Schrot, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Schrot(e)s · Nominativ Plural: Schrote · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schrot‹ als Erstglied: Schrotaxt · Schrotbaum · Schrotbrot · Schrotbüchse · Schrotflinte · Schrotgewehr · Schrotkorn · Schrotkugel · Schrotladung · Schrotleiter · Schrotmehl · Schrotpatrone · Schrotschere · Schrotschuss · Schrötling
 ·  mit ›Schrot‹ als Letztglied: Bleischrot · Flintenschrot · Futterschrot · Rapsschrot · Roggenschrot · Sojaschrot · Weizenschrot
eWDG

Bedeutungen

I.
viele kleine Kügelchen aus Blei, mit denen eine Flinte geladen wird
Beispiele:
die Flinte mit Schrot laden
mit Schrot schießen
saloppeinem Hasen eine Ladung Schrot aufbrennen
II.
grob zerkleinertes Getreide
Beispiele:
Getreide zu Schrot mahlen
Brot aus Schrot backen
das Vieh mit Schrot füttern
III.
umgangssprachlich
Beispiele:
ein Mann von altem Schrot und Korn (= ein rechtschaffener Mann)
ein Mann von echtem Schrot und Korn (= ein rechtschaffener Mann)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schroten · Schrot · Schrotbüchse · vierschrötig
schroten Vb. ‘grob zerkleinern, zerschneiden’, ahd. scrōtan ‘hauen, schneiden’ (8. Jh.), mhd. schrōten, (md.) schrāten, schrōden, schrāden ‘hauen, (ab)schneiden, Stoffe zu Kleidern zuschneiden, rollen, wälzen’, mnd. schrōden, schrāden, mnl. schrōden ‘beschneiden, stutzen’ sowie (schwach flektierendes) aengl. scrēadian ‘schälen, abschneiden’, engl. to shred ‘zerreißen, zerfetzen’ sind mit anord. skrjōðr ‘Schwächling’, lat. scrūta n. Plur. ‘Gerümpel’, lit. kir̃vis ‘Axt, Beil’, russ. (landschaftlich) červ (черв) ‘Sichel’ an ie. *(s)keru-, *(s)kreu-, u-Erweiterung der Verbalwurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1), anzuschließen. Schrot n. m. ‘grob gemahlenes Getreide, gehärtete Bleikügelchen (als Munition)’, ahd. scrōt ‘Schnitt’ (um 1000; vgl. āscrōt ‘Abgeschnittenes’, 8. Jh.), mhd. schrōt, (md.) schrāt ‘Hieb, Schnitt, Wunde, abgeschnittenes oder abgesägtes Stück, das zur Geldprägung vom Metallstab abgeschnittene Stück sowie dessen gehöriges Gewicht, Klotz, Gefäß’, mnd. schrōt, schrāt, aengl. scrēad, engl. shred ‘Schnitzel, Fetzen’ steht als Substantivbildung zu schroten (s. oben). Redensartlich von altem, gutem, echtem Schrot und Korn (um 1700), vgl. die münzen sollen am schroit (‘Gewicht’) … und korn (‘Feingehalt’) gerecht sein (1495). Schrotbüchse f. ‘mit Schrot zu ladendes Gewehr’ (17. Jh.). vierschrötig Adj. ‘plump, grob, ungehobelt in Körperbau und Benehmen’ (16. Jh.), mhd. vierschrœtec ‘viereckig zugehauen’, zu Schrot im Sinne von ‘Klotz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruttogewicht · Raugewicht · Schrot  ●  Rauhgewicht  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schrot‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrot‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schrot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf diese Weise hatte man stets frisches Schrot zur Hand. [Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 18]
Zunächst ist innerhalb des täglichen Verkehrs die Prüfung der Münze auf ihr Schrot und Korn nur ausnahmsweise tunlich. [Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071]
Und für dies alles bedanken sich nun die Militärs vom alten Schrot und Korn. [Die Zeit, 10.07.1964, Nr. 28]
Es ist das Buch eines männlichen Mannes von altem Schrot und Korn, für männliche Männer geschrieben. [Die Zeit, 19.06.1959, Nr. 25]
Ein Herr stürmt mit hochrotem Kopf an mir vorbei, ein Kritiker von altem Schrot und Korn. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.1999]
Zitationshilfe
„Schrot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schrot>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schropphobel
Schroffheit
Schroffen
Schroffe
Schrofen
Schrotausschlag
Schrotaxt
Schrotbaum
Schrotblatt
Schrotbrot