Schriftsprache, sondern vor allem der Umgangssprache. [Oberösterreichische Nachrichten, 23.12.2022]
Bairisch ist und bleibt meine Muttersprache, und die deutsche Schriftsprache war meine erste Fremdsprache. [Münchner Merkur, 13.09.2023]
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Schreibweise der Orts‑ und Flurnamen auf den Landeskarten auf die Schriftsprache ausgerichtet. Nach 1948 begann die Hinwendung zum mundartlichen Ausdruck. [Thurgauer Zeitung, 07.08.2023]
Rund 7.000 Sprachen gibt es derzeit auf der Welt, mehr als 4.000 davon als Schriftsprachen. [Süddeutsche Zeitung, 26.10.2021]
Wenn man schon ein Etikett für die Rolle Luthers in der deutschen Sprachgeschichte braucht, dann nicht »Schöpfer«, sondern eher »Katalysator« der werdenden neuhochdeutschen Schriftsprache, die uns allen heute gemeinsam ist. [St. Galler Tagblatt, 10.02.2017]
Die [Orthographie-]Konferenz entsprach in ihrer Zusammensetzung – es saßen darin neben einer großen Zahl von Beamten nur einige wenige wissenschaftliche Sachkenner und zwei Vertreter des Buchhandels, die Presse war überhaupt nicht vertreten – keineswegs dem Ideal, das den Vorkämpfern einer Regelung der deutschen Schriftsprache in dem Bestreben vorgeschwebt hatte, unserer Sprache endlich die feste Gestalt zu geben, nach der sie seit Luthers Zeiten vergeblich gerungen hat und der sich die Völker romanischer Zunge dank ihrer die sprachliche Entwicklung überwachenden Akademieen [sic!] längst erfreuen. [Kölnische Zeitung (1. Morgenblatt), 01.07.1902]

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Zu diesem Artikel finden Sie weitere Informationen in unserem Blog:
Groß und klein – muss das (so schwierig) sein?
Groß und klein – muss das (so schwierig) sein? (Titelbild Blogbeitrag)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Schrift · schriftlich · Schrifttum · Schriftgießer · Schriftsetzer · Schriftsprache · Schriftsteller
Schrift f. ‘System graphischer Zeichen zur lesbaren Darstellung von Gesprochenem, geschriebener oder gedruckter Text’, ahd. scrift ‘Schrift, Zeichen, Buchstabe, Aufzeichnung, geschriebenes Gesetz’ (8. Jh.), mhd. schrift ‘Geschriebenes, Schrift, Inschrift, Schriftwerk, schriftliche Quelle (besonders die Bibel), Schreibkunst’, mnd. schrift ‘das Schreiben, das Geschriebene’, mnl. scrift, scricht ‘das Geschriebene, Bibel’, nl. schrift, aengl. scrift ‘Strafe, Buße, Beichte’, engl. (älter) shrift ‘Buße, Beichte’ sind Abstraktbildungen mit t-Suffix zu dem unter schreiben (s. d.) behandelten Verb (wie Gift zu geben), stehen aber zugleich unter dem Einfluß von lat. scrīptum n. ‘Schrift, das Geschriebene, Auftrag, Anweisung’, so daß germ. Bildungsweise und Lehnwortbeziehungen einander entgegenkommen. – schriftlich Adj. ‘niedergeschrieben, nicht mündlich’, mhd. schriftlich. Schrifttum n. ‘Gesamtheit der schriftlichen Überlieferung, Literatur’ (19. Jh.). Schriftgießer m. ‘wer für den Buchdruck Metallettern gießt’ (16. Jh.). Schriftsetzer m. ‘wer die für den Druck vorgesehenen Texte aus einzelnen Metallbuchstaben und -zeichen zusammensetzt’ (17. Jh.). Schriftsprache f. ‘schriftliche Form einer (National)sprache’, im 18. Jh. als Gegenwort zu Mundart gebildet. Schriftsteller m. ‘wer für andere Rechts- und Bittschriften aufsetzt’ (16. Jh.), Zusammenbildung aus eine Schrift stellen (16. Jh.), dann ‘Verfasser literarischer Werke’ (2. Hälfte 17. Jh.), für älteres Skribent oder Autor.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Linguistik/Sprache
Bühnensprache · Hochsprache · Literatursprache · Schriftsprache · hohe Sprache

Typische Verbindungen zu ›Schriftsprache‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schriftsprache‹.

Zitationshilfe
„Schriftsprache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schriftsprache>.

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