Schrulle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schrulle · Nominativ Plural: Schrullen
Aussprache 
Worttrennung Schrul-le
Wortbildung  mit ›Schrulle‹ als Erstglied: schrullenhaft  ·  formal verwandt mit: verschrullt
eWDG

Bedeutungen

1.
seltsamer Einfall, an dem eigensinnig festgehalten wird, wunderliche Eigenheit
Beispiele:
eine harmlose, krankhafte Schrulle
er hat den Kopf voller Schrullen, nichts als Schrullen im Kopf
sie hatten ihn gern, trotz seiner Schrullen und Merkwürdigkeiten
Diese Schrulle bestand in einer blauen Mappe, die er stets … unter dem Arm trug [ SpoerlFeuerzangenbowle38]
2.
salopp, abwertend eine alte Schrullewunderliche, komische, alte Frau
Beispiele:
die alte Schrulle hat auch immer etwas zu meckern
ich möchte nur wissen, wie die alte Schrulle das rausgekriegt hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrulle · schrullig
Schrulle f. ‘wunderlicher Einfall, Laune, Marotte, merkwürdiges Verhalten’, ein nd. Wort, das im 18. Jh. in die Literatursprache eingeht und dort im 19. Jh. geläufig wird. Mnd. schrul, schrol m. n. ‘Groll, Verstimmung, Raserei, Verrücktheit’, nd. Schrull m. ‘toller Einfall’ steht wie nl. schrollen ‘schmälen, schimpfen’ (17. Jh.) und schwed. (mundartlich) skrolla ‘schelten’ lautmalend im Ablaut zu schrill (s. d.). schrullig Adj. ‘wunderlich, launisch’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angewohnheit · Caprice · Eigenart · Eigenheit · Kaprice · Marotte · Schrulle · Spleen · Tick  ●  Grille  veraltend · Kaprize  österr. · Allüren  geh. · Fimmel  ugs. · Macke  ugs. · Tic  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Angewohnheit · Habit · Neigung  ●  Marotte  ugs. · Schrulle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
altes Weib  ●  (alte) Vettel  abwertend · Matrone  abwertend · alte Frau  Hauptform · (abgetakelte) Fregatte  ugs., abwertend, fig. · (alte) Schabracke  ugs., abwertend · (alte) Schachtel  derb, abwertend, fig. · (alte) Scharteke  ugs., abwertend · (alte) Schrulle  ugs., abwertend · (altes) Schrapnell  ugs., fig. · Alte  derb · Reff  ugs., abwertend · Schreckschraube  ugs., abwertend · Spinatwachtel  ugs., abwertend · alte Hexe  derb · alter Besen  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schrulle‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrulle‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schrulle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn eine ältere Dame es sagt, halte ich es für eine Schrulle. [Altenberg, Peter: Pròdromos. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1906], S. 6178]
Daß Sie mich damals lieber nicht einsperrten, war gewiß keine humane Schrulle. [Die Zeit, 04.09.1987, Nr. 37]
Daß die einheimischen Autos, und andere gibt es dort kaum, links fahren, mag man als britische Schrulle gelten lassen. [Süddeutsche Zeitung, 22.01.1997]
Das kommt allerdings bei weitem nicht so pointiert daher wie seine Beschreibung der Schrullen. [Der Tagesspiegel, 19.03.2003]
Da er meine »Schrullen« kannte, muß er wohl in mir einen Liebhaber gewittert haben. [Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8188]
Zitationshilfe
„Schrulle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schrulle>.

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